Vorschriften ausmisten
Bauernproteste bei Besuch von Ministerin Hendricks

Josef Fütterer, Obmann des Bauernverbands Weiden/Neustadt (Zweiter von rechts), und andere Demonstranten beklagten bei Ministerin Barbara Hendricks (Zweite von links) bürokratische Gängelei. Bild: Schönberger
Politik
Vohenstrauß
11.03.2016
95
0

Bauernproteste begleiteten den Besuch von Bundesumweltministerin Barbara Hendricks in Vohenstrauß (Kreis Neustadt/WN). Die Adressatin versprach immerhin sorgfältige Lektüre.

/Nabburg. "Rote Karte für Angriffe auf bäuerliche Familienbetriebe" lautete das Motto einer Handvoll Demonstranten, unter ihnen Kreisobmann Josef Fütterer und Bauernverbands-Geschäftsführer Hans Winter.

Sie übergaben der SPD-Politikerin ein Schreiben, in dem sie überzogene Auflagen von Bund und EU für Tierhaltung und Hofwirtschaft beklagen. Die Stichworte lauten: Anlagenverordnung, Hochwasserschutz oder NEC-Richtlinie. Letztere regelt den Einsatz von Ammoniak. Hendricks erkundigte sich bei Rinderhalter Fütterer nach seinem eigenen Betrieb und was er für den Liter Milch bekomme. Es sind zurzeit 25,90 Cent. "Wenn man die Vollkosten rechnet müssten es 45 Cent sein."

Das Argument, dass Landwirte von niedrigeren Ölpreisen profitierten, sei falsch. Strom werde ständig teurer, und die Erzeugerpreise rauschten in den Keller, erklärte Fütterer. Hendricks versprach, die Protestnote sorgfältig durchzulesen, betonte aber, dass viele kritisierte Normen nicht in ihr Ressort fallen.

Am Vormittag war die Ministerin zu Besuch in Nabburg (Kreis Schwandorf), um sich über den Einsatz von Städtebauförderungsmitteln zu informieren. In die Sanierung der Altstadt waren in den vergangenen Jahrzehnten rund 30 Millionen Euro geflossen.
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.