Dr. Olaf Seegmüller hat die Leukämie besiegt - Ein langer Weg liegt hinter ihm
"Das ist mehr als Glück"

Dr. Olaf Seegmüller hat mit Hilfe einer Stammzellentransplantation die Leukämie besiegt. Wenn es auch ein schwerer Weg war, aber er versprüht Hoffnung. Ein Mundschutz hält Keime ab. Bild: dob
Sport
Vohenstrauß
23.02.2015
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Die sensationelle Typisierungsaktion für Anja Spitzner in der Stadthalle am Sonntag strahlte ein großes Zeichen der Hoffnung aus. "Wir sind Helden", stand auf den Schlüsselbändern, die alle Helfer um den Hals trugen, verteilt von der Deutschen Knochenmarkspenderdatei (DKMS). Unter den Ärzten befand sich mit Dr. Olaf Seegmüller, ehemaliger Chefarzt des Krankenhauses in Vohenstrauß, ein Betroffener, der die Leukämie besiegte. Lediglich der Mundschutz, den er bei der Aktion trug, lässt die Krankheit erahnen.

Am 15. Februar 2010 erhielt er die furchtbare Diagnose, die die ganze Familie schockierte. Seine Ehefrau Renate saß als Helferin an den langen Tafelreihen unter den vielen Daten-Erfassern. Ein Jahr Chemotherapie in Regensburg mit vierwöchigem Rhythmus Krankenhaus- und Heimaufenthalten war erforderlich. Schließlich wurde er ein Jahr später als geheilt aus der Uniklinik entlassen.

Nach einem halben Jahr erlitt er einen Rückfall, der einen regelrechten Vernichtungsfeldzug im Körper des ehemaligen Chefarztes führte. Die Ärzte versuchten, mit einer neuen Therapie mit Antikörpern anzukämpfen. Doch nach wiederum einem halben Jahr der zweite Rückfall. Dr. Seegmüller blendet alles aus, verdrängt es regelrecht, erzählt er. "Meine Frau weiß alles noch ganz genau." Tausend Gedanken schießen da durch den Kopf. Seine Ehefrau ist stark und kümmert sich um alles.

Dann ging aber alles ganz schnell. Innerhalb kürzester Zeit wurden über die DKMS zwei optimale Spender für ihn gefunden. "Das ist mehr als Glück." Einer passte dann noch besser als der andere. Am Freitag, 13. Juli 2012, bekommt der Vohenstraußer im Uniklinikum Regensburg die Stammzellen einer für ihn bis heute unbekannten Person.

Der Arzt verhehlt nicht, dass danach ein langer Kampf und ein schwieriger Prozess in seiner Krankengeschichte folgten. Bis heute muss er aufpassen und starke Medikamente schlucken gegen Pilze, Viren und Bakterien. "Aber ich vertrage alles gut." Aufgeben gibt es nicht.

Das soll auch Anja Spitzner stärken. Als kurz nach 16 Uhr am Sonntag feststand, dass über 2500 Teilnehmer gekommen waren, brandet verhaltender Beifall auf. Noch ist nicht die Zeit zu jubeln. Trotzdem versichert Werner Hanauer von der Initiative: "Ihr könnt stolz auf euch sein. Ohne eure Unterstützung wäre es nicht gegangen".
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