Stadtrat Vohenstrauß
Höher hinaus im Gewerbegebiet

Die geplanten Erweiterungen des Autohauses Widmann sprengen die Vorgaben des Bebauungsplans. Bild: fjo
Politik
Vohenstrauß
06.11.2016
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Unter Vorlage erster Planskizzen hat Geschäftsführer Bernd Widmann vom gleichnamigen Autohaus die Stadtverwaltung kürzlich von einer wesentlichen Erweiterung des Standortes bei der Polizeiinspektion informiert. Der Umfang des Bauvorhabens ist so beträchtlich, dass eine Änderung des Bebauungsplans auf Anraten des Landratsamts erforderlich ist.

Darüber informierte Geschäftsleiter Alfons Sier die Stadträte in der Sitzung am Donnerstagabend "im Hinblick auf die zahlreichen neuen Stellplätze außerhalb des Baufensters sowie der neuen Ein- und Ausfahrt von und zur Waidhauser Straße". Für die Verwirklichung von An- und Umbau beabsichtige das Unternehmen überdies den Erwerb städtischer Grundstücke im Bereich des Autohauses.

Beschleunigtes Verfahren


Die notwendige Änderung des Bebauungsplans nutzte das Gremium einstimmig ergänzend, um für das gesamte Gewerbe- und Industriegebiet "Vohenstrauß - Ost" höhere Gebäude zu ermöglichen. So steigt die zulässige Größe von Büro- und Verwaltungsgebäuden auf künftig drei statt bisher zweier Vollgeschosse und für gewerbliche Bauten werden bis zu zehn Meter Höhenmaß möglich.

Sier ergänzte: "Da die Firma mit dem Bau so schnell wie möglich beginnen will, dürfte es für den Bauherrn erfreulich sein, dass vom Landratsamt ein beschleunigtes Verfahren aufgrund der als Innenentwicklung eingestuften Maßnahme möglich wird." Dadurch könne eine nur einmalige öffentliche Auslegung genügen.

Zum neuen Entwurf des Landesentwicklungsprogramms Bayern erkannten die Stadträte, dass sich gegenüber der bisherigen Fassung keine Änderung für Vohenstrauß als Mittelzentrum ergibt. Mit Genugtuung vernahm das Gremium den Hinweis von Sier auf eine künftig bessere Rücksichtnahme auf das Orts- und Landschaftsbild beim Ersatzneubau großer Stromleitungen.

Windräder bei Kößing?


Betroffen hiervon wäre vor allem die 380-kV-Leitung von Rothenstadt nach Waidhaus, was eine wesentliche Trassenänderung oder gar Erdverlegung erforderlich machen würde. Der Stadtrat nahm vom Entwurf Kenntnis, sah jedoch geschlossen von einer Stellungnahme hierzu ab. Gleiches galt für den neuen Entwurf zur Änderung des regionalen Windenergieplans. Sier erinnerte an das bisherige Vorranggebiet bei Obertresenfeld in Richtung Fahrenberg. Nun gebe es eine Verlegung in Waldgebiete nördlich von Kößing. Da sich dort jedoch weit und breit keine Einspeisepunkte befänden, stelle sich die Frage, ob diese neuen Gebiete überhaupt in Betrachtung kämen.

"Was da an Leitungen zu graben und Wege zu bauen erforderlich würde, dürfte Investoren zusätzlich abschrecken", bekräftigte zweiter Bürgermeister Uli Münchmeier. Allerdings wären Windräder bis zu einer Höhe von 80 Metern möglich, ergänzte Sier. Und Stadtrat Johann Gösl meinte: "Die Kößinger werden bestimmt nicht froh sein darüber."
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