Ausstellung in der Sparkasse
Gestalter vieler Geldscheine

Adrian Arthur Senger. Bild: dob
Vermischtes
Vohenstrauß
08.04.2016
35
0

Als Bürgermeister Andreas Wutzlhofer die Einladung zur Kunstausstellung von Adrian Arthur Senger erhielt, war er völlig überrascht. "Ich wusste gar nicht, dass so ein begnadeter Künstler bei uns wohnt und wir so eine Kapazität unter den Bürgern haben."

In der Sparkasse fand der knapp 90-jährige Vater von Pfarrersfrau Gabi Senger-Peischl eine Plattform zur Präsentation seiner handgezeichneten Geldscheinmotive, Aquarelle, Linolschnitte und Wandmalereien. Senger-Peischl hielt vor vielen Gästen die Laudatio. Seine Wertpapierentwürfe seien noch niemals der Öffentlichkeit gezeigt worden.

Besonderes Auge für Natur


"Hinter jedem Geldschein verbirgt sich eine gestalterische Qualität", sagte stellvertretende Filialdirektorin Monika Höllerer. Senger habe außerdem ein besonderes Auge für die Natur. In der Ausstellung werden unterschiedliche Arbeitsweisen des Malers und Grafikers präsentiert. Mit den Entwürfen für Geldscheine verdiente er sich seinen Lebensunterhalt. "Das war immer Terminarbeit am Zeichentisch bei künstlichem Licht, feinsten Pinseln und am Abziehstein gespitzten Farbstiftminen", informierte Senger-Peischl. Eine andere Arbeitsweise waren die Aquarelle, die als Ausgleich in der freien Natur entstanden. Unter den Gästen befand sich der Pleysteiner Pater Reinhold Schmitt, ein Kinder- und Jugendfreund Sengers. Beide stammen aus Maidbronn bei Würzburg.

Senger begann bei der Firma Menna in Würzburg eine Ausbildung als Kirchenmaler und Restaurator. Nach dem Kriegsdienst bewarb er sich an der Akademie der bildenden Künste in München. Später war Senger als Grafiker für verschiedene Firmen und Verlage tätig. Bei Giesecke & Devrient begann er schließlich mit der Wertpapiergrafik. 1959 ließ er sich nach Mailand vermitteln. Nach einer Einarbeitungszeit entwarf der Künstler Banknoten für viele Länder. Als er 1971 wieder nach Deutschland wechselte, machte er sich als freischaffender Maler und Grafiker selbstständig und nahm einen Lehrauftrag an der Fachhochschule Coburg für künstlerische Gestaltung bei den Architekturstudenten an.

Für Entwürfe weit gereist


1978 bot ihm eine Firma die Mitarbeit von Deutschland aus an, und so pendelte er zwischen dem Stammsitz in Lausanne sowie Schwarzenbach an der Saale. Meist war er bis zu drei Monaten in der Schweiz und bereiste für Entwürfe Länder wie Bangladesch, Belgien, Kolumbien, Ecuador, Indien. Israel, Korea, Laos, Eritrea, Mexiko, Südafrika, Saudi-Arabien, die Türkei oder die USA. 1986/87 bekam er mit zwei anderen Grafikern den Auftrag, das Design für die D-Mark-Scheine zu gestalten, später auch für den Euro.

"Ich will die schönen Erlebnisse in der Natur für den Betrachter so gestalten, dass die gleiche Begeisterung in ihm lebendig wird. Ich sehe in der Natur das Vorbild. Sie ist immer voller Wunder", brachte Senger einmal seine Begeisterung zum Ausdruck. Nach dem Tod seiner Ehefrau 2007 lebte Senger noch drei Jahre allein. Seither versorgen ihn seine zwei Töchter. Zwar male er heute immer noch, aber es entstünden ganz andere Werke, wie Senger-Peischl anhand eines Musters zeigte. Die Ausstellung ist in den kommenden vier Wochen in der Sparkasse zu besichtigen.
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.