Tollkühne Hobbypiloten

Stefan Vogl aus dem niederbayerischen Dornwang hatte in seine Extra 330 LX einen Smoker eingebaut, der bei einer vierminütigen Freestyle-Vorführung zur Musik eine dichte Rauchwolke ausstieß. Bild: dob
Lokales
Vohenstrauß
20.07.2015
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Es war eine Flugschau der Extraklasse, die der Modellsportclub (MSC) anlässlich des 40-jährigen Bestehens auf die Beine stellte. In halsbrecherischen Manövern zeigten knapp 30 Hobbypiloten den vielen Besuchern, was ihre selbstgebauten Maschinen leisten.

Der Jubiläumsverein wurde am Wochenende mit einem bombastischen Ansturm belohnt. Das Flugareal wurde zum Mekka vieler neugieriger Besucher und zog sie in den Bann. 37 Maschinen waren zu sehen. "Eine fantastische Veranstaltung", versicherte ein Beobachter.

Vorsitzender Siegfried Schober und Ehrenvorsitzender Günter Pschibl freuten sich mit den Mitgliedern über einen beachtlichen Erfolg. Spätestens, als sich die drei Aermacchis MB 339 mit einer Spannweite von 280 Millimetern und einem Gesamtgewicht von 24,5 Kilogramm von Tim Stadler aus Etzenricht und Robert sowie Sebastian Fuchs aus Stöckelsberg am Samstag zum Formationsflug in rasender Geschwindigkeit in die Lüfte erhoben, hörten die Bewohner der Umgebung, dass das Jubiläumsfest eröffnet worden war.

In halsbrecherischen Manövern zeigten knapp 30 Hobbypiloten den vielen Besuchern, was ihre selbstgebauten Maschinen leisten. Bilder von Elisabeth Dobmayer.


Stefan Vogl aus dem niederbayerischen Dornwang verbrauchte für eine zehnminütige, atemberaubende Flugvorführung einen Liter Sprit. In seine Extra 330 LX baute der Bastler sogar einen Smoker ein, der bei einer vierminütigen Freestyle-Vorführung zur Musik eine dichte Rauchwolke ausstieß und vor allem die kleinen Besucher in schiere Aufregung versetzte. Ein außergewöhnliches Gerät führte Peter Lindner - der sich im gastgebenden Verein vor allem um den Nachwuchs annimmt - vor, als er einen Tragschrauber (ein Zwitter aus Hubschrauber und Flieger) aufsteigen ließ. "Es ist unglaublich, dass so etwas fliegt", schwärmte der Moderator der Flugshow, Matthias Kraus aus Sulzbach-Rosenberg, der die Besucher mit Daten versorgte.

Gut aufpassen

Dabei hieß es für den Besitzer, ganz besonders gut aufpassen, denn immerhin ist der Tragschrauber der Firma Robbe schon 30 Jahre alt und ein Ersatzteil kaum mehr zu bekommen. Außerdem ist es der Einzige, den es in der Region gibt. Der Flieger ist extrem wendig und ein Zahnrad treibt den Rotor an. Richard Lachmayr aus Regensburg kam mit seiner weißen Piper PA 18.

Eigentlich handelt es sich dabei um ein Transportflugzeug für Fallschirmspringer. Für das Jubelfest nahm Lachmayr allerdings Bonbons an Bord und warf sie über den Zuschauern ab. Er hatte auch den originalgetreuen Nachbau eines Flugzeugs der griechischen Gesellschaft Olympics, eine Short Skyvan, mitgebracht.

"Dr. Speed" wird der Deutsche Meister Dr. Marcus Koch aus Zilchenricht bei Schwarzenfeld in Fliegerkreisen nur genannt. Mit seiner extrem leichten Typhoon XS aus Karbonfasern erreichte er eine Geschwindigkeit von 483,77 Kilometern pro Stunde. Vlastimil Sloup aus dem tschechischen Tachau setzte seine Oracle Extra 300 L mit einem Hacker-Motor A 1590 in Bewegung. Außerdem hatte er als Besonderheit eine Sultan 5 E im Schlepptau. Das Piper PA 18-Modell von Stephan Holzgartner aus Pfreimd ist mit einem exklusiven Vier-Takt-Motor ausgestattet und verfügt über 9,5 PS.

Beleuchtete Nachtflüge

Andreas Lang aus Freudenberg besitzt mit einer F-105G einen Starfighter, der dem Kampfflugzeug der Bundeswehr nachgebaut wurde. Christof Neidl aus Burglengenfeld führte einen Viper-Jet vor. Begeisterung löste ebenso eine Focke Wulf 190 mit einer Spannweite von 2,16 Metern im Maßstab 1:49 von Oliver Schuster aus Hummeltal aus. Vor allem die bunt beleuchteten Nachtflüge am Samstagabend begeisterten die Zuschauer, die das Kunstflugprogramm mit diesem Szenario abrundeten und zu einem Erlebnis werden ließen. Die tollkühnen Figuren forderten den Piloten am Boden mit ihren Steuerungen Disziplin und höchste Konzentration ab. Die Modellsportler hatten es geschafft, eine große Vielfalt an Fliegern zu präsentieren und sie mit perfekten Landungen wieder auf den Boden zurückzuholen.
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