Stefan Linz tritt bei Neuwahlen des SV Altenstadt nicht mehr an
Nach sechs Jahren ist Schluss

Der neue Vorsitzende des SV Altenstadt Matthias Gmeiner (Mitte) verabschiedete seinen Vorgänger Stefan Linz und dessen Ehefrau Gaby als bisherige Finanzchefin. Beide steckten viel Kraft in den Fußballverein. Dafür dankte Gmeiner und überreichte Geschenke. Bild: dob
Sport
Vohenstrauß
15.02.2016
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"Manche Leute sagen, Fußball sei eine Sache auf Leben und Tod. Ich mag diese Einstellung nicht. Es ist viel ernster als das." Diesen Spruch prägte der Fußballspieler und -trainer William "Bill" Shankly und den nahm sich der bisherige Interimstrainer und Vorsitzende des SV Altenstadt, Stefan Linz, stets zu Herzen.

Altenstadt. Bei der Jahreshauptversammlung am Sonntag im Sportheim trat der sehr engagierte Mann von der heimischen fußballerischen Bühne ab. Doch er versäumte es nicht, in seiner letzten Rede als Vorsitzender den Finger in die Wunde zu legen.

Was er in den sechs Jahren als Vorsitzender erlebte und durchzusetzen versuchte, war getrieben von seinem Ehrgeiz, einem Verein Leben einzuhauchen, gestand er. Doch manchmal müsse man erkennen, dass es im Leben nicht immer nach dem Kopf eines Einzelnen gehe. Es sei nicht immer einfach gewesen, in dem Vorstandsgremium Entscheidungen zu treffen. Doch in der Demokratie sei es wichtig, von anderen Meinungen zu hören und diese zu akzeptieren. Dies sei nicht immer leicht gewesen, denn es seien die Erfahrung einzelner Mitstreiter einfach aufgrund des bisher Erlebten begrenzt, führte Linz aus.

Viele Erfahrungswerte


Er selbst habe genaue Vorstellungen, die geprägt seinen durch seine Erfahrungen als Spieler, Trainer, Abteilungsleiter und Vorsitzender. "Wer mir im Geschäft etwas vormachen will, der sollte schon genau darüber nachdenken, was er vorhat." Was Linz nach eigenem Bekunden nie konnte: Seine Meinung verbergen. Deshalb sei er im Gremium auch oftmals angeeckt.

Dem neuen Vorsitzenden und damit seinem Nachfolger Matthias Gmeiner riet er: "Schluck lieber einmal hinunter, bevor Du in der Runde antwortest, denn nicht immer versteht jemand, was Du eigentlich sagen und damit ausdrücken willst. Ich konnte das leider nicht."

Seit acht Jahren steckte Linz seine ganze Kraft in den SV Altenstadt. Zwei Jahre als Trainer und sechs Jahre als Vorsitzender. Für einen Mann, der zuvor zehn Jahre bei der SpVgg Vohenstrauß spielte und Altenstädter war, bestimmt nicht ganz selbstverständlich. Umso mehr zeigte er sich stolz, dieses Amt bekleidet zu haben.

Als er in Altenstadt als Trainer anfing, verweilte man sportlich auf dem viertletzten Platz in der A-Klasse. Das Team sei in zwei Lager gespalten gewesen. Bis auf fünf Spieler und deren Freundinnen wollte keiner länger als 15 Minuten miteinander nach dem Training und dem Spiel im Sportheim bleiben. So gehörte es zu Linz' ersten Aufgaben, am Zusammenhalt zu arbeiten und eine Einheit zu formen. Diese Einheit versuchte er, auch im Verein umzusetzen.

Soweit er es beurteilen könne, "bilden die Damen- und Herrenmannschaften jetzt eine eingeschworene Gemeinschaft". Acht Jahre später etablierte sich die erste Mannschaft in der Kreisklasse, wenngleich es heuer noch schwer werden würde, die Leistungen vom vergangenen Jahr zu wiederholen. Wenn alle an einem Strang ziehen, gelinge aber bestimmt ein Mittelfeldplatz. (Weiterer Bericht folgt)
Wer mir im Geschäft etwas vormachen will, der sollte schon genau darüber nachdenken, was er vorhat.Scheidender Vorsitzender Stefan Linz

Altenstadt. In der Jahreshauptversammlung des SV Altenstadt ging es im Bericht des scheidenden Vorsitzenden Stefan Linz nicht nur um die erste Mannschaft. Die Damen treten in der Bezirksoberliga an, die Mädchen in der Landesliga und belegen momentan einen super dritten Platz. Die Jugendteams seien "toll besetzt" und spielen in den Kreisligen mit dem SV Waldau und anderen Vereinen aus der Umgebung als Spielgemeinschaft "Das funktioniert hervorragend", erklärte Linz.

Der Verein führte zehn Hallenturniere für den Kreis Weiden sowie ein internationales Junioren-Hallenturnier durch. Außerdem schickte der Club mehrere Betreuer zur Fortbildung, um den Trainerschein C-Lizenz Breitensport (Profil Jugendliche) zu erwerben. Der SV trug die Kosten, wenn sich die Übungsleiter dem Verein verpflichteten. Nur so könne eine gute Ausbildung gewährleistet werden, versicherte Linz. Christoph Böhmler, Holger Böhmler und Andreas Fryges sind nun lizenzierte Trainer.

Abschließend versprach Linz, immer ein offenes Ohr für den SV zu haben. Verabschiedet wurde auch Gaby Linz, die Ehefrau des Vorsitzenden, die bestens die Finanzen des Vereins verwaltete, wie Kassenprüfer Markus Schönberger bestätigte.
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