BRK-Bereitschaft zieht Bilanz

In die große Vohenstraußer Rotkreuzfamilie reihen sich viele verdiente Mitglieder ein, die seit Jahrzehnten ehrenamtlichen Dienst leisten. Humanität ist für sie alle kein Fremdwort. Vor seiner schweren Erkrankung war Josef Dierl (vorne, Zweiter von rechts) mit Herz und Seele Sanitäter. Bild: dob
Vermischtes
Vohenstrauß
14.12.2015
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Mit der Verlegung des Rettungswagenstandorts nach Lohma endet eine jahrzehntelange Tradition. Beim letzten Unterrichtsabend der Gemeinschaft war deshalb bei nicht wenigen Rotkreuzlern Trauer, Enttäuschung und Niedergeschlagenheit zu spüren.

Wachleiter Martin Putzer bezeichnete den 16. Januar, als die Entscheidung vor dem Schiedsgericht in München gegen Vohenstrauß fiel, gar als "den schwärzesten Tag in seinen 30 Jahren BRK-Zeit".

Stellvertretende Bereitschaftsleiterin Gabriele Kreuzer legte eine beeindrucktende Jahresbilanz vor: 46 335 ehrenamtliche Stunden addierten sich heuer in der Bereitschaft zusammen. 72 Männern und 64 Frauen leisteten zusammen mit 7 Bereitschaftsärzt fast 6000 Stunden mehr als im Vorjahr. In der Bereitschaftsjugend sind 23 Mitglieder zusammengeschlossen. Die Gemeinschaft ist stolz auf 16 Neuaufnahmen und 7 Anwärter. Erstmals gab es in der Geschichte der Vereinigung einen G7-Gipfel in Elmau. Vier Wochen später stellte die Flüchtlingswelle zum täglichen Betrieb eine unglaubliche Kraftanforderung an die Helfer. Hinzukamen der Kampfjetabsturz in Engelmannsreuth und der Sprayer-Party-Einsatz in Vohenstrauß.

Von Mensch zu Mensch


"Ohne die vielen Ehrenamtlichen hätte diese Leistung nie erbracht werden können", war der stellvertretende Kreisbereitschaftsleiter Sandro Gallitzdörfer überzeugt. "Zivilisation bedeutet, sich gegenseitig zu helfen von Mensch zu Mensch, von Nation zu Nation." Diesem Zitat vom Rotkreuzgründer Henry Dunant fühlten sich die Mitglieder heuer besonders verpflichtet, als der Flüchtlingsstrom begann, stellte Kreuzer heraus. Im betreuten Fahrdienst bewältigten vier Mitarbeiter 996 Einsätze mit 1300 Stunden. An insgesamt 19 Blutspendeterminen in Vohenstrauß, Pleystein, Moosbach, Tännesberg und Eslarn waren 91 Bereitschaftsmitglieder ehrenamtlich tätig und absolvierten 1330 Stunden.

Auch für den Sanitätsdienst vor Ort geht mit 510 Stunden ein intensives Jahr zu Ende. Bei 23 Absicherungen waren 67 Helfer eingesetzt, informierte die stellvertretende Bereitschaftsleiterin. In den Helfer-vor-Ort-Standorten Eslarn, Waidhaus und Tännesberg addierten sich beachtliche 13 771 ehrenamtliche Stunden von 16 Mitgliedern zusammen. Ab nächstem Jahr wird der Standort in Leuchtenberg auf Initiative von Christian Messer besetzt sein und auch in Vohenstrauß ist eine HvO-Gruppe geplant.

In der SEG-Behandlung wurde der Fuhrpark durch einen Lkw erweitert. Somit stünden der Gruppe nun zwei Fahrzeuge zur Verfügung. Leiter Marco Rappl freut sich über vier neue Mitglieder. Derzeit gehören 32 Helfer zur SEG. 243 Stunden wurden an Arbeitsdienst, Fortbildungen und Absicherungen wie bei Faschingsumzügen, Nofi-Lauf, Weiden-Amberg-Lauf und beim Eslarner Heimatfest abgeleistet. Hervorragende Arbeit erbrachten die Betreuungsmitglieder mit ihrer Gruppenführung Alexandra Kropf, Nadine Bock und Maria Dobmayer. Mit insgesamt 632 Stunden leisteten sie dreimal so viel wie im Vorjahr, was dem Flüchtlingsansturm geschuldet war. 16 Einsätze Flüchtlingen bewältigten 64 Rotkreuzler.

Viele Lehrgänge


Überaus aktiv zeigt sich die Bereitschaftsjugend mit 23 Kindern zwischen 8 und 15 Jahren, die von Christiane Sier und Anja Schaller regelmäßig im Wechsel mit viel Wissen in Theorie und Praxis ausgestattet werden. Gemeinsam brachten es die Einsatzkräfte auf 1500 Unterrichtsstunden. Dazu kamen die speziellen Lehrgänge für Rettungssanitäter, Grundlehrgang Betreuung, Fachlehrgang Rettungsdienst, das Einführungsseminar und die Lehrgänge Fachdidaktik Erste Hilfe und der Grundlehrgang Kommunikation und Information. Daneben waren der Katastrophenschutzkongress und viele gesellschaftliche Zusammenkünfte im Terminplaner der Rotkreuzgemeinschaft unterzubringen.

Bürgermeister Andreas Wutzlhofer sprach von einer persönlichen Niederlage, die er durch den Verlust des Rettungswagenstandorts nach Lohma erlitt. Er werde sehr genau die Entwicklung verfolgen und dann entsprechend den Finger in die Wunde legen. "Das war ein intensives Jahr mit einer gigantischen Leistung", sagte der stellvertretende Kreisbereitschaftsarzt Dr. Richard Pruy. Diese Leistungen seien weder ideell noch finanziell bezahlbar. "Das kann nur erbracht werden, wenn alle Ehren- und Hauptamtlichen an einem Strang ziehen."

Dank sagten auch der zweite Vorsitzende im BRK-Kreisverband Weiden und Neustadt, Dr. Rudolf Poschenrieder, und Kreisgeschäftsführer Franz Rath. Grüße der Feuerwehr überbrachte Vorsitzender Peter Grosser, der sich für die stets gute Zusammenarbeit im Namen des Stadtkommandanten Mario Dobmayer bedankte.
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