Amüsanter Briefwechsel
„Alte Kiste“: Hartnäckiger Bürgermeister mit guten Argumenten

Das alte Wartehäuschen ist reparaturbedürftig. Die Regierung fördert die Erneuerung mit 5000 Euro. Bürgermeister Andreas Wutzlhofer leistete bei den Beamten ganze Überzeugungsarbeit. Bild: dob
Vermischtes
Vohenstrauß
08.10.2016
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Unterlind. Eine amüsante Episode schob Bürgermeister Andreas Wutzlhofer bei der Bürgerversammlung in Oberlind dazwischen. Die Stadt hatte im Juni für das 44 Jahre alte sanierungsbedürftige Buswartehäuschen aus Holz in Unterlind einen Antrag auf Gewährung eines Zuschusses gestellt. Allerdings hatte die Regierung der Oberpfalz das Ansinnen mit Schreiben vom 1. Juli abgelehnt.

Ludwig Riedlberger aus dem Sachgebiet "Gewerbe und Verkehr" schrieb an die Stadt, dass es sich bei dem Bushäuschen zwar nicht mehr um das Modernste handle, es aber mit einem Anstrich durchaus noch aufzuwerten sei.

Wutzlhofer reagierte prompt und führte in seinem Antwortschreiben an, dass die Rückwand des Wartehäuschens, die nach Westen ausgerichtet ist, starke Verwitterung und größtenteils morsche Bretter aufweise. Die Holzverkleidung müsste wegen des schlechten Materials jedenfalls erneuert werden, wobei die geforderte Einsehbarkeit dadurch aber nicht gegeben sei. Zudem bestehe die Dacheindeckung aus Eternit und das sei nicht mehr zeitgemäß, begründete der Rathauschef.

Ob bei der Neugestaltung des Dorfmittelpunktes ein lediglich mit einem Farbanstrich aufgefrischtes Buswartehäuschen zielführend ist, bezweifelte Wutzlhofer deswegen. Riedlberger hatte in seinem Schreiben mitgeteilt, dass eine Ersatzbeschaffung dann förderfähig wäre, "wenn das alte Wartehäuschen stark reparaturbedürftig ist oder wenn es sich um eine unansehnliche alte Kiste handelt".

Aus diesem Grund schickte das Stadtoberhaupt postwendend eine Einladung an Riedlberger, er möge sich doch selbst vor Ort in Unterlind einen Eindruck von der sehr schlechten Bausubstanz "der alten Kiste" machen. Nur eine Woche später traf die genehmigte Förderung aus der Bezirkshauptstadt im Rathaus ein. Wutzlhofer resümierte deshalb schmunzelnd: "Ein Brief und 5000 Euro Förderung. Da schreibe ich den ganzen Tag nur Briefe."
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