Stadtrat Vohenstrauß
Stadt hofft auf Zuschüsse

In den Straßenbaumaßnahmen sind auch die Verbreiterung und der Ausbau der Lagerhausstraße enthalten. Die Trasse hat sich zu einer wichtigen Verbindung zwischen den Baugebieten im Westen sowie dem Einkaufszentrum zwischen Vohenstrauß und Altenstadt entwickelt. Bild: bey
Politik
Vohenstrauß
05.03.2016
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Der heiße Sommer hat den Wasserverbrauch in der Stadt nur unspektaktulär ansteigen lassen. Im Gegensatz dazu haben die geringen Niederschläge zu den geringsten Quellschüttungen seit Beginn der Aufzeichnungen geführt.

Bauamtsleiter Johann Balk stellte in der Stadtratssitzung am Donnerstag die Zahlen der öffentlichen Wasserversorgung der Kommune dar, die sich in Zukunft Sorgen machen müsse, weil der Verbrauch nie in letzter Konsequenz berechenbar sei und die Quellschüttungen zurückgingen. Die Niederschläge der vergangenen Monate hätten den Quellen jedoch gut getan, meinte der Sprecher.

Mehr Wasser hinzugekauft


Kritisch werde es, wenn zwei oder drei trockene Sommer hintereinander kämen. Als Vorteil wirke sich jetzt die Einkaufsmöglichkeit beim Zweckverband zur Wasserversorgung der Steinwaldgruppe aus, deren Brunnen mit der unterirdischen Erschließung von Grundwasser-Seen eine regelmäßige Schüttung nahezu garantieren, sagte Balk. Vom Zweckverband hat die Kommune im vergangenen Jahr 213 410 Kubikmeter Wasser bezogen. Dies bedeutete gegenüber dem Vorjahr einen Anstieg um 30 639 Kubikmeter.

Der Wasserverbrauch im Stadtgebiet lag im 2015 bei 374 878 Kubikmeter. Von dieser Menge wurden pauschal 100 000 Kubikmeter für Landwirtschaft und Industrie abgezogen, so dass am Ende 274 878 Kubikmeter übrig blieben. Bei 7442 Einwohnern bedeutet das einen Pro-Kopf-Verbrauch von 36,936 Kubikmetern, informierte Balk.

Bei den städtischen Photovoltaikanlagen auf der Halle des Bauhofs, auf den Dächern der Bauhofwerkstatt, der Grundschule, der ehemaligen Förderschule, der Hauptschule und dem Vereinsheim Altenstadt wurden alle Ertragsprognosen für 2015 übertroffen. "Eines der besten Jahre", meinte der Sprecher zu den 171 000 Kilowattstunden. Als besonders positiv hob der Bauamtsleiter die Leistungsfähigkeit aller Anlagen hervor.

Im Vorgriff auf den noch zu erlassenden Haushaltsplan stimmte das Gremium der vom Bauamt, der Kämmerei und Bürgermeister Andreas Wutzlhofer ausgearbeiteten Vorschlagsliste zum Ausbau mehrerer Ortsstraßen zu. Im Einzelnen handelt es sich um die Lange Gasse von der Prager Gasse bis zur Pleysteiner Straße mit Erneuerung der Fahrbahn, der Bordsteine, der Wasserführung und der Gehwege einschließlich der Erneuerung der Wasserleitungs-Hausanschlüsse. Die 174 Meter lange Maßnahme kostet 104 000 Euro. Die Arbeiten werden in Eigenleistung zusammen mit ortsansässigen Firmen ausgeführt.

Ausgebaut wird auch die Lagerhausstraße vom Imkerweg bis zur Kreuzung Johann-Seltmann-Straße, die Fahrbahn soll hier 5,50 Meter breit werden. Für die 355 Meter lange Strecke sind geschätzte 78 100 Euro aufzubringen. Wutzlhofer nannte diese Verbindung innerörtlich wichtig, in der Breite aber nicht erfreulich, so dass der Ausbau neben Sichtverbesserungen auch dem Verkehrsfluss dient.

Gehweg wird erneuert


An der Asylstraße von der Kreuzung Schreinergasse in Richtung Bahnhofstraße wird der Gehweg auf eine Länge von 70 Meter auf die Grundstücke des evangelischen Hilfsvereins verlegt. Die Kosten belaufen sich auf rund 14 800 Euro. An der Eglseestraße wird der Gehweg und der Parkplatz um den ehemaligen Spielplatz und entlang der Eglseestraße bis zur Kreuzung Südweg für 26 600 Euro erneuert.

Der Rathauschef gab weiter bekannt, dass die Stadt den Bescheid nach dem Bayerischen Förderprogramm für den Ausbau des Internets mit 698 000 Euro Zuschuss erhalten habe. Vohenstrauß wird außerdem Anträge für Förderung aus dem Kommunalen Investitionsprogramm einreichen. Hier habe die energetische Sanierung des Rathauses mit vielen Einzelmaßnahmen oberste Priorität. Insgesamt werden dafür vermutlich 706 000 Euro fällig, 80 Prozent Förderung wären möglich. Als zweitrangig wird der Antrag zur barrierefreien Erschließung des Rathauses einschließlich des Baus eines Aufzugs angesehen. Dafür betragen die geschätzten Kosten 417 000 Euro.

Euphorie leicht gebremst


Die Verantwortlichen hoffen, in den Genuss der Zuschüsse zu kommen, sagte Wutzlhofer. Die Euphorie werde aber leicht gebremst, weil die Stadt die Haushaltsergebnisse 2013 bis 2015 vorlegen müsse, die mitentscheidend bei der Zuteilung von Fördermitteln seien.

Positives HaushaltsjahrDas Haushaltsjahr 2015 ist ausgesprochen positiv verlaufen. Gegenüber den Ansätzen hat sich das Rechnungsergebnis um 6,56 Prozent erhöht. Im Einzelnen ist der Verwaltungsetat von 13 962 935 Euro auf 15 126 682 Euro gestiegen, der Vermögenshaushalt von 4 347 235 Euro auf 4 384 352 Euro. Die erhöhten Einnahmen im Bereich Steuern, allgemeine Zuweisungen und Umlagen haben zu einer mehr als deutlichen Zunahme der Zuführung zum Vermögenshaushalt beigetragen.

Hier hatte Kämmerer Rainer Dötsch 2 009 485 Euro vorgesehen. Die Abrechnung brachte 2 804 684 Euro als Ergebnis. Damit verringerte sich die Rücklagenentnahme zum Ausgleich des Vermögenshaushaltes auf 100 316 Euro. Weiterer erfreulicher Aspekt: Die Stadt hat noch immer Rücklagen in Höhe von 3 449 595 Euro. Insgesamt sei es laut Dötsch möglich gewesen, alle Pflichtaufgaben vollständig zu erfüllen. Außerdem wurden freiwillige Leistungen erbracht.

Nachdem auf die Aufnahme von Krediten verzichtet werden konnte, verringerte sich nach Tilgungsleistungen in Höhe von 236 304 Euro der Schuldenstand Ende 2015 auf 1 485 833 Euro. Das bedeute eine Pro-Kopf-Verschuldung von 200,55 Euro. Zum letzten Stichtag 31. Dezember 2014 liegt die Stadt damit erheblich unter dem Landesdurchschnitt vergleichbarer Städte in Höhe von 764 Euro. Im Anschluss beauftragte der Stadtrat den Rechungsprüfungsausschuss mit der Prüfung. (bey)
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