Erste Bürgerversammlung in Vohenstrauß 2016
„Stress mit den Kindergärten“

Kanalbauarbeiten waren im Ortsteil Roggenstein unumgänglich. Derzeit wird die Hauptwasserleitung für rund 35 000 Euro erneuert. Vier Wasserrohrbrüche in einem Jahr ließen keine Zeit mehr zu.
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Vohenstrauß
27.09.2016
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Kanalbauarbeiten waren in Roggenstein unumgänglich. Derzeit wird die Hauptwasserleitung für rund 35 000 Euro erneuert. Vier Wasserrohrbrüche in einem Jahr ließen keinen Aufschub mehr zu. Bild: dob

Premiere im Roggensteiner Feuerwehrhaus: Erstmals waren die Floriansjünger des Ortsteils Gastgeber für eine Bürgerversammlung. Sie meisterten die Veranstaltung mit Bravour.

Roggenstein. (dob) Die Roggensteiner sind offenbar mit der Politik im Vohenstraußer Rathaus zufrieden, denn nur wenige Anfragen und Wünsche erreichten Andreas Wutzlhofer am Montagabend. Eine einheitliche Regelung für Kinder unter drei Jahren für den städtischen Kindergarten Anton Ferazin wünschte sich Sonja Witt. Nachdem in Vohenstrauß zwei Krippen betrieben werden, sei dies nicht so einfach, entgegnete der Rathauschef. "Wenn in den Krippen Plätze frei sind, können wir nicht Unter-Dreijährige in einer Kindergartengruppe aufnehmen", sagte der Bürgermeister.

Gespräch suchen


"Ich fahre kein Kind nach Vohenstrauß in eine Krippe. Lieber bleibe ich gleich bei meinem Kind zu Hause", machte die Roggensteinerin deutlich. Die Stadt sei dazu verpflichtet, das Defizit der unter kirchlicher Trägerschaft geführten Krippen zu tragen. Wenn die Einrichtungen aber nicht ausgelastet seien, stiegen auch die Kosten, erklärte Wutzlhofer. Trotzdem wolle er mit den kirchlichen Trägern das Gespräch über die künftige Vorgehensweise suchen.

Weiteres Thema der Mutter war die Schulwegsicherheit. "Spätestens ab Zeßmannsrieth müssen die Kinder im Bus stehen, oft auch schon ab Roggenstein." Erstklässler säßen zu dritt auf zwei Sitzen, erläuterte Witt. "Ein leidiges und jahrzehntelanges Dauerthema", bestätigte der Rektor der Pfalzgraf-Mittelschule, Alfons Raab. Stehplätze im Bus seien jedoch zulässig, sagte das Stadtoberhaupt.

Schulbusbegleiter, die eigentlich eine gute Lösung für dieses Problem wären, könnten sich nicht gegen die älteren Mitschüler durchsetzen, die ihre Sitzplätze konsequent einfordern. "Das ist die normale Hackordnung." Raab hegte jedenfalls keine Hoffnung, dass sich an diesen wenig schmeichelhaften Situationen etwas ändern werde. Ein zusätzlicher Bus scheitere an den zu hohen Beförderungskosten, erklärte Wutzlhofer. Der demografische Wandel in den kommenden Jahren trage jedoch sicherlich zu einer Besserung bei, merkte er an.

Während im vergangenen Jahr im Vohenstraußer Einwohnermeldeamt 55 Geburten eingetragen wurden, sind es heuer bisher erst 35 Neugeborene. "Bei dem Stress mit den Kindergärten traut man sich doch gar keine Kinder mehr zu bekommen", rief Witt spontan.

"Licht ins Dunkel auf städtischem Grund" würde Hubert Reil gerne bringen. Damit meinte er die Wucherung von Stauden und Büschen auf dem ehemaligen Felsen zur Straße nach Kaimling, der einmal gern besuchter Aussichtspunkt war. Der im Volksmund genannte Fels "Steinkluppe" sei mittlerweile so zugewachsen, dass nicht einmal mehr der Kindergarten von der Straße aus zu sehen sei.

"Früher war das der Schafrangen", wussten ältere Bewohner. "Da wurde seit der Eingemeindung nichts mehr abgeschnitten und gerodet. An diesem Fels wurde sogar geklettert", berichtete Johann Gösl. Wutzlhofer will sich mit der Unteren Naturschutzbehörde im Landratsamt in Verbindung setzen, ob der historische Aussichtspunkt wieder hergestellt werden kann.

Ausbesserungen an der schadhaften Straße von Roggenstein in Richtung Zieglmühle, vorbei am Malerbetrieb Kammerer, forderte Stefan Urbaneck. In den kommenden drei bis vier Jahren plane Außendienstleiter Karl Frey dort eine Deckensanierung. Die 500 Meter lange Strecke sei mittlerweile brüchig und rissig. Zu wenig attraktiv finden Witt und einige Mütter den Spielplatz. Dies ließ Frey nicht gelten. Vielmehr werde der Platz so wenig frequentiert, dass im Sand sogar das Gras wachse. Außerdem werde vor jedem Haus mit Garten eine eigene Spielwiese für die Sprösslinge eingerichtet.

Die hohen Druckverhältnisse an der Hauptwasserleitung in der Muglhofer Straße und vier Rohrbrüche in einem Jahr machten die Erneuerung unumgänglich. Die Kosten belaufen sich auf 35 000 Euro.

Zuschüsse prüfen


Rund 3000 Euro wurden in den Kindergarten Anton Ferazin investiert. Angeschafft wurden eine Kletterwand und eine Digitalkamera. Die Problematik der Niedrigzinsphase betreffe auch das Geld der Anton-Ferazin-Stiftung. Deswegen müssten Zuschüsse aus diesem Vermögen sehr genau geprüft und bewertet werden, unterstrich Wutzlhofer.
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