Deutsch-tschechische Pfarrwallfahrt nach Mies
Mutig und selbstbewusst

Altbürgermeister Josef Zilbauer durfte bei der Wallfahrt das Gnadenbild der Muttergottes vom Marktplatz in Mies zur Dekanalkirche tragen. Bild: dob
Vermischtes
Vohenstrauß
26.09.2016
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Der Regens des erzbischöflichen Priesterseminars, Jan Kotas (Mitte) war in diesem Jahr Hauptzelebrant in der Dekanalkirche in Mies bei der Wallfahrt. Pfarrer Jiri Hajek (links) und Dekan Alexander Hösl (rechts) standen ebenfalls am Altar.

Kaiserwetter begleitete die deutsch-tschechische Wallfahrt "Zur schmerzhaften Muttergottes" nach Stríbro (Mies). Allerdings machten sich weniger Wallfahrer aus der Region als sonst mit dem Bus auf den 60 Kilometer langen Weg.

Vohenstrauß/Mies. (dob) Versäumt haben sie in jedem Fall eine erhebende Darbietung des "Hausorchesters" und des Chors aus Prag unter der Leitung von Adolf Melichar und Organist Dr. Antonin Stehlik. Sie führten eine Messe des tschechischen Komponisten Frantisek Ignác Tuma aus der Barockzeit auf, die bis heute einen wunderbaren kirchenmusikalischen Schatz in sich birgt und die Zuhörer regelrecht gefangen nahm.

Außergewöhnliche Ehre


Zu einer außergewöhnlichen Ehre kam zuvor der Vohenstraußer Altbürgermeister Josef Zilbauer, der das Gnadenbild von der Mariensäule am Marktplatz mit einer Prozession zur Dekanalkirche tragen durfte. Mit dabei der hohe klerikale Gast, Pfarrer Jan Kotas, Regens im erzbischöflichen Priesterseminar in Prag. Dekan Alexander Hösl stimmte mit Pfarrer Jiri Hajek das Wallfahrerlied "Wir ziehen zur Mutter der Gnade" an.

Im August 1990 wurde die erste öffentliche Wallfahrt zum Gnadenbild der "Schmerzhaften Muttergottes" gefeiert, erinnerte Pfarrer Hajek im Festgottesdienst. "Nach der sanften Revolution trugen die Katholiken das Muttergottesbild wieder durch die Straßen der tschechischen Stadt. Das war nicht selbstverständlich." Doch die Katholiken bewiesen damals Mut und Selbstbewusstsein. "Diesen Mut brauchen wir bis heute", versicherte der Pfarrer.

"Jede Wallfahrt ist stets eine große Anregung", führte Pfarrer Hajek aus, bevor er auch die Bürgermeister Andreas Wutzlhofer und Karel Lukes, willkommen hieß. Josef Felber junior und Erika Sollfrank übernahmen die zweisprachigen Lektorendienste.

Seine engen Beziehungen zu Pfarrer Hajek unterstrich der Regens vor seiner Predigt. Vor 22 Jahren erteilte er den Gläubigen in der Dekanalkirche den Primizsegen. Pfarrer Hajek habe ihn und all seine Geschwister getauft. In den Heiligenbildern wie das der "Schmerzhaften Muttergottes" vor dem Altar und anderen Ikonen steckten viele lebende Bildnisse, die schlicht, aber mit viel Kraft, das Herz der Menschen erreichten.

Am Ende der Messe dankte Pfarrer Hajek Dekan Alexander Hösl für die Zusammenarbeit über Ländergrenzen hinweg und lud zu Golatschen ein, die seine Pfarrangehörigen gebacken hatten. Michaela Wolfinger erhielt von Pfarrer Hösl viel Lob für die Organisation.

Der Vohenstraußer Stadtpfarrer legte abschließend den Gläubigen noch einmal die Predigtworte des Regens ans Herz: "Jeder Mensch hat durch die Taufe eine unschätzbare Würde bekommen." Ein Höhepunkt dieser Wallfahrt sei ohne Zweifel der klangvolle und wunderbare Beitrag des Orchesters und des Chors gewesen, meinte Hösl. Dafür gab es zurecht großen Applaus.

Fahrt durchs Grenzland


Nachdem sich die Mutter des Hauptzelebranten unter den Gottesdienstbesuchern befand, stibitzte Pfarrer Hajek kurzerhand ein paar Gladiolen aus einer Vase und überreichte sie der überraschten Dame als Ehrerbietung. Nach dem Mittagessen machten sich die Buswallfahrer mit Michaela Wolfinger auf zu einer erlebnisreichen Grenzlandfahrt. In Bärnau besuchten die Wallfahrer unter anderem das Knopfmuseum.
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