300. Weihetag der Kalvarienbergkirche in Oberlind
Zuversicht für den Alltag

Dekan Alexander Hösl weiß die Dienste der Familien Uschold und Braun sehr zu schätzen. Während die Familie um Monika Uschold die Kalvarienbergkirche auf- und zusperrt, kümmern sich Margareta und Helmut Braun um Sauberkeit und Gottesdienstvorbereitungen. Bild: dob
Vermischtes
Vohenstrauß
19.10.2016
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Die Oberlinder begingen mit einem Festgottesdienst den 300. Weihetag der Kalvarienbergkirche die hoch über dem Dorf thront.

Die Stimmung in der Natur des erwachenden Morgens am Sonntag hätte nicht schöner sein können: Im Schein der ersten Sonnenstrahlen tauchte die Kalvarienbergkirche majestätisch auf der kleinen Anhöhe über Oberlind auf, als wollte sie jubeln, dass heute ihr großer Festtag gefeiert wird.

Oberlind. (dob) Tagelang wienerte, kehrte und putzte das Mesner-Ehepaar Margareta und Helmut Braun, was das Zeug hielt, um das schmucke Kirchlein zum 300. Weihetag im rechten Glanz erstrahlen zu lassen. Sogar die Apostelleuchter wurden an diesem Tag entzündet. Helmut Braun legt viel Wert auf solche Details, "die zu so einem Festtag einfach dazugehören".

Bewegte Geschichte


Fahnenabordnungen und Kirchenchor versammelten sich am Kirchenportal, um mit Dekan Alexander Hösl und Ruhestandspfarrer Karl Maria Ferges mit den Ministranten ins Gotteshaus einzuziehen. "300 Jahre ist sie alt, unsere Kalvarienbergkirche, die eine bewegte Glaubensgeschichte hinter sich hat", versicherte Dekan Hösl. Wenn diese Kirchengeschichte nun gefeiert werde, dann verbinde sich damit auch eine lange Glaubensgeschichte unserer gläubigen Vorfahren.

Deswegen laute die frohe Botschaft dieses Festsonntags: "Gott will den Menschen nahe sein in allen Höhen und Tiefen." Darüber sollten sich alle Teilnehmer freuen, ebenso über das Gotteshaus, in dem die Besucher Freundschaft und Nähe in besonderer Weise erfahren dürften.

Beten selbstverständlich


"Freudig und dankbar erinnern wir uns heute an den Tag, an dem dieses Gotteshaus vor 300 Jahren geweiht und damit seiner Bestimmung übergeben wurde", sagte der Geistliche. Hier versammle sich die Gemeinde das Jahr über immer wieder zum Lob Gottes oder trage ihm die ganz eigenen Bitten und den Dank vor, hob der Geistliche hervor. Von hier, wie von jeder anderen Kirche auch, gehen die Gläubigen gestärkt und zuversichtlich in den Alltag. Beten sei an so einem Ort selbstverständlich.

Das Evangelium zeigte auf, wie wichtig das Beten ist, nachdem Pfarrgemeinderatsvorsitzende Monika Uschold und Florian Meißner die Lesungen vorgetragen hatten. "Kirche können wir nur sein, wenn jede Kirche auch ein Ort des Gebets ist und wenn wir mit Christus die Beziehung pflegen", betonte Dekan Hösl. 300 Jahre könnten diese Mauern der Kirche erzählen, mit welchen Sorgen, Lasten und Nöten unsere Vorfahren in dieser Kirche gesessen sind.

Beten könnten wir auf ganz verschiedene Weise, und die Gefahr sei durchaus gegeben, Gott im normalen Trubel zu vergessen. "Wie oft spielt er in unseren alltäglichen Gedanken keine Rolle?", hinterfragte der Dekan. Von Zeit zu Zeit würden wir ihn dann bestürmen mit unseren Bitten, meistens wenn es kritisch werde oder Prüfungen im Leben bevorstünden.

Schade sei es, wenn sich das Gebet darauf beschränke, Bitten und Forderungen an Gott zu stellen, die er umgehend zu erfüllen habe. "Wie oft wurde die Beziehung zu Gott schon abgebrochen, weil er ja anscheinend nicht das tut, was ich von ihm will?", kritisierte der Geistliche. Der Theologe Karl Rahner habe es einmal so formuliert: "Auf das Reden über das Gebet kommt es letztlich nicht an, sondern auf die Worte, die wir selbst zu Gott sagen."

"Unsere Worte können Mauern erweichen oder ganze Räume füllen, sie können bescheiden, kaum hörbar sein, ganz gleich, solange sie aus dem Herzen kommen und von Gottes Geist mitgesprochen werden. Dann wird er uns geduldig zuhören, bis wir unser ganzes Leben ausgeredet haben", versprühte der Stadtpfarrer Hoffnung und Zuversicht.

Dass diese Kirche in Schuss ist, bedürfe vieler fleißiger Hände. Einmal sei dies die Kirchenverwaltung, die sich um alle baulichen Maßnahmen und finanziellen Mittel kümmere. Zum anderen brauche es für den Pfarrer feste Ansprechpartner vor Ort. Mit den Familien Braun und Uschold hätten die Kalvarienbergkirche sowie die Pfarrgemeinde zuverlässige Mitstreiter, die sich aller Belange rund um das Gotteshaus annähmen.

Ansporn für Jugendliche


"Vergelt's Gott für diesen sehr wertvollen Dienst", sagte der Stadtpfarrer, als er Orchideen an die beiden Familien überreichte. "Wir dürfen froh und stolz sein, dass wir Leute finden, die sich stark machen für unsere Kirchen." Für Jugendliche könnte diese Feststellung großer nachahmenswerter Ansporn sein.
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