Ehrenzeichen für verdiente Feuerwehrleute
Erstmals Frauen geehrt

Das Feuerwehr-Ehrenzeichen für 25 oder 40 Jahre aktiven Dienst erhielten heuer erstmals sechs Frauen der Oberlinder Wehr, die im Notfall seit 25 Jahren ausrücken. Dafür bekamen sie von allen Seiten uneingeschränktes Lob. Für 40 Jahre Feuerwehrdienst durften sich die Ausgezeichneten ganz vorne einreihen. Bild: dob
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Vohenstrauß
17.10.2016
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Erstmals in der Geschichte der Feuerwehren der Großgemeinde wurden bei der Verleihung des Ehrenzeichens des Freistaats Bayern 6 Frauen aus Oberlind für 25 Jahre aktiven Dienst ausgezeichnet. Nicht nur für Bürgermeister Andreas Wutzlhofer war dies eine Premiere.

Auch für Landrat Andreas Meier war die Ehrung so vieler weiblicher Kräfte eine absolute Ausnahme. Fast hätten die Vohenstraußer Floriansjünger es nicht geschafft, der Feierstunde im Gasthaus Anzer beizuwohnen, da sie am Freitag bis kurz zuvor bei einem schweren Unfall auf der Bundesstraße 22 eingesetzt waren. Dieser Unfall habe wieder deutlich vor Augen geführt, wie unverzichtbar die Helfer sind, sagte Kreisbrandrat Richard Meier. Die Feuerwehrhelfer versuchen 365 Tage im Jahr, 7 Tage die Woche und 24 Stunden am Tag für andere Menschen, die Hilfe brauchen, da zu sein.

Das aktuelle Dienstalter von 63 Jahren, soll laut Kreisbrandrat auf 65 erhöht werden. Ein Bundesland (Mecklenburg-Vorpommern) sei sogar schon bei 67 Jahren. "Mit dem Krückstock wollen wir aber nicht ausrücken, irgendwann ist einfach Schluss", so Meier.

"Seit mehr als einem Jahrhundert verstehen unsere Feuerwehrleute ihren Dienst mit dem Slogan Retten-Löschen-Bergen-Schützen als freiwillige Verpflichtung", führte Wutzlhofer im Beisein der Kreisbrandmeister Markus Kindl und Martin Weig aus. Dieser Leitsatz drücke die uneingeschränkte Bereitschaft aus, zur Stelle zu sein, um Menschen zu helfen wenn das Leben, die Gesundheit oder deren Hab und Gut durch Brand, Unfall oder Naturkatastrophen bedroht sind. Mit der Bereitschaft den Feuerwehrdienst in der Ortsfeuerwehr auszuüben, erklärten sich die Frauen und Männer bereit, rund um die Uhr für den Nächsten einzutreten. Das Stadtoberhaupt nannte die Wehrleute die "Task-Force", die überall anpacke, wo es Not tue. Ohne sie käme Hilfe oftmals nicht mehr rechtzeitig.

Viel Zeit investiert


Der Feuerwehrdienst setze umfassende Fähigkeiten und Fertigkeiten voraus. Regelmäßige Übungen und Fortbildungen gehörten deshalb zum Alltag aller Feuerwehrler. Wutzlhofer dankte allen Ausbildern und Kommandanten, die viel Zeit in dieses Ehrenamt investierten. Seit ihrem Eintritt habe sich das Profil des Feuerwehrdienstes stark verändert und ausgeweitet. Der klassische Brandeinsatz sei eher selten geworden. Im Vordergrund stünden stattdessen heute vorrangig technische Hilfeleistungen bei Unfällen, insbesondere auf der Autobahn A 6. Damit sie dieses weit gefächerte Aufgabenspektrum auch bewältigen könnten, sei es wichtig, hochtechnische Mittel zur Verfügung zu stellen. Hier sei die Stadt Vohenstrauß in der Verpflichtung, alles daran zu setzen, damit die Wehren bestens ausgestattet werden. "Der Feuerschutz ist und bleibt Pflichtaufgabe der Stadt, der man gerecht werden muss", war Wutzlhofer der Meinung. Die Stadt zeige mit ihren Entscheidungen sehr viel Verantwortungsbewusstsein.

"Bürgerschaftliches Engagement ist für euch eine Selbstverständlichkeit geworden. Und ich freue mich, dass es in unserer Stadt und Großgemeinde noch viele Menschen gibt, die so denken und handeln wie ihr, denn ohne diese Freiwilligkeit würde unsere Gesellschaft nicht so funktionieren", war der Bürgermeister überzeugt. Für Landrat Meier sei es immer wieder faszinierend, wie sich innerhalb kürzester Zeit so viel Männer- und Frauenpower in Gang setzen kann. "Ihr seid die schnelle Eingreiftruppe des Bürgermeisters, auf die man gerne zurückgreift", unterstrich der Landkreischef.

Etwas Einzigartiges


Wenn er die Feuerwehrleute ehre, wolle er keineswegs die Arbeit der Ehrenamtlichen, die sich in den sozialen und caritativen Bereichen engagieren, schmälern. "Aber der aktive Dienst in einer Feuerwehr ist etwas Einzigartiges". Warum ist es heute nicht mehr selbstverständlich, dass sich junge Leute der Feuerwehr anschließen? Möglicherweise greife ein Egoismus in der Gesellschaft um sich. "Ich will es nicht hoffen, denn noch immer gibt es Menschen, die sich für diesen wichtigen Dienst opfern", so der Landrat.

Während der Feier wurde zweimal Alarm für die Waldauer und Vohenstraußer Einsatzkräfte ausgelöst, da wegen des starken Ostwinds Bäume über der Fahrbahn lagen. Im Blickpunkt

Der Feuerschutz ist und bleibt Pflichtaufgabe der Stadt, der man gerecht werden muss.Bürgermeister Andreas Wutzlhofer
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