80. Geburtstag von Frieda Reinl
Zuversicht und sonniges Gemüt

Frieda Reinl lauschte mit Enkel David dem Ständchen, das ihr der evangelische Stadtpfarrer Peter Peischl spielte. Bild: dob
Vermischtes
Vohenstrauß
06.02.2016
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Altenstadt. "Heute kann es regnen, stürmen oder schneien, denn du strahlst ja selber wie der Sonnenschein. Heut ist dein Geburtstag, darum feiern wir, alle deine Freunde freuen sich mit dir." Der evangelische Stadtpfarrer Peter Peischl spielte dieses Ständchen zum 80. Geburtstag von Frieda Reinl, den sie mit vielen Gästen in ihrem Haus an der Fiedlbühlstraße feierte. Unentwegt klingelte auch das Telefon.

Im ukrainischen Bolschoy-Tokmak wurde die Jubilarin in einer deutschstämmigen Familie geboren. Als im Zweiten Weltkrieg ihr Dorf geplündert wurde, kamen die meisten Bewohner nach Sibirien. Reinl war damals sieben Jahre und blieb mit ihrer Mutter und den jüngeren Geschwistern im Ort. Mit Hilfe deutscher Soldaten kam die Familie nach Polen in ein Lager. Dort starb ihr Bruder. Von September 1943 bis März 1945 dauerte ihre Flucht, bis sie in Moosbach eine neue Heimat fanden. An das Haferl warme Milch, das sie bei ihrer Ankunft in der Nacht von einer Familie bekam, erinnert sie sich noch heute.

Mit ihrer Schwester begann sie in der Hosenfabrik Hölzl und in der Porzellanfirma Seltmann zu arbeiten. 1956 zog die Familie nach Fiedlbühl. Dadurch lernte sie den Altenstädter Schlosser Fritz Reinl kennen, den sie zwei Jahre später in der Simultankirche heiratete. 1961 baute sich das Ehepaar an der Fiedlbühlstraße ein Haus. Einem Sohn und vier Mädchen schenkte Frieda Reinl das Leben, letztere waren zweimal Zwillinge.

Jahrzehntelang brachte sich die Seniorin im VdK-Ortsverband und bei der Arbeiterwohlfahrt ein. Immer zur Stelle war sie auch beim Evangelischen Frauenbund und in der Siedlergemeinschaft. 1995 verlor Frieda Reinl ihren Ehemann, und auch die Ehefrau ihres Sohns starb ganz plötzlich mit 52 Jahren. Trotz der Schicksalsschläge verlor sie nie ihr sonniges Gemüt und ihre Zuversicht. "Altwerden ist nur was für Feiglinge", wünschte Stadtpfarrer Peischl, als er ein Büchlein überreichte. Gratuliert haben auch die sieben Enkel. Stünde das Alter nicht schwarz auf weiß im Ausweis, würde man es sowieso nicht glauben, versicherte dritter Bürgermeister Johann Gollwitzer.
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