SV Waldau feiert 70-jähriges Bestehen
29 Tore in 26 Spielen

Diese Fußballer gehörten zur erfolgreichen Mannschaft, die in der Saison 1968/69 die Vizemeisterschaft in der C-Klasse feierte. Dabei war auch Altbürgermeister Josef Zilbauer (vordere Reihe, Zweiter von links). Repro: dob
Sport
Vohenstrauß
07.08.2016
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1954 gelang dem SV Waldau die Meisterschaft in der C-Klasse. Den Aufstieg in die nächst höhere B-Klasse lehnten die Funktionäre aber ab und formten die Fußballer weiter in der C-Klasse.

Seit 70 Jahren gibt es den SV Waldau. Das schönste Geschenk dazu liefern die Fußballer.

Waldau. Es war der erste Weihnachtsfeiertag 1946 als sich im Gasthaus Stahl 30 Leute zur Gründung eines Fußballvereins einfanden. Josef Kick übernahm den Vorsitz, Ludwig Troppmann fungierte als Stellvertreter. Hans Kick kümmerte sich um die schriftlichen Angelegenheiten, Eduard Kiesl wurde zum Hauptkassier ernannt.

Bereits vor dem Krieg spielten die Waldauer schon Fußball, wie alte Aufnahmen aus dem Jahre 1928 belegen. Bestimmt liebäugelten schon damals die Männer mit der Gründung eines Fußballclubs, denn sonst wären sie nicht gleich nach der Kriegszeit zur Tat geschritten. Gleich nach der Gründung begann der aktive Spielbetrieb.

Beziehungen nach Berlin


Anfänglich diente noch ein Wiesenstück bei Neumühle als behelfsmäßiger Sportplatz. Einige Zeit später stellte die Gemeinde Waldau dem Verein ein Grundstück an der Roggensteiner Straße zur Verfügung. In harter Arbeit und durch Hand- und Spanndienste ebneten die Mitglieder den Platz ein und entwässerten ihn. Damit schufen die Macher endgültige die Voraussetzungen für die Teilnahme am geregelten Spielbetrieb.

1965 kickte erstmals eine neugegründete Jugendmannschaft. Enge freundschaftliche Bande knüpften die Waldauer zu dieser Zeit auch mit dem Berliner Regionalligisten BSC Kickers 1900, der mehrmals zu Besuch in der Oberpfalz weilte und dem sich auch Gegenbesuche in Westberlin anschlossen.

Zwei Jahre später nahm eine zweite Mannschaft den Spielbetrieb auf, nachdem in zweijähriger schweißtreibender Arbeit Umkleidekabinen und Waschräume in Eigenleistung auf dem Vereinsgelände gebaut worden waren. Die erste Mannschaft mischte in dieser Saison in der Spitzengruppe mit. Peter Ilchmann schoss in 26 Spielen 29 Tore.

1969 erwarb der Verein die gebrauchte Flutlichtanlage der SpVgg Vohenstrauß. Diese ermöglichte einen geregelten Trainingsbetrieb. Unter Spielertrainer Ilchmann verpasste der Sportverein nur knapp die zweite C-Klassen-Meisterschaft. Im Entscheidungsspiel verloren die Waldauer gegen den Erzrivalen aus Leuchtenberg.

1970 starb Vorsitzender Kick, der die Geschicke des Vereins mit Umsicht geleitet hatte. Vor allem die jüngeren Sportler sahen in ihm den Vater des Sportvereins. In seine Fußstapfen trat Richard Wappmann. Schriftführer war schon damals Horst Kopp, die Kassengeschäfte führte Erich Troglauer. Zwei Jahre später feierten die Waldauer ihr 25-jähriges Bestehen. Dabei segnete Kaplan Franz Winklmann, der spätere Stadtpfarrer von Vohenstrauß, das vergrößerte Vereinsheim.

Nach Jahren der Planung und Vorbereitung und mit Unterstützung der Stadt Vohenstrauß sowie der Teilnehmergemeinschaft Flurbereinigung nahmen die Vereinsmitglieder 1979 den neuen Sportplatz endgültig in Betrieb. Der sportliche Weg war dagegen mit vielen Höhen und Tiefen gepflastert.

Generationenwechsel


1984 stand die Erweiterung des Sportheims an, und zwei Jahre später feierten die Waldauer das 40-jährige Bestehen mit einem dreitägigen Fest. Erstmals in der Vereinsgeschichte waren vier Teams im Spielbetrieb. In Eigeninitiative schufen viele Helfer neben dem bestehenden A-Platz ein Trainingsareal. 1989/1990 kam es zum Generationenwechsel, nachdem einige ältere Spieler ihre Fußballschuhe an den Nagel gehängt hatten. Als neuer Coach übernahm Richard Troglauer, da Heinz Zetzl nach Letzau wechselte.

In dieser Zeit organisierten die Fußballer erstmals das bis heute erfolgreiche Dorffest. Außerdem bewirtschaftete Konrad Striegl das Vereinsheim. Ein neu gegründeter Förderkreis trug wesentlich zur finanziellen Unterstützung der Mannschaften bei. Abermals stand ein Trainerwechsel an. Reinhold Bäumler vom FSV Waldthurn versuchte sein Glück. 1992 schied Richard Wappmann als Vorsitzender aus seinem Amt, das er 22 Jahre innehatte. In dieser Zeit erzielte der Verein die bis dahin größten Erfolge. Sein Nachfolger wurde Hans-Werner Anzer, der Leiter der Jugendmannschaft

In Hunderten freiwilligen Arbeitsstunden schufen die Mitglieder ein Sportheim und eine Sportanlage, die sie zum 50. Jubiläum präsentierten. Bemerkenswert waren aber auch die sportlichen Leistungen in der C- und B-Klasse und der zweimalige Sieg als Stadtmeister der Großgemeinde Vohenstrauß.

Heute steht Roman Lindner an der Spitze des Vereins, der 2014 von Anzer das Zepter übernahm. Beständigkeit spielt eine große Rolle beim SV Waldau und wird auch durch die wenigen Wechsel in der Führungsmannschaft sichtbar. Neben der ersten und zweiten Mannschaft spielen derzeit 130 Jugendliche in 9 Mannschaften und werden von 20 Trainern betreut. Die Fußballer der Ersten schafften heuer sogar den Aufstieg in die Kreisklasse.
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