28. Rathauskonzert mit dem Arte-Ensemble
Seltene Stücke

Verhaltene aber auch schnelle Töne präsentierte das Arte-Ensemble beim 28. Rathauskonzert. Bild: dob
Vermischtes
Vohenstrauß
22.11.2016
20
0

Ganz offenbar als Eröffnungsmusik gedacht, erklingen die "Trois pièces brèves" von Jaques Ibert in festlicher Manier. Das Arte-Ensemble beweist beim 28. Rathauskonzert am Sonntag, dass sein Ruf als renommiertes Bläserquintett absolut zutreffend ist.

Im "Allegro" besticht eine rasch dahingleitende Melodie, die erst Flötist Christoph Renz vorträgt, dann Oboistin Kerstin Ingwersen übernimmt, während Johannes Gmeinder (Klarinette), Malte Refardt (Fagott) und Theo Wiemes (Horn) dazu passende Akkordfolgen darbieten. Das "Andante" bringt ein Duett von Flöte und Klarinette, ergänzt von den Mitspielern. Düster beginnt das Finale, langsam gemäß der Vorschrift "Assez lent", dann folgt ein "Allegro scherzando" mit schwungvollen Tonfolgen. Diesem, der Musik des 20. Jahrhunderts verpflichteten Originalwerk, folgen drei Bearbeitungen für Bläserquintett von Ulf-Guido Schäfer. Zuerst "Adagio und Allegro f-moll für ein Orgelwerk in einer Uhr" KV 594 von Wolfgang Amadeus Mozart. Für eine mechanische Darstellung durch einen Apparat komponiert, der damals als technische Sensation gesehen wurde, klingen die Töne auch oder vor allem in lebendiger Darbietung sehr reizvoll. Ein Bläserquintett wie das Arte-Ensemble kann hier Entdeckerarbeit leisten. Nach getragenem fast weihevollem Beginn zeichnet sich der schnelle Satz durch lebhafte und fröhliche Tonfolgen aus. Wenn dann zum Schluss die Töne verhalten klingen, weiß man, dass man ein kleines aber interessantes Werk neu entdeckt hat.

Es folgen Teile aus der Musik zu William Shakespeares Komödie "Ein Sommernachtstraum, op. 61" von Felix Mendelssohn-Bartholdy. Zuerst das rasche "Intermezzo", dann der bedächtige "Auftritt der Handwerker". In Kontrast dazu der abgehobene dahinhuschende "Elfenmarsch", ebenso ein "Lied" und der "Elfenchor".

Wilde Tonfolgen


Düstere Stimmung verbreitet "Marcia funebre", in dem das Fagott eine entscheidende Rolle spielt. Die fünf Instrumentalisten beweisen im folgenden Satz, dass sie ein rasantes "Scherzo" angemessen darstellen können. Das anschließende "Notturno" zeigt, dass sie auch getragene voll klingende Töne gemeinsam gestalten. Besonders zu erwähnen ist das Horn, das wichtige Passagen in gelungener "Vorherrschaft" der Töne vermittelt. Der abschließende "Rüpeltanz" bietet wilde Tonfolgen, aber immer aufeinander abgestimmt.

Nach der Pause ertönt die "Schauspielmusik zu Egmont, op. 84" von Ludwig van Beethoven. Die "Egmont-Ouvertüre" ist bekannt und berühmt, die weiteren Musiken zu "Egmont. Trauerspiel in fünf Aufzügen" von Johann Wolfgang von Goethe hört man äußerst selten. Umso begrüßenswerter, dass diese Stücke aufgeführt werden, noch dazu, wenn sie so konzentriert und präsent klingen, wie in der vorgetragenen Bläserfassung.

Das gilt auch für die zwei gespielten "Lieder", die drei "Zwischenaktmusiken" und besonders für zwei Charakterstücke: Das "Larghetto - Klärchens Tod bezeichnend" klingt in seiner verhaltenen Melodik voll traurig, die abschließende "Siegessymphonie", in der das Weiterleben der Einstellung des Grafen Egmont gefeiert wird, erhält durch den Schlussgedanken der Ouvertüre seine klangvolle optimistische Prägung.

Danach ertönt das "Bläserquintett g-moll" von Claude Paul Taffanel. Stürmisch ziehen die Melodien im "Allegro con moto" vorüber. Das "Andante" bleibt ruhig und glänzt durch die Klänge des Horns und die Begleitfiguren der anderen Bläser. In einem spritzigen "Vivace" endet das Werk. Großer Beifall belohnt die Musiker für ihre gelungene Interpretation. Der berühmte Paso Doble "El Gato Montes" von M. Penella bildet mit großer Melodie und packendem Rhythmus die gewünschte Zugabe.
Weitere Beiträge zu den Themen: Arte-Ensemble (3)Rathauskonzert Vohenstrauß (1)
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.