Stadtrat Vohenstrauß muss Bebauungsplan für Neubaugebiet erneut auslegen
Spagat auf der Sommerwiesen

Politik
Vohenstrauß
23.09.2016
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Schwieriger als vermutet erweist sich die Aufstellung des Bebauungsplans für das Neubaugebiet "Sommerwiesen". Am Donnerstag befasste sich der Stadtrat eingehend mit den Bedenken der Behörden und holte sich zwei Fachleute dazu. Nun muss der Plan ein weiteres Mal öffentlich ausgelegt werden.

Nachdem Landratsamt, Bund Naturschutz, Bauernverband, Wasserwirtschaftsamt und Regierung nach der ersten öffentlichen Auslegung des Plans noch einige Anregungen einwarfen, mussten die Planer möglichst rasch Lösungsvorschläge ausarbeiten. Zum einen galt es, die Forderungen des Landratsamts zum Lärmgutachten zu erörtern, das Architekturbüro Thammer hingegen war mit den Anregungen zum Flächennutzungsplan und Bebauunsplanentwurf befasst.

Im Osten der Stadt


Die Experten Alfred Bartl vom Büro "Abconsultans" und Andreas Thammer vom Architekturbüro erläuterteten den Stadträten den Spagat, den die Kommune mit dem Baugebiet an dieser Stelle im Osten der Stadt bewältigen muss. Die "Sommerwiesen" ist zwischen einem Wohngebiet und einem Gewerbegebiet platziert.


Früher habe man zwischen Wohnbebauung und Gewerbegebiet ein Mischgebiet ausgewiesen. Davon sei man aber in der Praxis mittlerweile abgekommen, da diese Areale Folgeprobleme verursacht hätten, sagte Thammer. In den Verordnungen sei dieses Trennungsgebot aber noch festgeschrieben. "Ein Trennungsgebiet durch eine Abstandsvergrößerung verbraucht aber Land, also will man so nah wie möglich aneinander rücken."


Die Lösung des Problems laute Lärmkontingentierung. Als Experte für Lärmschutz erklärte Bartl diesen Sachverhalt möglichst einfach: Wie laut sind die Betriebe? Und wie viel von dem Lärm kommt tatsächlich im Baugebiet an? Geschickte Flächenaufgliederungen und Verteilung der Lärmkontingente können die Emissionsqualität von Gewerbegebieten enorm verbessern, ohne die Lärmbelastung in der Nachbarschaft zu erhöhen.

Spitzfindig formuliert


"Es wird die tatsächliche Nutzung berücksichtigt. Wir wollen ein Baugebiet mit gesunden Wohnverhältnissen und die vorhandenen Betriebe nicht einschränken", ergänzte Thammer. Die Behörden hätten nun in ihren Stellungnahmen eine genaue Beschreibung dieser Abwägung verlangt. Die beiden Fachleute gingen auf die einzelnen Stellungnahmen ein. In vielen Punkten ergänzten sie ihre Pläne, andererseits wollten sie den teils spitzfindig formulierten Forderungen der betreffenden Behörden nicht in jedem Detail nachgeben.

Bauherren informieren


Die Stadträte waren mit den Ergänzungen zufrieden. Einzig Hans Gösl fragte nach, ob die künftigen Bauherren im Bebauungsplan auch erkennen können, welche Parzellen schallschutztechnisch problematisch werden könnten. Schließlich gebe es einige Bauplätze, bei denen vorgeschrieben ist, wo die Schlaf- und Kinderzimmer liegen müssen und dass Lärmschutzfenster eingebaut werden sollten.

Thammer erklärte, dass dies im Plan gut ersichtlich sei. Vor dem einstimmigen Beschluss, die überarbeiteten Pläne vom 4. bis 10. Oktober nochmals auszulegen, meldete sich Martin Gleixner zu Wort. Er gab dem Bund Naturschutz in seiner Forderung recht, dass die Stadt den Schutz des Trinkwassers durch eine besserere Brauchwassernutzung mehr in den Vordergrund stellen sollte.

Außerdem finde er die Idee sehr gut, auch Parzellen für Mehrgenerationen-Häuser anzubieten. Gleixner plädierte dafür, dass man den bestehenden Unternehmen in dem Gebiet weiterhin einen uneingeschränkten Betrieb ermöglichen müsse.

Schwer zu verordnen


Thammer nahm den Gedanken von neuen Wohnformen auf. "Mehrgenerationen-Häuser sind sicher wünschenswert und in dem Gebiet an einigen Stellen auch möglich. Aber es ist schwierig, sie in Form zu gießen und vorzuschreiben. Man kann das städtisch schwer verordnen."

Wir wollen ein Baugebiet mit gesunden Wohnverhältnissen und die vorhandenen Betriebe nicht einschränken.Landschaftsarchitekt Andreas Thammer
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