Verhandlung in Vohenstrauß: Schirmitzer soll Plastikflasche aus Auto geworfen haben - Keine ...
Im hohen Bogen bis vors Gericht

Lokales
Vohenstrauß
15.04.2015
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Eine Plastikflasche beschäftigte am Montagvormittag das Amtsgericht Vohenstrauß. Ein 29-jähriger Schirmitzer hatte gegen ein Bußgeld in Höhe von 88,50 Euro Einspruch eingelegt. Ihm wurde vorgeworfen, dass er im Juli 2014 eine PET-Flasche auf der Fahrt zwischen Weiden und Schirmitz aus dem fahrenden Auto geworfen und dadurch den Wagen einer nachfolgenden Frau aus Weiherhammer leicht beschädigt hatte. Dies bestritt der Beschuldigte vehement.

Richter Hermann Sax hörte sich die beiden Versionen der beteiligten Autofahrer an. Der 29-jährige Büroangestellte erklärte, dass die PET-Flasche schon auf der Straße lag, als er mit seinem Audi darüberfuhr. Es habe einen mächtigen Schlag gegeben. Zu keiner Zeit habe er auf dieser Fahrt sein Fenster geöffnet, um etwas hinauszuwerfen. Er habe diese Flasche nie in der Hand gehabt. Das könne seine Freundin als Beifahrerin bezeugen.

Die Polizei habe an jenem Tag um 22 Uhr, als er gerade spazieren ging, seine Lebensgefährtin aus dem Bett geklingelt - obwohl der Audi auf seinen Vater in Freihung zugelassen sei. Die Beamten hätten seine Freundin unter Druck gesetzt. Sie solle doch zugeben, dass die Flasche aus dem Fenster geworfen wurde. Fingerabdrücke würden dies beweisen. Allerdings, so der Beschuldigte, seien gar keine Fingerabdrücke von ihm oder seiner Freundin genommen worden. Auch auf seine Bitte hin habe die Polizei darauf verzichtet.

Das Strafverfahren gegen ihn wegen gefährlichen Eingriffs in den Straßenverkehr habe die Staatsanwaltschaft bereits vor Monaten eingestellt. Die 21-jährige Zahnarzthelferin aus Weiherhammer, die ebenfalls als Zeugin geladen war, behauptete, dass sie eindeutig gesehen habe, dass die Coca-Cola-Flasche aus dem vor ihr fahrenden Auto geworfen wurde und dann im hohen Bogen an den linken Kotflügel ihres Wagens prallte.

Der mit der Sache betraute Beamte der Polizeiinspektion Weiden gab vor dem Amtsgericht an, dass die Flasche zwar von einer Streife als Beweismittel gesichert worden war, allerdings mittlerweile vernichtet worden sei.

Der Richter verzichtete danach auf weitere Zeugenaussagen und stellte das Verfahren gegen den Schirmitzer ein. Die Kosten trägt die Staatskasse - mit Ausnahme der eigenen Auslagen des Betroffenen.
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