Stadtrat Vohenstrauß stimmt Rathaussanierung zu
Finger weg vom Treppenhaus

Brandschutz, Energieeinsparung und Barrierefreiheit sind im Sanierungskonzept für das Rathaus enthalten. Bild: fjo
Politik
Vohenstrauß
04.11.2016
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Das historische Rathaus in Vohenstrauß erhält eine Frischzellenkur. Die Maßnahmen kosten rund 1,5 Millionen Euro.

In Vertretung des erkrankten Bürgermeisters Andreas Wutzlhofer leitete Stellvertreter Uli Münchmeier die Stadtratssitzung am Donnerstagabend. Zur geplanten Rathaussanierung stand die Vorstellung des Konzepts durch Architekt Josef Schönberger aus Tännesberg im Mittelpunkt.

Die beschlossenen Pläne müssten spätestens zum Monatsende bei der Regierung der Oberpfalz vorliegen, um die Zuschüsse nicht zu gefährden. Daher sei Eile geboten. Außerdem dürfe der Jahresschluss 2018 nicht aus den Augen gelassen werden, da bis dorthin die Abnahme erfolgt sein müsse.

Bürgermeister haftet


Mit Grundrissplänen stieg der Planer in die Erklärung verschiedener Details ein. Die Berücksichtigung von Fluchtwegen und Brandschutzmaßnahmen hätten intensiver Überlegungen bedurft. Drastisch führte Schönberger mögliche Folgen vor Augen, sollten keine Auflagen erfüllt werden: Sobald im großen Rathaussaal mehr als 150 Leute sind, hafte der Bürgermeister bereits jetzt bei Personenschäden in einem Brandfall.

Das Treppenhaus stelle hingegen ein zentrales Merkmal im Denkmalschutz dar, weshalb es kaum angetastet würde. Auf die zumeist bei solchen Aktionen kaum zu umgehende Lösung mit einer angebauten Freitreppe könne jedoch in Vohenstrauß verzichtet werden. Möglich würde dies durch die Nebentreppe.

Ein Aufzug komme auch, werde aber das Kellergeschoss nicht mit erschließen. Der Architekt schlug dem Stadtrat als Standort den Platz zwischen den beiden Treppenhäusern vor. Energetische Maßnahmen seien ergänzend vorgesehen, ebenso eine Umsetzung der Barrierefreiheit. An der Außenfassade scheide Wärmeschutz aus kunsthistorischen Gründen aus. Deshalb sei eine qualifizierte Lösung in den Zwischendecken gefordert, um eine Einsparung der Heizkosten um ein Drittel zu erreichen.

Für die Erneuerung des schadhaften Dachaufbaus sah der Fachmann Kosten von rund einer Viertelmillion Euro und für die Dämmmaßnahmen weitere 180 000 Euro. Die Erneuerung von Fenstern und Türen veranschlagte er mit rund 90 000 Euro und den mit vier Haltestellen geplanten Aufzug auf 212 000 Euro. Für den Ausbau der Brandschutz- und Fluchtwege liegen die Schätzungen bei 227 000 Euro. Als kleinerer Posten kommt noch das Verlegen von Mülllager und Geräteraum mit rund 15 000 Euro zur Gesamtsumme von nicht ganz 1,5 Millionen Euro hinzu. Die Kostenermittlung des Architekten beinhaltete auch die Sicherungs- und Schutzmaßnahmen während der Bauzeit, da die Verwaltung weiter laufe.

Alles in allem beurteilte Schönberger die Ausgaben als vertretbar: "Das ist für den Leistungsumfang, der zu bewältigen ist, durchaus gerechtfertigt." Die zu erwartende Zuschusshöhe mit ziemlich genau einer Million Euro führte Kämmerer Reiner Dötsch noch an. Und Münchmeier resümierte: "Das wird eine gute und praktikable Lösung, ohne alles durcheinander zu bringen."

Stadtrat Hans Gösl wollte abschließend wissen, was aus der öffentlichen Toilette im Keller wird. "Das ist nicht in dieses Konzept zu integrieren", antwortete Schönberger vor dem einmütigen Einverständnis der Stadträte zum Gesamtsanierungskonzept.

Das ist für den Leistungsumfang, der zu bewältigen ist, durchaus gerechtfertigt.Architekt Josef Schönberger zu den geschätzten Kosten
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