Bäuerliche Schlachtgemeinschaft
Kontrollen ernst nehmen

Wichtigste Informationsquelle für den Landwirt ist die Cross-Compliance-Broschüre.
Vermischtes
Vohenstrauß
11.03.2016
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Die Bäuerliche Schlachtgemeinschaft hat 170 Mitglieder, 5 weniger als im Vorjahr. Seit den Neuwahlen 2014 steht Jürgen Hilburger an der Spitze der Gemeinschaft. Er hat sich mit viel Elan eingearbeitet, war in der Mitgliederversammlung im Gasthof "Schloßwirt" zu erfahren.

Altenstadt. Im abgelaufenen Kalenderjahr wurden 72 Tiere im vereinseigenen Schlachthaus an der Haidaer Straße geschlachtet, 2014 waren es 51. Im Einzelnen listete Hilburger 8 Kühe, 12 Bullen, 1 Ochsen, 7 Färsen, 3 Kälber, 17 Schafe, 4 Lämmer und 20 Schweine auf. Schriftführer Johann Winter blickte noch einmal auf die Neuwahlen zurück. Der neue Kassenchef Josef Prem lieferte professionelle Arbeit, bestätigte Prüfer Günther Gollwitzer.

Strikt an Vorgaben halten


Wenn er auch in dieser Materie nicht tief verwurzelt sei, sei es für ihn doch wichtig, sich mit diesen speziellen Themen zu befassen und Einblick zu erhalten, gestand Landrat Andreas Meier. Dadurch erfahre er auch, was es bedeute, in der heutigen Zeit eine Landwirtschaft zu betreiben. Für Probleme der Bauern habe er stets ein offenes Ohr.

Nach wie vor gebe es viele Beanstandungen zu Cross Compliance (CC), merkte Landwirtschaftsdirektor Josef Völkl vom Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten (AELF) Weiden an. Landwirte müssten sich strikt an die Vorgaben halten. Der Mehrfachantrag 2016 könne jetzt komfortabler über das Internet ausgefüllt werden. Unbedingt sollten die Eigentümer ihre Flächen im zentralen Serviceportal "Ibalis" verwalten und Wert auf exakte Bewirtschaftungsgrenzen legen oder Änderungen vornehmen.

Auch Kreisobmann Josef Fütterer warnte die Zuhörer, die CC-Kontrollen ernst zu nehmen, denn es gehe um viel Geld. Er beklagte zudem den dramatischen Preisverfall bei Milch, Fleisch und Getreide. Für viele Bauern sei nicht nachvollziehbar, warum der Milchpreis am Ölpreis gekoppelt sei. Die dadurch geringeren Betriebskosten würden durch steigende Strompreise aufgefressen.

Landwirtschaftsoberrat Hans Feiler, Abteilungsleiter Prüfdienst im AELF Tirschenreuth, betreibt selbst noch einen landwirtschaftlichen Betrieb in Oberbernrieth. Er betreut ein Zuständigkeitsgebiet, das vom Lamer Winkel im Bayerischen Wald bis zum Rennsteig an der Grenze zum Thüringer Wald reicht, informierte er. 2015 wurden rund 1200 landwirtschaftliche Betriebe einer Vor-Ort-Kontrolle unterzogen. "Wichtigste Informationsquelle für den Landwirt ist die Cross-Compliance-Broschüre."

Erneut verschärft


Dr. Norbert Sandner vom Veterinäramt nahm ebenfalls Stellung zu den Regelungen von Cross Compliance (anderweitige Vorschriften). Im Landkreis Neustadt hatte das Veterinäramt im vergangenen Jahr bei 72 Betrieben systematische Kontrollen und bei 25 Betrieben Anlasskontrollen vorgenommen. Dabei mussten bei rund 54 Prozent der Betriebe Verstöße vor allem gegen Kennzeichnungs- und Meldevorschriften oder Haltungsvorschriften im Bereich Tierschutz an die Prämienbehörde weitergemeldet werden. Für das laufende Jahr wird die Bewertung von Verstößen erneut verschärft. Nachzulesen sind die Anforderungen in einer umfangreichen Broschüre, die auf der Homepage des Bayerischen Staatsministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten abrufbar ist.

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Weitere Informationen:

www.stmelf.bayern.de
Wichtigste Informationsquelle für den Landwirt ist die Cross-Compliance-Broschüre.Landwirtschaftsoberrat Hans Feiler aus Oberbernrieth


Höhere SchlachthausgebührenBei der Kontrolle des Schlachthauses hatten Johann Weigert von der Regierung der Oberpfalz sowie Dr. Corinna Kett und Dr. Norbert Sandner vom Veterinäramt Weiden einige Mängel am Boden des Zerlege-Raums festgestellt. Nachdem sich das Angebot für einen neuen Kunstharzbelag auf 1400 Euro belief, beschloss der Vorstand, die Arbeiten mit Hilfe des Kassiers Josef Prem und dessen Schwager in Angriff zu nehmen. In Eigenregie sparte sich die Gemeinschaft so rund 500 Euro, informierte Vorsitzender Jürgen Hilburger.

Seit ein neuer Fleischwolf angeschafft wurde, besteht nun auch die Möglichkeit, Hackfleisch herzustellen. Die Benutzungsgebühr betrage zehn Euro. Außerdem schaffte sich die Schlachtgemeinschaft einen neuen Hochdruckreiniger an, der nun mit Heißwasser funktioniere. Das Altgerät nahm die Firma Rupprecht aus Eichelberg bei Parkstein in Zahlung.

Für Rinder wurden die Schlachthausgebühren von 25 auf 30 Euro anzuheben. Hilburger begründete die Teuerung damit, dass man nicht die Rücklagen der Gemeinschaft für den laufenden Betrieb aufbrauchen wolle. Vor allem die drei Metzger Otto Peugler, Andreas Kick und Josef Prem ernteten viel Lob für ihre Arbeit. (dob)
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