185 Jahre Steinwerk Schmidt und 70. Geburtstag des Chefs
Steinmetze seit 185 Jahren

Dr. Georg Haber, Präsident der Handwerkskammer Niederbayern/Oberpfalz (rechts), brachte zum 185-jährigen Bestehen der Stein Schmidt GmbH das Ehrenblatt in Gold zur Jubiläumsfeier mit. Diplom-Ingenieur Günther Schmidt (Mitte) und Günther Schmidt junior freuten sich über die Auszeichnung. Bild: dob
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Vohenstrauß
05.07.2016
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1831 gründete der Bauerssohn und Steinbildhauer Josef Schmidt in Braunetsrieth auf dem "Fuchsenhof" ein Bildhauer- und Steinmetzgeschäft. Er legte damit den Grundstein für die bis heute erfolgreiche Firmengeschichte der Stein Schmidt GmbH.

Am Montag feierte dessen Ur-Urenkel Diplom-Ingenieur Günther Schmidt mit vielen Gästen im Gasthof "Drei Lilien" das 185-jährige Betriebsjubiläum und zugleich seinen 70. Geburtstag. Doch damit nicht genug. Hinzu kam sein ganz privates Jubiläum mit dem Hochzeitstag. Denn genau vor 46 Jahren heiratete er seine Ehefrau Renate, geborene Reger, aus Pleystein.

Sechste Generation bereit


Voller Tatendrang ist Schmidt nach wie vor für seine Steinmetzfirma unterwegs. Mit seinem Sohn Günther steht bereits die sechste Generation in der Nachfolge fest. "185 Jahre brachten eine massive Veränderung in Technik, in Gesellschaft, in der Wirtschaft, aber auch im Anspruchsdenken der Menschen mit sich", fasste der Handwerkskammer-Präsident von Niederbayern/Oberpfalz, Dr. Georg Haber, in seiner Laudatio zusammen, ehe er des Ehrenblatt in Gold für 185 Jahre Betriebsführung überreichte.

"Sie haben nie nachgelassen, auch in schwierigen Zeiten auszubilden, innovativ zu sein, zu investieren und sich neuen Techniken zu stellen", lobte Dr. Haber. Seit 33 Jahren leitet Günther Schmidt den Betrieb, investiere immer wieder geschickt in die Modernisierung der Werkstätten und die Verbesserung der technischen Ausstattung mit Maschinen und Fahrzeugen. Dass Geburtstag und Firmenjubiläen zusammentreffen, könnte passender kaum sein. Mit seinem Sohn Günther und dessen Ehefrau Manuela arbeite bereits die nächste Generation im Betrieb mit.

Kreishandwerksmeister Joachim Behrend aus Weiden betonte, dass die Unternehmerfamilie stolz auf ihren Betrieb sein könne. Das Steinmetzhandwerk zähle zu einem der ältesten Berufe überhaupt. "Sie haben das Vergangene seit Generationen verbunden mit der Moderne der heutigen Zeit und sind gerüstet für ein gut aufgestelltes und innovatives Unternehmen", lobte er Schmidt.

Die Steinmetzinnung in Weiden schätze sich glücklich, einen Betrieb in ihren Reihen zu haben, der auf eine derart lange Tradition zurückblicken könne, freute sich der Obermeister des Steinmetz- und Bildhauerinnung Weiden, Martin Dilling. "Seit Jahrtausenden bearbeitet der Mensch Steine, wenn es darum geht, hohe ideelle Werte auf einer materiell greifbaren Ebene zu manifestieren." In der heutigen Zeit sei es aber nicht mehr so weit her mit diesen Werten, und so sei in der Konsequenz auch der Berufsstand der Steinmetze betroffen. "Wir beobachten Veränderungen in der Bestattungskultur, und auf den Baustellen ist es wegen der China- und Indienimporte alles andere als leichter geworden", resümierte Dilling.

Um diesen Realitäten nicht machtlos gegenüber zu stehen, müsse man eigenverantwortlich Qualität, Ehrlichkeit und ethisch verantwortliches Geschäftsgebaren entgegensetzen. Umso mehr bringe Dilling heute Günther Schmidt und seiner Firma Respekt entgegen, die seit Generationen den genannten Veränderungen trotzt.Das wohl schönste Kompliment zum 70. Geburtstag von Diplom-Ingenieur Günther Schmidt kam aus den Reihen seiner Angestellten: "Es wäre wohlverdient nach vielen Jahren, nun endlich sich mal auszuruhen, doch hört man dich mit 70 sagen: 'Es wär' doch schlecht, nichts mehr zu tun.' Es wär so schön, es ging noch viele Jahre weiter", wünschte sich Steinmetz Klaus Gilch .

Er gratulierte im Namen der Belegschaft. Das Wort "Nein" kenne Schmidt und die gesamte Chefetage nicht, stellte er heraus, als er ein Kuvert für eine Weinreise nach Gamlitz übergab.

Der Unternehmer zeigte sich aber auch großzügig. Vohenstrauß schenke er für die Gestaltung der Bahnhofstraße und der Reminiszenz für die dortigen früheren Mühlen einen handgearbeiteten Mühlstein. Pleystein bekomme ein Wappen für den Pleystein-Platz in der Partnerstadt Gamlitz.

"Sie ist eine der solidesten und ältesten Firmen, wenn nicht sogar die älteste Firma", unterstrich Bürgermeister Andreas Wutzlhofer . Günther Schmidt junior werde die Erfolgsgeschichte seines Vaters weiterschreiben. "Im Vertrauen auf den eigenen Fleiß und das Leistungsvermögen wird der Firmenname allzeit mit Qualität, Zuverlässigkeit und Wertarbeit verbunden", lobte das Stadtoberhaupt.

Um das breitgefächerte Leistungsspektrum hervorzuheben, griff Wutzlhofer zur ältesten vorliegenden Gewerbekartei der Firma im Rathaus. Am 1. Januar 1948 wird der Betrieb als Steinwerk bezeichnet und gut ein Jahr später um eine Baumaterialienhandlung erweitert. Viel Geld wurde am Firmenstandort investiert mit dem klaren Bekenntnis zur Stadt und die tiefe Verwurzelung des Unternehmens vor Ort. Mit der Pfalzgraf-Friedrich-Münze in Silber drückte der Rathauschef seine Verbundenheit mit dem Firmenchef aus.

Elektro-Ingenieur Georg Unger , ein Studienkollege von Günther Schmidt, mit dem er vor 50 Jahren eine Wohngemeinschaft in Regensburg unterhielt und seither eng befreundet ist, gratulierte mit einer ausführlichen Laudatio und einer Skizze für eine Stockwerktreppe. "Es ist noch immer schön, Dich als Freund zu haben", versicherte er.

"Wenn Du Gott zum Lachen bringen willst, mach Pläne", schlussfolgerte Stadtpfarrer Peter Peischl . Stets sei der Seniorchef in Sachen Betrieb unterwegs, wenn er ihm auf der Straße begegne, lobte Dekan Alexander Hösl .

Sie haben nie nachgelassen, auch in schwierigen Zeiten auszubilden, innovativ zu sein, zu investieren und sich neuen Techniken zu stellen.Dr. Georg Haber, Handwerkskammer-Präsident von Niederbayern/Oberpfalz lobt Günther Schmidt
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