Wald als größter Schatz

Lokales
Vohenstrauß
10.01.2015
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Es geht ums Holz und nicht um die "Kohle", wie Geld auch oft genannt wird. Dies mag in der Raiffeisenbank überraschen. Doch auch in Zukunft muss der Wald "funktionieren", sonst nützt das ganze Geld nichts.

In der Raiffeisenbank beschäftigt sich seit Donnerstag eine Ausstellung mit "nachhaltigem Wirtschaften". Dahinter stecken die Volkshochschule (VHS) und das Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten (AELF) in Weiden.

Raiffeisenbank-Vorstandsvorsitzender Karl Völkl, der mit Direktor Robert Stahl und Geschäftsstellenleiter Hermann Helm gekommen war, ließ sich nach eigener Aussage eigens für die Schau einen Bart wachsen, um als "Waldschrat" durchzugehen. Vor stellvertretender Landrätin Margit Kirzinger und etwa 20 weiteren Ehrengästen erinnerte Völkl an die amerikanische Teenager-Filmkomödie "Ich glaub', ich steh im Wald" von 1982, die nicht viel mit Wald zu tun hatte und eher die Freizügigkeit der Jugend von damals darstellte. Allerdings erlaube der Film den Rückschluss, dass sich damals niemand so recht um die Natur kümmerte. "Sie erschien nicht schützenswert und attraktiv." Der Umweltschutz habe auch erst in den 70er Jahren Einzug in den Wortgebrauch gehalten. Heutzutage seien ein Umdenken und ein Sinneswandel in Gang gekommen. Es heiße eher: "Ich freue mich im Wald zu stehen." Das früher als öde und langweilig bezeichnete Leben auf dem Land erscheine mittlerweile sogar erstrebenswert, sagte Völkl. Diese Erkenntnis müsse jedoch gepflegt werden. Beispielhaft gelinge dies mit dieser Ausstellung. Die Raiffeisenbank habe sich hier gerne eingeklinkt und stelle ihre Räumlichkeiten zur Verfügung, denn: "Der Wald ist einer unserer größten Schätze."

Nachhaltigkeit wichtig

Die VHS sei stets bemüht, umweltbezogene Themen aufzugreifen, versicherte Geschäftsführerin Erika Grötsch. Das Thema "Nachhaltigkeit" werde damit immer wieder ins Gedächtnis gerufen. "Unser Wald kann die lebenswichtigen Funktionen nur wahrnehmen, wenn wir das Prinzip der Nachhaltigkeit im Umgang mit ihm beachten", stellte Dr. Siegfried Kiener, Leiter des AELF, fest, der vor allem Schulklassen in die Ausstellung locken möchte. Das in den Medien dominierende Schlagwort Nachhaltigkeit sei für Forstleute etwas Althergebrachtes, Bewährtes, etwas, das praktiziert werde. "Unsere Waldbäume entwickeln sich vom Sämling über sogenannte Schonungen bis hin zu mächtigen Baumbeständen, und jedes Wuchsstadium prägt den Standort in spezieller Weise." Kiener wünschte den Betrachtern viele "Aha"-Effekte. Die fünf interaktiven Module führte Forstamtmann Stefan Stangl vor. Sehr plakativ wird etwa mit Holzzahnrädern gezeigt, wie rund um das zentrale Treibrad "Wald" alles ineinander greift: Ökologie, Holzverwendung, Trinkwaser, Brenn- und Bauholz, Möbel, Wald- und Forstwirtschaft, Erholung und vieles mehr.

Drastisch ist der immerwährende Kreislauf der regenerativen Energieträger Kohle und Öl gegenübergestellt. Bei letzterem kommt irgendwann das "dicke Ende". Am Computer kann sich der Besucher entweder an einem Waldquiz beteiligen oder bei einem fiktiven Waldstück selbst Förster spielen. Auswirkungen für die nächsten 100 Jahre gilt es dabei zu bedenken, und am Ende werden Punkte vergeben.
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