Dem Brauer Karl-Heinz Fiebig in der Traditionsgastsstätte Behringer wurde bis zum Jahresende ...
Ein Abschied der schmerzt. Immerhin ist es Fiebigs Elternhaus.

Noch ist Brauer Karl-Heinz Fiebig am Behringer-Sudkessel in seinem Metier. Doch die Besitzer der Brauerei haben dem Hüter des Weißbier-Rezepts zum 31. Dezember gekündigt. Bild: dob
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Vohenstrauß
14.10.2016
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(dob) Zeitenwende bei der Traditionsgaststätte Behringer: Dem bisherigen Pächter der 1898 gegründeten Brauerei, Karl-Heinz "Fips" Fiebig, wurde bis zum Ende des Jahres der Vertrag gekündigt. Er ist in dem Haus, das einst seinen Eltern gehörte, aufgewachsen. Die heutige Besitzerfamilie Albrecht aus Schwarzenbach meldet Eigenbedarf an. Ab Januar wird sich Nicole, die 38-jährige Tochter von Hans und Ingrid Albrecht mit der Brauerei ein eigenes Standbein aufbauen, erklärte Geschäftsführerin Ingrid Albrecht. Nicoles Lebenspartner Steffen Müller (40) sei gelernter Brauer und steige mit ein. Dies sei nötig weil die Familie ihren Metallreycling-Betrieb aufgrund einer schweren Krankheit ihres Ehemanns verkleinert hat und die Tochter dort nicht mehr arbeiten kann. Außerdem wolle ihr Mann die Besitzverhältnisse geregelt wissen.

Als die Albrechts 2007 für 150 000 Euro den Zuschlag für die Traditionsgaststätte im Amtsgericht Weiden bekamen, hatten sie mit dem Gasthaus und der angrenzenden Brauerei große Pläne, die auch bei der Stadt Anklang fanden. Sie wollten für mehr als eine Million Euro ein Hotel mit Erlebnisgastronomie verwirklichen und die Gebäude behutsam sanieren.

Der Traum platzte. In den vergangenen Jahren wurde der hintere Teil des nicht unter Denkmalschutz stehenden Brauhauses und das Kühlhaus lediglich abgerissen und die Fläche gepflastert. Gebaut wird dort - zumindest vorerst - nicht mehr. "Wir haben mehr Geld investiert als wir jemals eingenommen haben", versichert Ingrid Albrecht. "Heute würde ich den Behringer nicht mehr kaufen."

Ob nach dem Wechsel ab Januar das berühmte Weißbier mit dem typischen Geschmack noch fließt, ist völlig offen. "Ich muss jetzt mal abwarten, was auf mich zukommt", sieht Karl-Heinz Fiebig (58) unsicheren Zeiten entgegen. "Erst muss ich schauen, dass es bei mir wieder irgendwie weitergeht."

Aus heiterem Himmel


Die Kündigung kam für den Vohenstraußer völlig überraschend. Schon einmal wurde vor zehn Jahren nach der Insolvenz von Rudolf Fiebig, dem Bruder von Karl-Heinz, ein anderes Bier in der Gaststätte ausgeschenkt. Damals lief das Gebräu einer Bodenwöhrer Brauerei in die Krüge. Doch die Gäste wollten unbedingt ihr Behringer-Weizen und blieben aus.

Erst mit dem Einstieg von Brauer Karl-Heinz Fiebig Ende September 2012 der aus dem Haus stammt, ging es wieder aufwärts. Als Peter und Alexandra Dobner im Oktober des gleichen Jahres als Pächter der Gaststube einstiegen, florierte der Betrieb wieder.

Für Nicole Albrecht und Steffen Müller dürfte die Fortsetzung der Tradition nicht leicht werden. Denn das Originalrezept des Behringer-Weißbiers kennen laut Eingeweihten nur die beiden Brüder Fiebig.
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