Stadt legt zwei Brunnen still

Lokales
Vohenstrauß
06.07.2015
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Zwei Quellgebiete der Großgemeinde Vohenstrauß sind seit Jahren in der Diskussion. Nun handelte der Stadtrat und ließ die beiden Wasserschutzgebiete auf.

In Oberlind wird sich nun doch vorerst kein weiterer Gewerbebetrieb ansiedeln. Nachdem das Landratsamt größere Bedenken hinsichtlich einer Einbeziehung von Außenbereichsflächen in dem Ortsteil angemeldet hatte, hob der Stadtrat am Donnerstag seinen Beschluss vom Mai wieder auf. Laut Bürgermeister Andreas Wutzlhofer wird sich der bauwillige Interessent nun anderweitig umsehen.

In zwei weiteren Tagesordnungspunkten ging es um die Auflassung von zwei Wasserschutzgebieten. Bauamtschef Hans Balk erläuterte den Räten den Sachverhalt. Beim Tiefbrunnen IV ergaben Untersuchungen, dass nicht zweifelsfrei ausgeschlossen werden könne, dass von der stillgelegten Mülldeponie "Am Kösslbühl" jetzt oder später eine Gefährdungspotenzial für den Tiefbrunnen IV ausgehen kann. Derzeit könne kein ausreichender Schutz garantiert werden, kein langfristiges Wasserrecht antragt und kein wirksames Schutzgebiet ausgewiesen werden. Das Wasserwirtschaftsamt forderte keinen Rückbau des Brunnens. Allerdings müsse bei der Stilllegung des Brunnens die Pumpe ausgebaut werden.

Die Stadtverwaltung überlegte, den Brunnen für Brauchwasserzwecke zu nutzen. Hierfür wären jedoch weitere Auflagen zu erfüllen und Dokumentationen erforderlich. Es kämen laufende Kosten und Investitionen auf die Stadt zu. Deswegen beschloss der Stadtrat, eine Brauchwassernutzung nicht zu beantragen.

Verlässlicher Partner

Aufgelassen für die Trinkwasserversorgung wird ebenso das seit Oktober 2008 abgeleitete Quellgebiet Platte. Hier will man jedoch zumindest eine Nutzung des Brauchwassers ermöglichen, da diese Wasser im freien Gefälle in den nicht mehr genutzten Hochbehälter an der Waidhauser Straße fließt. Ob sich eine Nutzung beispielsweise zur Bewässerung des Sportzentrums rentiert, sollen weitere Planungen und Berechnungen zeigen. Durch die Stilllegung der Brunnen sei die Versorgung mit Trinkwasser keinesfalls gefährdet. Balk und Bürgermeister Andreas Wutzlhofer versicherten, dass die Stadt mit der Steinwaldgruppe einen sehr zuverlässigen und sicher planenden Partner an der Seite habe.

Wutzlhofer verkündete, dass der Bebauungsplan für das Sondergebiet "Hinterm Freibad" nun endlich rechtswirksam sei. Er hoffe, dass die Interessenten nun auch ihre reservierten Flächen kaufen werden. Dorit Schmid fragte nach, ob man nicht eine neue Sammelstelle für Elektroschrott errichten sollte. Der bisherige Standort an der Tankstelle Bergler sei mit der neu verpflichteten Abfallfirma Kraus in Vohenstrauß aufgelöst und nach Lohma versetzt worden.

Der Vorschlag von Hans Gösl, eine derartige Sammelstelle im Bauhof einzurichten, wurde von Wutzlhofer für nicht praktikabel eingeschätzt: "Dann haben wir noch mehr Verkehr und Gedränge im Bauhof." Bauhofleiter Karl Frey meinte, dass sich die Firma Kraus um dieses Problem kümmern müsse. Mit dem Wechsel der Zuständigkeit von der Firma Bergler zur Firma Kraus dürften sich keine Nachteile für die Verbraucher ergeben.

Gehen, wenn's zwickt

Dr. Volker Wappmann hätte im Stadtpark gerne öffentliche Toiletten. Bei den gut besuchten Serenaden käme es immer häufiger vor, dass besonders ältere Bürger vor einem Problem stehen, wenn sie bis zur nächsten öffentlichen Toilette am Friedhof laufen müssen. Wutzlhofer sieht die Anfrage kritisch, da solche Anlagen seiner Meinung nach nur mit erheblichem Aufwand sauber gehalten werden können. Außerdem: "Wenn's zwickt, muss ich halt rechtzeitig die 250 Meter zum Friedhof runterlaufen." Der Bürgermeister will aber mit dem angrenzenden Autohaus Hopf sprechen, ob man im Zuge des geplanten Umbaus eventuell eine gemeinsame Lösung finden könnte.
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