Ungewöhnliche Predigt zum Erntedankfest - Hoffnung auf bessere Welt unerfüllt
Trabi-Düfte in der Nase

Lokales
Vohenstrauß
08.10.2014
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25 Jahre ist es her, dass der Eiserne Vorhang fiel. Die Grenzen nach Osten gingen auf. Eine friedliche Revolution, die der evangelische Stadtpfarrer Peter Peischl in Schwarzenbach an der Saale hautnah miterlebte. "Würziges Zweitaktgemisch war zu riechen, tuckernde Trabis bestimmten auf einmal das Stadtbild." Am Erntedanksonntag erinnerte er sich an diese Zeit. Manchmal, so teilte der Geistliche mit, möchte er mit richtigen Worten seine Gefühle ausdrücken: Wenn der Tisch frisch gedeckt sei, alle beieinander sitzen, wenn das frisch geschnittene, Brot dufte und bei jedem Blick über den Tisch das Wasser im Mund zusammenlaufe. Wie armselig kommen ihm dann die Worte des Tischgebets seine Familie vor.

Die Hoffnung auf eine bessere Welt habe sich nach der Wende nicht voll erfüllt. Ukraine, Syrien, IS-Terror und vieles andere bestimmten die Schlagzeilen. Trotzdem: "Wir können in Frieden leben. Gott sei Dank." Vielleicht, so führte Peischl in seiner Erntedankpredigt weiter aus, "dürfen wir demnächst etwas davon weitergeben an Flüchtlinge oder Asylbewerber, die nach Vohenstrauß kommen". Da sei die evangelische Gemeinde dann auch gefragt. Gutes tun und mit anderen teilen, dies gefalle Gott. "Erntedank - aber auf andere Weise." Der Erntedanktag möge dann zu einer Wegmarke werden. "Weil dieser Tag ins Gedächtnis rufen will, wofür wir eigentlich zu danken haben."
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