Thujen-Hecke einfach "grässlich"

An der neugepflanzten Thujen-Hecke entlang des Bauhofs scheiden sich die Geister. Ludwig Beierl hätte sich über eine einheimische Pflanzenart oder eine blühende Hecke gefreut. Die böte zumindest Hummeln und Bienen einen "reich gedeckten Futtertisch". Bild: dob
Lokales
Vohenstrauß
07.07.2015
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Spontaner Applaus in einer Bürgerversammlung gibt es eher selten, noch dazu für eine Einzelperson. Im großen Saal des Rathauses erhielt die Bauhof-Angestellte Sabine Dworzak diese Beifallsbekundung ganz für sich allein.

Grund ist der schöne Blumenschmuck an Straßen und Plätzen im Stadtgebiet, für den sie verantwortlich ist und bei den Vohenstraußern großen Gefallen findet. Ludwig Beierl verteilte viel Lob "an die weibliche Angestellte". Nachdem sich Dworzak unter den 21 Zuhörern befand, stellte sie Bürgermeister Andreas Wutzlhofer vor.

Gute Stube lebenswerter

Sie habe den Friedhof auf Vordermann gebracht und sie wisse, was sie machen müsse, betonte Beierl. "Das ist eine hervorragende Leistung", fand der Sprecher, bevor Applaus einsetzte, dem sich auch die neun Stadträte nicht enthielten. Dem pflichtete auch Wutzlhofer bei: "Die gute Stube der Stadt wurde durch den Blumenschmuck lebenswerter und bringt uns nach vorne. Da wollen wir weiter dran bleiben und ebenso die Blumenwieseninseln forcieren."

Dagegen erhielt die Idee von Wutzlhofer und Außendienstleiter Karl Frey - eine Thujen-Hecke am Bauhof als Sichtschutz zu den Häusern entlang der Kößlmühlstraße, die im rückwärtigen Teil an den Bauhof grenzen, zu pflanzen - schlechteste Noten von Beierl, die er einfach nur als "grässlich" bezeichnete.

"Der Bauhof braucht keinen Sichtschutz, denn man soll ja wissen, was die tun." Im privaten Bereich sei das ganz anders. Im Übrigen hätte man dann viel lieber einheimischen Hecken, die eventuell sogar blühen und den Hummeln und Bienen einen gedeckten Tisch böten, den Vorzug geben müssen, prangte der Vohenstraußer an. Wutzlhofer sagte, dass die Anwohner den Sichtschutz gefordert hätten, nachdem der kaputte alte entfernt wurde.

Eine weitere Beobachtung machte Beierl im Winter hinsichtlich des Räumdiensts auf dem Fußgänger- und Fahrradweg von Altenstadt nach Waldau. "Warum fährt das Räumfahrzeug den gleichen Weg wieder zurück? Viel besser könnte man auf dem Rückweg von Waldau nach Altenstadt gleichzeitig den Bocklweg von Schnee und Eis befreien." Nachdem der Landkreis nun über "keinen Radl fahrenden Landrat mehr verfügt", beschlich Beierl die Sorge, dass sanierungsbedürftige Radwege ins Hintertreffen geraten könnten, obwohl "nun in Leuchtenberg ein Gleichgesinnter regiert". Betroffen davon sei ein Teilstück des Lerautal-Radwegs von Steinach zur Kläranlage nach Unterlind, das große Schlaglöcher aufweise. Davon gehe eine große Unfallgefahr für Nutzer aus, warnte Beierl.

Marode Straße

Allerdings befinde sich das sanierungsbedürftige Stück auf Leuchtenberger Gebiet, versicherte das Stadtoberhaupt. Er entgegnete auf Beierls Spitze, dass auch die frühere SPD-Bürgermeisterin Waltraud Benner-Post kein Visum brauchte, wenn sie zu ihm wollte. Er werde sich aber wegen der maroden Straße mit Anton Kappl kurzschließen.
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