Weg vom reinen Party-Tempel

Der Faschingsverein war in den vergangenen Tagen sehr fleißig und freut sich heute beim Kirwa-Tanz auf viele Gäste. Die Verantwortlichen hoffen, dass der Feuerlöscher (im Hintergrund) nicht mehr zum Einsatz kommen wird.
Lokales
Vohenstrauß
22.10.2015
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Die Party in der Stadthalle, die im März deutschlandweit Aufsehen erregte, soll aus den Köpfen raus. Einen Schlussstrich ziehen will Gerald Grosser als Vorsitzender des Faschingsvereins (VFV). Zusammen mit Thomas Bauer hat er ehrgeizige Pläne für die Halle.

Das Entsetzen über die Party, die durch eine Schnapsidee eines DJs eskalierte, war enorm. Der angerichtete Schaden ebenfalls. Nach sieben Monaten ist davon jedoch nichts mehr zu sehen, die Stadthalle wieder in Topform. Die Stadt Vohenstrauß zahlte einer Reinigungsfirma einen mittleren fünfstelligen Betrag, der laut Kämmerer Rainer Dötsch komplett von der Versicherung übernommen wurde.

Fleißige Truppe

Der Faschingsverein setzte zusätzlich einen Trupp ein, der in etlichen Stunden abmontierte, schrubbte und wieder aufbaute. Unter anderem kümmerten sich die VFV-Leute um ihre Showtreppe. Ein Sachverständiger nahm die Stadthalle vor und nach der Reinigung mehrmals unter die Lupe. Einzig die Sanierung des Parkettbodens steht noch aus. Diese Arbeiten werden aber erst nach der Faschingssaison über die Bühne gehen. Grosser kann mit dem Kapitel Stadthallensanierung also langsam abschließen.

Die Krux sei nur, dass nicht alles gleich sofort kaputt gewesen sei: "Das Salz-Kalk-Gemisch frisst sich langsam durch und macht dann mit der Zeit die Platinen kaputt." So geben nun immer mehr Deckenlampen ihren Geist auf. Aber das Licht in der Stadthalle soll nach dem Willen des Faschingsvereins noch lange nicht ausgehen. Ganz im Gegenteil. Der neue VFV-Vorstand, der seit Mai am Ruder ist, hat sich Einiges vorgenommen. Die Verantwortlichen erstellten eine interne Wunschliste, auf der zum Beispiel eine neue Theke im hinteren Bereich der Stadthalle steht.

Grosser holte sich für sein neues Konzept einen erfahrenen Mann an die Seite: Der Vohenstraußer Thomas Bauer (35) ist als Betreiber des Salute in Weiden und der Alten Glasfabrik in Vohenstrauß der richtige Kompagnon, um namhafte Bands, Künstler und Comedians in die ehemalige Kreisstadt zu holen. Bauer ist begeistert von den Möglichkeiten, die die Stadthalle bietet: "Da passt alles, der Standort mit einem riesigen Einzugsgebiet, die große Bühne, man hat Platz für 500 Leute - alles perfekt."

Heute Kirwa-Tanz

Grosser zum neuen Konzept: "Wir wollen vom reinen Party-Tempel weg und zur Veranstaltungs-Hochburg werden." Den Anfang macht heute der Kirwa-Tanz mit der Band "D'Urwaidler". Auf ein Highlight freuen sich die beiden Veranstalter dann am Samstag, 31. Oktober, mit der "Stodlparty 2.0" mit den bekannten Gruppen "Da Boanad", "Karin-Rabhansl-Band" und "Gsindl". Die jungen Leute sollen laut Grosser aber weiterhin nicht zu kurz kommen. Am 19. Dezember wird zu einer Party in die Stadthalle eingeladen. Besonders stolz ist Bauer auf die Verpflichtung der Musik-Kabarettistin Lizzy Aumeier am 14. Mai. Live-Auftritte von Künstlern sollen nicht nur rein auf das jugendliche Publikum abzielen.

Bauer und Grosser wollen mit drei bis vier Veranstaltungen im Jahre loslegen. Nach wie vor offen sei man für Aufführungen des Landestheaters Oberpfalz in der Stadthalle. Aber auch Großveranstaltungen von Vereinen und Verbänden sollen künftig wieder in Vohenstrauß stattfinden. Fest eingeplant ist das Public Viewing zur Europameisterschaft im Juni/Juli 2016.

Bis Februar arbeitet der VFV natürlich sein Standardprogramm ab. Die Vorfreude ist riesig, sämtliche Gruppen und Garden bereits fleißig im Training. Grosser: "Wir haben heuer einen extrem kurzen Fasching. Bis zum 8. Februar werden aber alle gewohnten Bälle und Veranstaltungen wie gehabt über die Bühne gehen. Dazu kommt heuer noch das Prinzenpaartreffen am 14. Januar."
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