"Von elementarer Bedeutung"

Lokales
Vohenstrauß
22.10.2014
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Feuerwehrleute sind bereit, in brennende Häuser zu laufen und zu löschen, verletzte Menschen nach einem Verkehrsunfall zu bergen oder bei Unwettern zu helfen. Sie sind Lebensretter und werden deshalb geehrt.

12 dieser Einsatzkräfte haben in einer Feierstunde im kleinen Rathaussaal für 25 und 40 Jahre aktive Feuerwehrzeit das silberne und goldene Ehrenzeichen bekommen. Der Festakt war eine Hommage an das Ehrenamt. Erstmals in seiner Funktion als Landrat war Andreas Meier dabei, der selbst den Funkwecker am Gürtel trägt.

Vor Jahrzehnten sei der Funke, der Organisation beizutreten, auf die Kameraden übergesprungen, wählte Bürgermeister Andreas Wutzlhofer einen bildlichen Vergleich. Dann habe das Feuer für den Feuerwehrdienst zu lodern begonnen. Er brachte den Dank der Stadt zum Ausdruck.

Anpacken und zupacken

Anpacken und zupacken sei ein Ehrenkodex der Feuerwehren. Für die Großgemeinde und den ländlichen Raum sei das Ehrenamt Freiwillige Feuerwehr von elementarer Bedeutung und ein unverzichtbarer Bestandteil des Rettungswesens, erkannte das Stadtoberhaupt. Erst in der vergangenen Woche beim Brand in Neumühle sei deutlich geworden, wie schnell Mitbürger Hilfe benötigen. Gleiches würden aber auch die vielen Einsätze 2013 mit 197 und in diesem Jahr mit bisher 155 unterstreichen.

Mit der Auszeichnung solle nicht nur die lange aktive Zeit gewürdigt werden, verdeutlichte Wutzlhofer, sondern die Tatsache, dass sich Wehrleute uneigennützig den höchsten Anforderungen stellen, die oftmals auch psychische Belastungen mit sich bringen.

"Wir ehren eure Bereitschaft, das gesamte Privatleben und die sehr begrenzte Freizeit dem wichtigen Feuerwehrdienst unterzuordnen, aber auch den Eifer, sich ständig weiterzubilden, sich fit zu halten, um den Leistungsabruf jederzeit zu bringen." Wutzlhofer ziehe seinen Hut und bringe den zu Ehrenden seinen tiefsten Respekt entgegen. "Ihr alle seid Vorbilder, denn es ist unbestritten, dass eure langjährige Feuerwehrtätigkeit eine wirklich große, ja einmalige Lebenseinstellung ist."

Welch breites Spektrum Feuerwehren zu bewältigen haben, wusste Landrat Meier aus eigener Erfahrung als Feuerwehrmann. Als neue Herausforderungen brachte der Landkreischef Elektro- und Gasautos ins Gespräch, Photovoltaikanlagen, brennende Windräder und vieles andere mehr. Der Feuerwehrdienst sei einem ständigen Wandel unterworfen. Deshalb müsse oberste Prämisse ständige Aus- und Weiterbildung sein, um mit dem Wandel umgehen zu können. Die zu Ehrenden könnten auf eine lange technische Entwicklung zurückblicken und verfügten über einen reichen Erfahrungsschatz, den sie an die nächste Generation weitergeben. "Die Bevölkerung verlässt sich auf euch, das ist ein hoher Anspruch".

Profis sind am Werk

Feuerwehrleute genießen auch deshalb ein hohes Ansehen, weil die Bürger durch sie professionelle Hilfe erwarten können, führte Meier aus. Diese staatliche Ehrung solle ein kleines Dankeschön für den Einsatz sein. Das Abzeichen dürften sie mit Stolz tragen. Noch dazu sei das Ehrenzeichen ein Indikator dafür, dass den Feuerwehrkräften das wertvollste, was es gebe - Menschenleben - anvertraut werde.

Erstmals gab es heuer für 40 Jahre aktiven Dienst eine Seidenkrawatte sowie eine Schnupftabakdose aus Porzellan und einen einwöchigen Aufenthalt im Feuerwehrgästehaus in Bayerisch Gmain vom Freistaat dazu. Wutzlhofer überreichte außerdem jedem Feuerwehrmann einen Stadtkrug. Das goldene Feuerwehrehrenzeichen ging an Josef Scherer (FFW Böhmischbruck); Josef Schönberger (FFW Kaimling); Georg Mitlmeier und Josef Herrmann (FFW Roggenstein) sowie Otto Peugler und Heinrich Rewitzer (FFW Vohenstrauß). Das silberne Ehrenkreuz für 25 Jahre erhielten Markus Süss (FFW Vohenstrauß), Christian Reil (FFW Roggenstein), Heimo Bauer und Paul Beimler (FFW Kaimling) sowie Manfred Götz und Martin Lehner (FFW Böhmischbruck).

Das Geschenk des einwöchigen Aufenthalts in Bayerisch Gmain beweise, wie der Freistaat zu seinen Feuerwehren stehe, hob Kreisbrandrat Richard Meier hervor. Die Kommandanten der einzelnen Wehren trügen außerordentlich dazu bei, dass die Mitglieder jahrzehntelang bei der Stange blieben. Heinrich Rewitzer und Markus Süss seien noch dazu als Maschinisten-Ausbilder im ganzen Landkreis unterwegs, sparte Richard Meier nicht mit Lob. 2015 werde die staatliche Förderung für Fahrzeuge und Gerätehauser angehoben, gab der Kreisbrandrat bekannt. Die Gelder der Feuerschutzsteuer dürften nicht in anderen Bereichen versickern.
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