Bürgerversammlung im Ortsteil Oberlind
Glockenturm für Unterlind

Neben dem Dorfkreuz wünschen sich die Unterlinder einen Glockenturm, der im kommenden Jahr verwirklicht werden soll. Für die Umfeldgestaltung sind 25 000 Euro vorgesehen. Bild: dob
Politik
Vohenstrauß
06.10.2016
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Im kommenden Jahr wollen die Bewohner von Unterlind in Eigenleistung einen Glockenturm bauen. Alfred Uschold und Anton Meißner sind schon eifrig bei der Sache. Bürgermeister Andreas Wutzlhofer hat dazu in der Bürgerversammlung eine gute Nachricht.

Oberlind. Zur Umfeldgestaltung sollen 25 000 Euro in den kommunalen Haushalt eingestellt werden. Ein erster Plan, den Außendienstleiter Karl Frey skizzierte, existiert bereits.

Die Dorfbewohner hatten in der Versammlung keinen einzigen Antrag an den Rathauschef gestellt. Lediglich zu Informationszwecken nutzten die Teilnehmer die Zusammenkunft und stellten die eine oder andere Frage, nachdem das Stadtoberhaupt Bezug auf die örtlichen Themen genommen hatte.

Lob für Feuerwehr


Wutzlhofer würdigte den vorbildlichen Einsatz der Feuerwehr bei der Umbaumaßnahme des Gerätehauses. Lediglich die Kosten des neuen Sektionaltors und Putzarbeiten in Gesamthöhe von 5200 Euro leistete die Stadt. "Das ist eine großartige Eigenleistung", anerkannte der Bürgermeister und gab das Lob stellvertretend an Vorsitzenden Herbert Zitzmann im Gasthof Anzer weiter.

Die von Erwin Scherer im Vorfeld gemeldete fehlende Ortstafel wurde vom Bauhof abgebaut und werde durch eine neue ersetzt, informierte Wutzlhofer. Der Feld- und Waldweg vom Anwesen Scherer ins Waldgebiet Elm soll baldmöglichst mit Schotter ausgebessert und mit einem Dachprofil zur Wasserführung versehen werden, hieß es.

Josef Braun aus Unterlind wollte wissen, ob der Straßenzug von der Kläranlage in Unterlind in Richtung Steinach ad acta gelegt wurde oder ob er noch irgendwann mit Leuchtenberg auf den Weg gebracht werde. "Die Löcher werden immer größer." Leuchtenbergs Bürgermeister Anton Kappl wolle dazu einen Ortstermin, entgegnete Wutzlhofer. Größtes Problem sei die Wasserführung. Laut Braun sollte der Weg aber geschottert bleiben und keinesfalls geteert werden. Willi Kellner meinte, dass es doch möglich sein müsse, dass zwei Gemeinden diese anstehende Aufgabe schultern.

Hausaufgaben gemacht


Die Gründe der Kanaluntersuchung per Kamera im Ortsteil wollte Herbert Zitzmann wissen. Frey informierte, dass das Wasserwirtschaftsamt eine regelmäßige optische Begutachtung fordere. Heuer sei eben routinemäßig Oberlind an der Reihe gewesen. Dadurch sollten eventuelle Mängel möglichst schnell aufgedeckt werden. "Wir haben nur unsere Hausaufgaben gemacht." Bei insgesamt 180 Kilometer Kanalstrecke in der Großgemeinde komme eben nach und nach jeder Abschnitt an die Reihe.

Zitzmann erkundigte sich, ob sich Tiefbrunnen, die sich nicht mehr für die öffentliche Trinkwasserversorgung eignen, nicht zu einer Brauchwasser-Entnahmestelle umbauen ließen. Frey gab bekannt, dass auch dafür eine wasserrechtliche Untersuchung gefordert werde. Außerdem müsste eine Stromversorgung verlegt werden, die viel Geld koste und dieses Ansinnen unrentabel und unwirtschaftlich machten. "Die behördliche Vorgehensweise ist sehr aufwendig."

"Weitaus schlechtere Straßen"


Willi Kellner fragte in der Bürgerversammlung nach Planungen für eine Weiterführung der sanierten Straßenzüge von der Ortsmitte aus. Bei insgesamt 127 Kilometern Straße sei es nicht möglich, alle auf einmal zu erneuern, erläuterte Außendienstleiter Karl Frey. Er plane in absehbarer Zeit die Verbindung vom Kalvarienberg bis zum Friedhof Oberlind und sicherlich auch einmal in Richtung Unterlind mit einer neuen Asphalt-Deckschicht zu versehen. "Es gibt noch weitaus schlechtere Straßen in der Großgemeinde als diese", hakte Bürgermeister Andreas Wutzlhofer ein und bat um Verständnis. "Wir versuchen möglichst viele Straßenzüge in Eigenregie zu bauen."

Biotonne und kein Ende


Das Thema Bio-Tonne und Grüngut-Container scheint noch lange nicht vom Tisch. Die Teilnehmer der Bürgerversammlung standen dieser Einführung äußerst skeptisch gegenüber. "Die Zeche zahlt der Bürger", war sich Bürgermeister Andreas Wutzlhofer sicher. Klar sei aber, wer eine Eigenkompostierung angemeldet habe, dürfe sein Grüngut nicht zum städtischen Bauhof bringen. "Im Winter gefriert der Bioabfall in die Tonne und im Sommer kriechen dir die Würmer und Maden entgegen", war die Meinung der Teilnehmer.

LED und Internet im Ortsteil


Nach und nach würden die Straßenbeleuchtungen auf die sparsameren LED-Leuchtstoffe umgestellt, beantwortete Außendienstleiter Karl Frey die Nachfrage von Herbert Zitzmann in der Bürgerversammlung. Die Trassenführung für die Breitbandkabelverlegung stehe im Ortsteil noch nicht fest, da die Stadt versuchen will, den Einbau von Unterlind her im Grünstreifen neben der Straße verlegen zu lassen, denn ansonsten müsste die sanierte Dorfstraße schon wieder aufgerissen werden.

Neuer Feldgeschworener


Michael Kindl wollte in der Bürgerversammlung von Amtsleiter Alfons Sier wissen, ob der Ortsteil nach dem Tod von Andreas Meier wieder einen Feldgeschworenen bekomme, nachdem auch Konrad Zitzmann aus Unterlind aus Altersgründen nicht mehr in der Lage sei, das Amt auszuüben. Mit der Berufung eines Nachfolgers müsse sich der Stadtrat beschäftigen, erläuterte Sier. In Zeiten von GPS trete diese Amt mehr und mehr in den Hintergrund.
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