Skilift-Ausgliederung liegt auf Eis

Lokales
Vohenstrauß
01.07.2015
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In den vergangenen Wintern war es im Ski- und Snowboardzentrum am Fahrenberg viel zu warm und es lag kein oder nur wenig Schnee. Selbst die Schneekanonen konnten nicht helfen, die Liftanlage in Schwung zu bringen. Dem Liftbetreiber, dem Turnverein Vohenstrauß, macht diese Tatsache schwer zu schaffen.

An die geplante Errichtung eines Fun-Parks ist angesichts der prekären Situation vorerst nicht zu denken. In der Jahreshauptversammlung beleuchtete Vorsitzender Klaus Nigg kürzlich die Situation. Nach drei miesen Jahren deckte der Verein heuer erstmals wieder die Kosten, wie Marlies Bauer, stellvertretend für zweiten Kassier Karl-Werner Bauer, die Mitglieder informierte. Immerhin 37 Tage war der Skilift in der vergangenen Wintersaison in Betrieb, das Jahr zuvor waren es gerade ein Dutzend Öffnungstage. Der Start für die Liftanlage fiel heuer am 5. Januar. Nach gerade einmal drei Tagen war aber wegen des warmen Wettereinbruchs schon wieder Schluss. Wegen der Inversionslage - oben wärmer als unten - konnten auch die Schneekanonen nicht anlaufen. "Erst ab 31. Januar lief die Anlage bis 8. März voll durch", erklärte Nigg. In dieser Zeit konnten auch die Schulkurslehrgänge abgewickelt werden.

Kosten gedeckt

Für den Liftbetreiber hieß es heuer erstmals wieder durchatmen. "Die Kosten wurden gedeckt und der Liftbetrieb 2015/2016 ist gesichert", verkündete der Vorsitzende. Die Probleme, die ein Skiliftbetrieb in unserer Gegend unweigerlich mit sich bringt, wurden aber vom Vorstand fast in jeder Sitzung ausführlich erörtert. Deshalb wurde auch über eine Ausgliederung des Skiliftes aus dem Verein in eine Gesellschaft mit beschränkter Haftung (GmbH) diskutiert. Der Grund war die schlechte Saison 2013/2014. Schließlich fallen Kosten für Versicherungen, Instandhaltung und TÜV an, auch wenn der Lift steht. Die jährlichen Defizite müsste der Hauptverein ausgleichen, was die Satzung nicht zulasse, erläuterte Nigg. Beraten wurde auch, ob sich der Hauptverein diese Zahlungen leisten könnte. Unisono war der Vorstand der Meinung, dass der Hauptverein geschützt werden sollte.

Fünf Gründe sprechen für die Ausgliederung in eine GmbH: Einmal die Entlastung des Vorsitzenden und des gesamten Vorstands durch einen Geschäftsführer, zum anderen würde das Haftungsrisiko die GmbH tragen und nicht mehr der Vorstand. Bei Umsätzen in guten Jahren, gäbe es trotzdem keine Probleme mit der Gemeinnützigkeit und es würde auch nicht mehr gegen die Satzung verstoßen, wenn der Hauptverein Geld in den Skiliftbetrieb zuschießen müsste. Ganz wichtig: Sollte die GmbH in Insolvenz gehen, bliebe der Turnverein davon unberührt, da nur für die Einlage in Höhe von bis zu 25 000 Euro Haftung entstünde. Durch Vorstand und Vereinsausschuss wurden die drei Vorsitzenden ermächtigt, die entsprechenden Schritte einzuleiten. Allerdings wurde bei der weiteren Vorgehensweise festgestellt, dass der Betrieb buchhalterisch in den vergangenen drei Jahren jeweils ein Minus erwirtschaftete.

Experten raten ab

Von Fachleuten erhielten die Vorsitzenden die Auskunft, dass sich diese Tatsache für die Gründung einer GmbH nicht gerade optimal auswirken würde und rieten von einer Ausgliederung ab. In der Vorstandssitzung vom 5. Mai beschloss schließlich auch das Vorstandsgremium, derzeit von einer Ausgliederung des Skilifts in eine GmbH abzusehen. Diesem Beschluss folgte später der Vereinsausschuss. "Aufgeschoben ist allerdings nicht aufgehoben", sagte Nigg.
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