Vohenstrauß attraktiv gestalten

Lokales
Vohenstrauß
11.04.2015
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Ein "Rundum-Wohlfühl-Paket" kann die Stadt ihren Einwohnern laut Bürgermeister Andreas Wutzlhofer nicht bieten. Trotz aller Anstrengungen sei Eigeninitiative gefragt: "Bürgerliches Engagement brauchen wir als Kommune, um das aufzufangen, was Verwaltung und Institutionen nicht leisten können."

Der Haushalt 2015, den Stadtkämmerer Rainer Dötsch am Donnerstag in der Stadtratssitzung vorstellte, stieß bei den einzelnen Fraktionen auf große Zustimmung. Bei einem Investitionshaushalt von rund 4,34 Millionen Euro werden keine neuen Kredite aufgenommen. Die Kommune steuert weiter auf Entschuldungskurs. Das belegt nicht zuletzt die niedrige Pro-Kopf-Verschuldung von 201 Euro. Alle Sprecher dankten Dötsch für seine akribische Arbeit.

Wutzlhofer ist mit der Entwicklung sehr zufrieden: "Vohenstrauß ist eine attraktive Stadt, in der man sich wohlfühlen kann. Diese Tendenz gilt es fortzusetzen und auszubauen." Angesichts der zunehmenden Zahl von Asylsuchenden und Bürgerkriegsflüchtlingen, die in Vohenstrauß aufgenommen werden, werde deutlich, "auf welch friedlichem Flecken Erde wir in Deutschland und hier in Vohenstrauß leben".

Der Bürgermeister ging auf einige Entscheidungen der vergangenen Wochen und Monate ein. Zugunsten der Innenstadt müsse man im Außenbereich sehr enge Grenzen setzen: "Ich denke hier an die Ansiedlungspläne von Kaufland in der Nähe des Kreisverkehrs. Das wäre ein großes Problem für die Innenstadt geworden. Eine Stadt wie Vohenstrauß kann nur attraktiv bleiben, wenn die Innenstadt belebt bleibt."

Schlossareal revitalisieren

Wichtig sei ihm die Revitalisierung des Schlossareals. Mit der erfolgreichen Bewerbung bei der Behördenverlagerung sei man diesem Ziel einen großen Schritt näher gekommen. "Ein Neubau auf der grünen Wiese oder die Unterbringung im derzeitigen Amtsgericht in der Pfarrgasse ist nicht unser städtebauliches Ziel." Vorrangige Aufgabe sei es, Minister und Staatssekretär davon zu überzeugen, dass die Behörde nur im ehemaligen Amtsgericht optimal untergebracht sei.

Wichtig für die Neuansiedlung von Betrieben sei der Ausbau des Hochgeschwindigkeitsnetzes. Deswegen habe bei dem 873 000 Euro teuren Projekt das Gewerbegebiet hierbei Vorrang: "Breitband ist ein unverzichtbarer Standortfaktor, sicher und schafft neue Arbeitsplätze." Die Ausweisung von neuem Baugebiet sei notwendig, um Vohenstrauß auch nachhaltig zu einer interessanten Wohnstadt zu entwickeln.

CSU-Sprecher Alfons Raab schlug in seiner Stellungnahme in die selbe Kerbe: "Noch sind die Leerstände am Marktplatz überschaubar, aber wir müssen auf der Hut sein, damit wir nicht das gleiche Schicksal erleiden wie andere Orte." Raab betonte, dass durch Kindergärten, Krippen und Schulen die Kinderbetreuung in der Stadt auf ein hohes Niveau gebracht worden sei: "Es wurden individuelle und qualitativ hochwertige Betreuungsorte geschaffen." Zum Thema Mittelschule meinte er: "Wenn auch die Kosten für die Erweiterung höher als vorher geplant sich entwickelten, war die Umsetzung des Vorhabens absolut wichtig und richtig."

Heinrich Rewitzer sprach für die SPD von einer "relativ guten Einnahmesituation" der Stadt und dankte den Firmen, Banken und Arbeitnehmern dafür. Mit Sorge sehe er die Steigerung der Ausgaben im Bereich der Kinder-, Jugend- und Familienhilfe: "Das macht uns große Sorge, weil wir hinter jedem ausgegebenen Euro persönliche Schicksale sehen." In Sachen Energiewende habe sich leider in der Kommune noch nicht viel getan, "obwohl wir jedes Jahr darauf drängen". Eine Herausforderung werde künftig die Überalterung der Bevölkerung: "Gerade hier muss rechtzeitig gegengesteuert werden."

Glückliche Stadt

Den "insgesamt sehr erfreulichen Haushalt" begrüßten auch die beiden Fraktionssprecher Martin Gleixner (Freie Wähler) und Hans Gösl (FDP/UW). Die Stadt könne sich glücklich schätzen, dass man es sich noch leisten könne, ehrenamtliches Engagement durch freiwillige Leistungen zu honorieren. Gösl verwies auf die rund 900 000 Euro, die heuer aus den Rücklagen entnommen werden. Vielleicht gelinge es ja, dieses Geld nicht in voller Höhe auszuschöpfen.
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