Enormer Wasserverbrauch wegen Rekordhitze in Vohenstrauß
Wasserverbrauch auf Rekordniveau

Erich Sauer aus Waldau dreht nicht einfach zuhause den Wasserhahn auf, sondern holt das Wasser für seinen Garten von der Brauchwasserstelle in Vohenstrauß und handelt damit vorbildlich. Bild: dob
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Vohenstrauß
13.08.2015
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Momentan ist bei den Vohenstraußern Dauer-Schwitzen angesagt. Und der Wasserverbrauch schnellt wegen der Hitze in die Höhe. "So hoch wie derzeit war er in der Großgemeinde noch nie", erklärt Johann Balk.

Der Bauamtsleiter ist für die Wasserberechnungen zuständig. "In den letzten beiden Wochen ist der tägliche Wasserverbrauch von üblicherweise im Sommer um die 1200 Kubikmeter auf bis zu 1700 Kubikmeter gestiegen", rechnet der Experte vor. "Das ist absoluter Rekordwert."

Vorräte in den Regenwassernutzungsanlagen neigen sich dem Ende

Die enorme Steigerung sei wohl zu einem Teil auf die Bewässerung der Rasenflächen in den Gärten und den Sportanlagen zurückzuführen, mutmaßte Balk. Natürlich mache sich auch bemerkbar, dass die Vorräte in den Regenwassernutzungsanlagen zur Neige gingen.

Normalerweise würden im Winterhalbjahr eine tägliche Abnahme zwischen 800 und 1000 Kubikmetern erreicht, im Sommer etwa 200 bis 400 Kubikmeter mehr. Die aktuelle Entwicklung treibe den Verantwortlichen schon Sorgenfalten auf die Stirn. Denn die fehlenden Niederschläge der vergangenen Winter und die seit langem anhaltende Trockenheit würden sich auch in den Schüttungen der gemeindeeigenen Quellen und der Brunnen der Trinkwasserversorgungsanlagen bemerkbar machen.

Bauhof täglich unterwegs

Braune Wiesen, Blumen mit hängenden Köpfen und Bäume, die schon ihre Blätter verlieren - so hinterlässt der Traumsommer auch hässlich Spuren und stellt Gartenbesitzer sowie Bauhofleute vor die Aufgabe, oft und kräftig zu gießen. Selbst am Wochenende sind die städtischen Mitarbeiter mit ihren Tankfahrzeugen zum Bewässern unterwegs. Teilweise werde das Wasser aus der Brauchwasserstelle in Nähe des Bauhofs und auch aus der Trinkwasserversorgungsleitung entnommen, berichtet Balk.

Ein wahres Dilemma sieht er in der Bewässerung der Sportplätze. Eigentlich dürften diese in so heißen Perioden nicht mehr gegossen werden. Allerdings riskiere man dann, dass die Rasenflächen neu angesät werden müssten. Die Kosten dafür schätzt der Fachmann zwischen 30 000 und 50 000 Euro ein. "Ein Sportplatz-Rasen ist mit Drainagen ganz anders aufgebaut als der heimische Garten." Diesbezüglich müsse sich die Kommune in den kommenden Jahren eine neue Option erarbeiten. Ideen dazu gebe es bereits, sie seien allerdings noch nicht spruchreif.

Kostbares Nass

Den mit Abstand größten Teil der Verbrauchsmengen bezieht die Stadt von der Steinwaldgruppe. Deren Geschäftsführer Bernhard Eigner wies die angeschlossenen Gemeinden bereits auf die angespannte Situation hin und mahnte einen sorgfältigen Umgang mit dem kostbaren Nass an,. In solchen Dürreperioden sollte wenn möglich auf die großflächige Bewässerung der Garten- und Rasenflächen verzichtet werden, ebenso auf Autowaschen außerhalb von Waschanlagen oder gar das Abspritzen von Einfahrten und befestigten Flächen.

Die Stadt weist in diesem Zusammenhang auf die ganzjährigen Möglichkeiten zum schonenden Umgang mit der Ressource Trinkwasser hin und bietet Beratung für jeden Bürger im Bauamt an. Brauchwasser-Entnahme-Stellen sind beim Regenüberlaufbecken unterhalb des städtischen Bauhofs, bei der Kläranlage in Unterlind, in Böhmischbruck und in Altentreswitz vorhanden.

Keine Knappheit

Balk will nicht von einer grundsätzlichen Wasserknappheit sprechen. Aber er traut sich nicht abzuschätzen, wie sich die Lage entwickelt, sollten mehrere niederschlagsarme Winter und heiße Sommer folgen. Dann könnte sich der sorglose Umgang mit dem Trinkwasser schnell gravierend ändern.
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