Eröffnung des Pfarrheims nach einjähriger Bauzeit
Heim ohne viel Schnickschnack

Eine Kochinsel gewährt in der neuen Pfarrheimküche eine großzügige Benutzung. Der Katholische Frauenbund übernahm komplett die Kosten für dieses Projekt.
Vermischtes
Vohenstrauß
22.06.2016
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Hell und freundlich präsentiert sich der Pfarrsaal, das Herzstück des neuen Pfarrheims. Der lichtdurchflutete Raum kann für kleinere Veranstaltungen mit einer Mobilwand unterteilt werden. Die sichtbar gearbeitete Tragkonstruktion und eine Akustikdecke in hellem Ahornholz setzen besondere Akzente. Bild: dob

Mit der Segnung des Pfarrheims am Sonntag, 26. Juni, geht ein langgehegter Wunschtraum der katholischen Pfarrangehörigen in Erfüllung. Im Vorfeld hatte das Vorhaben den Verantwortlichen viel Kopfzerbrechen bereitet

In einjähriger Bauzeit entstand ein neuer Versammlungsort für die Gemeinde. Vorbei sind die Zeiten, in denen Besucher in kalten Räumen ausharren mussten, weil die Heizung wieder einmal ihren Geist aufgab oder kalte Luft durch die kaputten Fenster pfiff.

Architekt Josef Schönberger, der in der Pfarrei schon mit dem Bau der Kinderkrippe überzeugte, plante nun auch den Pfarrheimneubau. Dieser besticht mit funktionaler Bauweise und ausgeklügelter Raumaufteilungen. Schönberger, Dekan Alexander Hösl und die Kirchenverwaltung waren sich einig, dass es ein Heim ohne viel Schnickschnack werden sollte.

Leitlinie war bei der Planung die Umsetzung des Raumprogramms des Bischöflichen Baureferats der Diözese Regensburg für Pfarreien mit mehr als 4000 Seelen. Die Gebäudegestaltung wurde nach sorgfältiger Überlegung als Baukörper mit Satteldach gewählt, die sich eigenständig zum Ensemble der Stadtpfarrkirche und dem angrenzenden Walter-Siegert-Caritasheim behauptet.

Beim Massivbau mit freitragender Dachkonstruktion wurde besonderer Wert auf diffusionsoffene Konstruktion und Verwendung von wohngesunden Baustoffen und Ausführungsarten gelegt. "Wir sind alle froh, dass wir wieder ein Pfarrzentrum haben, in dem man sich wieder wohlfühlt", erklärt Hösl.

45 Prozent Zuschuss


Die veranschlagten Gesamtkosten in Höhe von 1,2 Millionen Euro, die penibel eingehalten wurden, bezuschusst die Bischöfliche Finanzkammer aus Kirchensteuermitteln mit 45 Prozent. Den Rest schultert die Kirchenstiftung aus Eigenmitteln und Spenden, die sich mittlerweile auf knapp 200 000 Euro belaufen.

Zentraler Raum


Die Hauptgeschosse sind ebenerdig erschlossen und behindertengerecht. Zentraler Raum ist nach dem Eingang mit abgeschlossenem Treppenhaus das Foyer. Von hier aus erreichen die Benutzer den 135 Quadratmeter großen Pfarrsaal.

Große, bodentiefe Fensterelemente mit Sicherheitsverglasung schaffen helle Räume. Eckfenster ermöglichen einen Sichtbezug zur Stadtpfarrkirche und zur Altstadtsilhouette. Nebenräume mit Küche, Abstellraum und Toiletten ergänzen das Erdgeschoss. Unter dem Dach sind ein Gruppenraum für den Katholischen Frauenbund mit rund 25 Plätzen und separatem WC sowie Abstellräume untergebracht. Im Untergeschoss bieten sich die Räume für die Jugend, Mutter- und Kind- sowie die Chorgemeinschaft mit Zugang in den Freibereich an. Eine Kleinküche, Toiletten sowie ein Abstellraum finden hier ebenfalls Platz.

Das Haus wurde mit einem umbauten Raum von 2165 Quadratmetern um ein Drittel kleiner als das alte Pfarrheim aus der Mitte der 1960er Jahre. Ein Augenmerk legte der Planer auf die Wirtschaftlichkeit des Gebäudes. Deswegen wurde das Pfarrheim wieder an die Nahwärmeversorgung der Naturenergie Eslarn-Vohenstrauß GmbH angeschlossen. Zentraler Mittelpunkt im Pfarrheimsaal ist ein vom Weidener Künstler Günter Mauermann entworfenes modernes Bronzekreuz, das mit Buntglas hinterlegt ist, das von einem Spender bezahlt wurde, der nicht genannt werden möchte. Mit dem im Frühjahr 2015 begonnenen Abriss des alten Gebäudes und dem nachfolgenden Neubau beendet die Pfarrei eine erfolgreiche Maßnahme, die nach der Generalsanierung des Pfarrhofs und dem Bau der Kinderkrippe einen wertvollen Juwel im Ensemble der kircheneigenen Gebäude setzt.

Segnung und PfarrfestDie Einweihung des neuen Pfarrheims St. Marien ist am Sonntag, 26. Juni. Folgender Programmablauf ist geplant: 9.20 Uhr Aufstellung zum Kirchenzug auf dem Vorplatz der Grundschule. Gegen 9.30 Uhr Kirchenzug zum Pfarrhof und dort Begrüßung des Bischofs Dr. Rudolf Voderholzer durch den Kindergarten Don Bosco und dem Pfarrgemeinderatssprecher Dr. Manfred Bauer.

Anschließend reihen sich die Kinder und Priester ein und ziehen zur Stadtpfarrkirche. Während alle in das Gotteshaus einziehen, segnet der Bischof Kinder auf dem Parkplatz beim Seniorenheim. Um 10 Uhr beginnt der Festgottesdienst. Danach ziehen alle Teilnehmer zum Pfarrheim. Der Gast aus Regensburg erteilt dort dem neuen Haus den Segen.

Auf dem Pfarrplatz beginnt anschließend das Pfarrfest, verbunden mit einem Tag der offenen Tür im Pfarrheim. Um 14.30 Uhr ist die Aufführung der Don-Bosco-Kindergartenkinder. Anschließend bietet Architekt Josef Schönberger zwei Führungen durch das neue Domizil an. (dob)
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