Stadt erhält Lebensmittel-Ausgabestelle der Weidener Tafel - In der AWO-Sozialstation - Helfer ...
Silberstreif für Bedürftige

Karin Gesierich gab bereits vor drei Jahren den Anstoß zur Gründung einer Tafel. Jetzt soll zumindest eine Ausgabestelle für Lebensmittel für Bedürftige eingerichtet werden. Bürgermeister Andreas Wutzlhofer (links) und Josef Gebhardt als Vorsitzender der Weidener Tafel bringen die Einrichtung mit auf dem Weg. Bilder: dob (2)
Lokales
Vohenstrauß
31.01.2015
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Nun gibt es einen Lichtblick für Bedürftige in der Region: Die ehemalige Kreisstadt bekommt eine Ausgabestelle der Weidener Tafel. Sie soll unter dem Dach der Sozialstation der Arbeiterwohlfahrt (AWO) Platz finden und einmal wöchentlich Lebensmittel an Berechtigte ausgeben.

Die Leiterin der Sozialstation, Karin Gesierich, strahlte im Rathaus: "Es ist endlich geschafft." Die Idee hatte sie bereits 2012. Doch der logistische Aufwand schien seinerzeit zu groß. Die Gründung des Vereins "Lebenswert" war dann der erste Schritt.

Kramer für die Logistik

Von der Weidener Tafel waren zu dem Informationsabend Vorsitzendem Josef Gebhard, dessen Stellvertreter Engelbert Mayer und Beisitzerin Birgit Käs gekommen. Mit Sonja Kramer stehe nun auch eine verantwortliche Person zur Verfügung, die den erheblichen organisatorischen Aufwand mit möglichst vielen freiwilligen Helfern in die Hand nehmen will, sagte Bürgermeister Andreas Wutzlhofer. Ein Zeitungsartikel über die Schaffung einer Ausgabestelle in Schirmitz habe das Thema in Erinnerung gerufen, und so stehe man nun kurz vor der Umsetzung. Der Rathauschef erhofft die Mithilfe vieler Bürger. Dass sich zu wenig Leute bereitfinden, ist seine Sorge.

Gebhardt hält die Versorgung der östlichen Region für besonders wichtig. Immerhin bedienten sich 55 Personen aus dem Altlandkreis Vohenstrauß bei der Weidener Tafel. Insgesamt seien rund 1600 Abholer gemeldet. Seit der Flüchtlings-Zuzüge sei der Bedarf erheblich gestiegen, was zu längeren Öffnungszeiten führte. "Derzeit sind wir noch in der glücklichen Lage, dass wir genügend Lebensmittel haben." Die Tafel könne nur abgeben, was gespendet wurde. Es werde auf keinen Fall zugekauft, erklärte Gebhardt.

Kurze Wege der Vorteil

70 ehrenamtliche Mitarbeiter managen in Weiden die Logistik. Mayer sei täglich vor Ort, er und Käs meist drei Tage pro Woche oder auch öfter. Momentan gebe es mit Rothenstadt und Mantel zwei Ausgabestellen. Schirmitz sei bereits wieder geschlossen, da der Ehemann der Verantwortlichen gestorben sei. Die Aufgabe sei stark an Personal gebunden, verdeutlichte Gebhardt. Der Vorteil der Ausgabestelle vor Ort liege in den kurzen Wegen. Die Pakete müssten von etwa fünf Helfern aus Vohenstrauß jeden Dienstag von 9 bis 12 Uhr in Weiden fertig gepackt und mit der Adresse des Empfängers versehen werden. Anschließend würden sie zur AWO-Sozialstation nach Vohenstrauß transportiert. Am späten Nachmittag sei dann die Ausgabe, was bei genügend Helfern rund einer halbe Stunde dauere. Ein Paket koste drei Euro. Die Berechtigten dürften nicht selbst, wie in Weiden üblich, frei auswählen. Auf den Anmeldebögen könnten die bevorzugten Lebensmittel jedoch vermerkt werden. Zwischen Weiden und Vohenstrauß hin und her zu pendeln, sei nicht möglich. Aus dem gleichen Grund scheiterte das zusätzliche Projekt am Hammerweg in Weiden. "Es gibt eine moralische Verpflichtung."

Wer nicht persönlich kommen könne, dürfte einen Verwandten oder Bekannten beauftragen. Bei bei Verhinderung sollte die Ausgabestelle informiert werden, appellierte Gebhardt an die Bedürftigen. Die Berechtigungsausweise und aktuellen Bescheide über die Grundsicherung für Arbeitssuchende, wegen Erwerbsminderung oder Grundsicherung im Alter sowie über eine geringfügige Rente ohne weitere Einkommen müssten beim Abholen vorgelegt werden. Hin und wieder gebe es auch unverkaufte Karten für Kulturveranstaltungen. "Bei der Traumfabrik waren rund 100 Leute von uns eingeladen", merkte Gebhardt an.

Homepage wird erweitert

In nächster Zeit soll die Tafel-Homepage in Weiden für Mantel und Vohenstrauß erweitert werden. Wutzlhofer wollte wissen, ob Gaststätten Gutscheine an die Bedürftigen verteilen dürften, wenn sie zu viel Essen gekocht hätten, bevor die Mahlzeiten im Mülleimer landen. Gebhard entgegnete, dass dies jederzeit möglich sei. "Es ist ein Anfang", versicherte AWO-Orts- und Kreisvorsitzende Gesierich, die ihre Räume gerne zur Verfügung stellt.

Wer mithelfen will, meldet sich bei Karin Gesierich unter Telefon 09651/91230 werktags von 8 bis 12 Uhr bei der AWO-Sozialstation.
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