Stadt Vohenstrauß erhält eine Million Euro aus Investitionsprogramm des Bundes
Kämmerer reibt sich die Hände

Wer würde sich nicht über eine Million Euro freuen? Man kann es Bürgermeister Andreas Wutzlhofer (links) und Kämmerer Rainer Dötsch nicht verdenken, dass sie - der eine mehr, der andere weniger - grinsen. Das Geld aus einem Fördertopf des Bundes wird für die energetische Sanierung und Barrierefreiheit im Rathaus verwendet. Bild: ck
Politik
Vohenstrauß
13.05.2016
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Wie zwei Honigkuchenpferde grinsen Bürgermeister Andreas Wutzlhofer und Kämmerer Rainer Dötsch seit Tagen um die Wette. Der Grund liegt in dem hübschen Sümmchen von einer Million Euro, über das sich die Stadt Vohenstrauß freuen kann.

Wie der Gemeindechef am Donnerstag in der Stadtratssitzung freudestrahlend verkündete, stammt das Geld aus dem "KIP" - Kommunalinvestitionsprogramm des Bundes. Damit kann die Kommune endlich die energetische Sanierung und Maßnahmen zur Barrierefreiheit des Rathauses in Angriff nehmen.

Die beiden Männer konnten es am Montagnachmittag gar nicht recht fassen, als Wutzlhofer die betreffende SMS erhielt: "Das ist, als würde Weihnachten und Ostern auf einen Tag fallen", jubelt das Stadtoberhaupt. Am letzten Tag der Bewerbungsfrist hatte der beauftragte Architekt Josef Schönberger am 15. Februar die Bewerbungsunterlagen der Stadt Vohenstrauß persönlich bei der Regierung in Regensburg abgegeben.

Schlechte Finanzkraft


"Natürlich haben wir gehofft, dass wir mit unserer wirklich sehr guten Bewerbung berücksichtigt werden", so Wutzlhofer. Der Bayerische Ministerrat hatte beschlossen, die gesamten auf Bayern entfallenden Mittel von insgesamt 289,24 Millionen Euro für Maßnahmen der energetischen Sanierung kommunaler Gebäude und Einrichtungen sowie Maßnahmen des Barriereabbaus zu verwenden.

Es durften sich nur Gemeinden beteiligen, die die Antragsberechtigung erfüllten. Angesichts der Tatsache, dass vor allem finanzschwache Gemeinden in den Genuss dieser Förderung kommen sollten, lag es nicht gerade auf der Hand, dass ausgerechnet die Stadt Vohenstrauß zu den Erwählten zählen könnte. Kämmerer Dötsch erklärt es so: "Bei uns griff das Kriterium, dass die durchschnittliche Finanzkraft je Einwohner der Jahre 2011 bis 2013 unter dem Landesdurchschnitt lag." Innerhalb der nächsten zwei Jahre muss nun die Maßnahme in Angriff genommen werden. Nach den Plänen von Architekt Schönberger kostet die energetische Sanierung mit Dämmung der letzten Geschossdecken, der temperierten Räume im Dachgeschoss, Erneuerung des Dachaufbaus und einiger Fenster- und Türelemente rund 700 000 Euro.

Dötsch: "Wir wollen damit den derzeitigen Energieverbrauch von 250 Kilowattstunden pro Quadratmeter und Jahr auf 154,5 reduzieren." Dazu kommen dann noch Baumaßnahmen zur Barrierefreiheit. Damit ist der Einbau eines Aufzugs (dort, wo sich derzeit das Nebentreppenhaus befindet) gemeint. Der Aufzug mit fünf Haltestellen, der für Rollstuhlfahrer bequem zu erreichen sei, werde etwa 420 000 Euro kosten. Von den insgesamt 1,1 Millionen Euro werden laut Dötsch 89 Prozent durch Fördermittel abgedeckt.

Potthässliche Außentreppe


Sind die Handwerker schon mal im Haus, sei es laut Bürgermeister sinnvoll, auch gleich die Brandschutz- und Fluchtwegsicherung mit abzuhandeln. "Das wird aber über das Programm nicht gefördert", erklärt der Kämmerer. Im Gespräch ist der Einbau einer Sprinkleranlage. Für Wutzlhofer die bessere Variante, da er sich mit einer "potthässlichen" Fluchtwegtreppe im Außenbereich des Rathauses aus optischen Gründen gar nicht anfreunden könne. Die Kosten für diese Maßnahmen beziffert der Architekt auf 141 000 Euro.
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