16. Sascha-Kolowrat-Fahrt
Automobil-Geschichte hautnah

Vermischtes
Vohenstrauß
13.06.2016
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Zum 16. Mal nahmen am Samstag Oldtimer an der Sascha-Kolowrat-Rundfahrt teil. Knapp 80 Automobile und Zweiräder ab dem Jahr 1924 tourten durch die Gegend und machten auch in Pleystein, Waldthurn und Waidhaus Station.

Im schlichten blauen Anzug mit weißen Schal griff Gräfin Dr. Dominika Kolowrat-Krakowská beherzt nach der warmen Leberkäs-Semmel im Schlosshof der Friedrichsburg und ließ sich das einfache Mittagsmahl in Gesellschaft der Oldtimerliebhaber munden. Start der Internationalen Sascha-Kolowrat-Fahrt des Auto Moto Veteran Club Ceský Les war in Primda (Pfraumberg).

Kolowrat-Krakowská hatte erneut die Schirmherrschaft mit den Bürgermeistern der größeren Ortschaften, durch die sich die ausgewählte Oldtimerstrecke zog, übernommen. Hotchkiss, Tatras, Wanderer oder sogar eines der in der Fachwelt hochgerühmten Protos-Fahrzeuge waren mit von der Partie. Die Sascha-Kolowrat-Fahrt wird alle zwei Jahre zum Gedenken an Alexander Joseph Graf Kolowrat-Krakowský in der Umgebung von Pfraumberg veranstaltet.

Stiftungsfonds Kolowrátek


Kolowrat-Krakowská, eine gebürtige Pragerin, übernahm nach dem vorzeitigen Tod des Grafen Frantisek Tomás Kolowrat-Krakowský im Jahr 2004 das Management und die Verwaltung des großen Familienbesitzes. Vier Jahre später, anlässlich des 65. Geburtstags des verstorbenen Grafen, gründete sie den Stiftungsfonds Kolowrátek, der behinderte und begabte Kinder und Jugendliche unterstützt. Damit führt sie so die Tradition fort, mit der die Familie einst berühmt geworden ist. Kolowrat-Krakowská wurde am Samstag von ihrem 20-jährigen Sohn Maximilian begleitet, der sich ab Vohenstrauß dann selbst ans Steuer eines MG-A Roadsters setzte.

Bei der Fahrt wurde außerdem an den 130. Geburtstag von Alexander Joseph "Sascha" Kolowrat-Krakowský erinnert, der ältester Sohn des Grafen Leopold Filip Kolowrat-Krakowský war und einer der bedeutendsten und interessantesten Persönlichkeiten dieses Adelsgeschlechts. Er hatte die zukunftsweisende Idee und lieferte für Porsche die Konstruktion eines Rennwagens gleich nach dem Ersten Weltkrieg.

Graf Kolowrat hatte bereits vor dem Ersten Weltkrieg für die Firma Laurin und Klement erfolgreich an Rennen mit Motorrädern und Automobilen teilgenommen. Ferdinand Porsche sollte ihn schon damals einen kleinen, wendigen Wagen für Rennzwecke bauen. Ursprünglich sollte dieser neue Wagen einen wassergekühlten Vier-Zylinder-Motor mit 1098 Kubikzentimeter und obenliegender Nockenwelle bekommen. Obwohl das Gewicht nur 775 Kilogramm betrug, fand ihn Ferdinand Porsche noch zu schwer für Rennen und konstruierte weiter.

Großer Pionier


Er baute den Motor für zwei obenliegende Nockenwellen und senkte das Gewicht auf nur 598 Kilogramm. Der für Rennzwecke bestimmte Typ ADS R war fertig. Er ging als "Sascha" in die Geschichte des Automobilrennsports ein. So wird durch diese Fahrt noch immer an den großen Pionier des Rennwagens erinnert.
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