140 Jahre Soldatenverein Vohenstrauß
Partner in unruhigen Zeiten

Richard Meier (vorne, Zweiter von rechts) bekam das BSB-Ehrenkreuz von Vorsitzendem Josef Roderer (vorne, links). Stefan Meisinger (vorne, Zweiter von links) und Gerhard Hierold (vorne, rechts) durften sich die Verdienstspange in Bronze ans Revers heften. Die Ehrengäste (hinten) gratulierten. Bild: dob
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Vohenstrauß
10.10.2016
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Der Soldatenverein Vohenstrauß ist die älteste Kameradschaft im Kreisverband und eine der ältesten in ganz Bayern. Nun feierte die Gemeinschaft ihren 140. Geburtstag.

(dob) In der Geschichte Europas gab es bisher keinen längeren Zeitraum des Friedens als bisher. "Diesen Frieden zu wahren, muss unser allerhöchstes Ziel sein", hob Schirmherr und Bürgermeister Andreas Wutzlhofer beim Gründungsjubiläum im Gasthof "Zur Post" hervor. Viele Mitglieder aus den Krieger- und Soldatenvereinen aus dem Altlandkreis feierten mit.

Viele Ehrengäste


Vorsitzender Josef Roderer begrüßte vor allem die Abordnungen aus Waldthurn, Böhmischbruck, Altenstadt, Eslarn, Moosbach und Großenschwand. Dazu gesellten sich Ehrengäste wie der stellvertretende Oberpfälzer Bezirksvorsitzende des Bayerischen Soldatenbunds (BSB), Thomas Semba aus Kirchenlaibach, der die besten Grüße des Bezirksvorsitzenden Horst Embacher übermittelte. Zu diesem Kreis gehörte auch Stabsfeldwebel Jürgen Wölfl von der 3. Kompanie des Panzergrenadierbataillons 122 aus Oberviechtach, Kreisvorsitzender Richard Berger aus Pleystein und der Organisationsleiter der Reservistenkameradschaften Günter Bogner aus Weiden.

Die Entscheidung, 1950 die Wiedergründung der Kameradschaft durchzuführen, stellte sich als richtig heraus, fand Wutzlhofer. Jedoch nicht um Kriegsverherrlichung zu betreiben, sondern um die schrecklichen Jahre von 1939 bis 1945 vor dem Vergessen zu bewahren. "Im 21. Jahrhundert leben wir in Deutschland in der Gnade, seit sieben Jahrzehnten keine kriegerischen Auseinandersetzungen auf deutschem Boden ausgefochten zu haben und Gott bewahre uns, dass dies auch so bleiben möge", sagte der Schirmherr. In den vergangenen Jahrzehnten gab es dennoch unzählige kriegerische Auseinandersetzungen auf der Erde und mittlerweile zögen auch deutsche Soldaten wieder in den Krieg. Täglich gebe es irgendwo auf der Welt Terroranschläge. "Schon morgen könnte es auch uns treffen. Wir haben eine veränderte Sicherheitslage", gab Wutzlhofer zu bedenken. Abschließend überreichte der Bürgermeister eine finanzielle Schirmherrngabe an Roderer.

Unter Vorsitz des Ritterkreuzträgers Hans Jungkunst 1976 verfügte die Gemeinschaft über fast 500 Mitglieder. Roderer war damals bei der Reservistenkameradschaft und gründete nachfolgend die Pleysteiner Gemeinschaft, der er vorstand. Bis 2009 verlor der Vohenstraußer Verein zunehmend altersbedingt Mitglieder. Sterbefälle in zweistelliger Höhe pro Jahr und keine Mitgliederwerbung waren der Grund, dass es damals nicht einmal mehr eine Fahnenabordnung für Beerdigungen gab. Martin Tischner bemühte sich in dieser Zeit um Roderer, der den Vorsitz übernehmen sollte. In den folgenden Jahren leistete er wichtige Aufbauarbeit und verwaltete die Gemeinschaft nicht nur, sondern machte sie für Neumitglieder wieder attraktiv, führte er aus.

Nicht selbstverständlich


Der Vohenstraußer Soldatenverein sei fast so alt wie der Bayerische Soldatenbund, würdigte Semba. Die Abschaffung der Wehrpflicht strafte der Redner als Sünde ab. Die Bundeswehrsoldaten stehen nicht nur für das Grundgesetz ein, sondern für 70 Jahre Frieden. Er appellierte, auch weiterhin für die Bundeswehr solidarisch "In Treue fest" aufzustehen. "Wer, wenn nicht der Soldatenverein, sollte die Tradition bewahren?", stellte Berger fest. Glückwünsche kamen auch von der Patenkompanie aus Oberviechtach. "In unruhigen Zeiten wie diesen ist es schön, sie an der Seite zu wissen", gestand Wölfl. Das sei keine Selbstverständlichkeit.

Anschließend zeichnete der Vorsitzende mit Stellvertreter Günter Schober, dem Schirmherrn und dem Kreisvorsitzenden verdiente Mitglieder aus. Das BSB-Ehrenkreuz bekam Richard Meier aus Vohenstrauß. Bei der Kriegsgräbersammlung, die seit 1919 ununterbrochen in Vohenstrauß durchgeführt wird, bringen sich Gerhard Hierold, Martin Lang, Michael Kirchberger und Stefan Meisinger ein. Deshalb erhielten sie alle die bronzene Verdienstspange vom Volksbund Deutscher Kriegsgräberfürsorge.

Außerdem überreichte Roderer an Wutzlhofer eine Erinnerungsurkunde, da er immer ein offenes Ohr für die Gemeinschaft habe. Absolut hörenswert war auch die Festrede von Dr. Volker Wappmann beim Kommersabend.

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Kompletter Vortrag von Dr. Wappmann unter

www.onetz.de/1701799
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