Skizzenblock immer dabei

Hugo Steiningers geistige Vitalität ist auch zum 95. Geburtstag ungebrochen. Nur körperlich ist es ihm nicht mehr möglich, zu Hause zu wohnen. Seine Töchter Hildegard (links) und Walburga (rechts) freuen sich über das gesegnete Alter ihres Vaters. Bild: dob
Lokales
Vohenstrauß
13.10.2015
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Seiner Heimat wird Hugo Steininger ewig als Maler verbunden bleiben. Auch wenn es mittlerweile still um den Senior geworden ist.

Die körperlichen Schwächen des Alters sind in den vergangenen Monaten verstärkt zutage getreten und zwangen ihn Anfang des Jahres zum Aufenthalt im Walter-Siegert-Caritasheim. Zum 95. Geburtstag hatte der bekannte Maler jedoch eine große Gästeschar um sich vereint.

Großartiger Künstler

In vielen Eigenheimen schmücken Werke von ihm die vier Wände und werden seine Besitzer stets an den großartigen Künstler erinnern. Als Gäste mischten sich Bürgermeister Andreas Wutzlhofer, Kaplan Sebastian Scherr und Pfarrgemeinderat Günther Nößner unter die Familie und Verwandten. Vorher war der Jubilar mit Angehörigen, Nachbarn und Freunden zum Mittagessen beim "Gipfelwirt" auf dem Fahrenberg.

Als Sohn des ehemaligen Kunstmalers Ludwig Steininger und dessen Ehefrau Hedwig, kam Hugo Steininger am 10. Oktober 1920 im jahrhundertalten geschichtsträchtigen Gebäude, einem Kloster der Kapuziner, an der Pfarrgasse zur Welt. Die häusliche Atmosphäre war geprägt von bildkünstlerischer Tradition, da der Großvater väterlicherseits einen Kirchen- und Dekorationsmaler-Betrieb geführt und ein Großonkel mütterlicherseits ebenfalls Ansehen als Kunstmaler in Berchtesgaden erlangt hatte.

"Der Vater war der erste und beste Lehrer", versicherte Hugo Steininger. Er wies den Weg, lehrte genaues Beobachten, verlangte Fleiß und Ausdauer, weckte und vermittelte die Freude an der Natur und ihren Wundern. Dabei gängelte er nicht, sondern hielt ihn an langen Zügeln. Schnell erfuhr Steininger, dass der Weg zum Erfolg dennoch dornenreich sein kann.

Unter anderem studierte der Maler bei Professor Hans Döllgast, der als Lehrer, Zeichner, Aquarellist, Architekt und Typograf hohes Ansehen genoss. Mit dem Rad war Steininger als Jugendlicher in süddeutschen Landschaften immer mit dem Zeichenblock unterwegs. Von 1939 bis 1945 war er als junger Mann als Soldat auf Jersey über Frankreich und Kroatien bis Russland und Oberitalien eingesetzt. Trotz dreimaliger Verwundung und Kriegsgefangenschaft verlor er nie die Lust am Malen und Zeichnen. Auch in der Kriegszeit war der Skizzenblock stets an seiner Seite.

Beruflicher Werdegang

Nach dem Zweiten Weltkrieg studierte Steininger Architektur an der Technischen Hochschule München und schloss mit dem Diplom ab. Am Berufspädagogischen Institut München absolvierte er ein weiteres Studium. Ab 1955 wirkte Steininger als selbstständiger Architekt und nebenberuflich an der Berufsschule Vohenstrauß, später hauptberuflich in der Weidener Berufsschule. Steininger ist Mitglied des Oberpfälzer Kunstvereins.

1952 heiratete er seine Ehefrau Rosl, eine geborene Gieler aus Tanzmühle, die jedoch am 20. März 2010 starb. Seither lebte Steininger alleine in seinem großen Elternhaus, bis er ins Seniorenheim umzog. Seine Töchter Hildegard aus München und Walburga aus Ludwigshafen waren am Ehrentag mit ihren Familien an der Seite ihres Vaters. Sechs Enkel gratulierten ihrem Opa. Seit 2. September gehört neben dem fünfjährigen Urenkel Philipp auch Urenkel Matthias zur Familien.
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