Evangelische Kirchengemeinde Vohenstrauß
Rastplatz in atemlosen Zeiten

Pfarrer Peter Peischl freut sich, dass Kindergarten und Kirchengemeinde langsam zusammenwachsen. Das Evangelische Haus für Kinder Gottfried Sperl leistet wichtige Aufbauarbeit. Die Verantwortlichen oder auch das Kindergottesdienst-Team können jedoch nicht alles alleine bewältigen. Bei der Vermittlung von Glauben und Werten müssen die Eltern ebenfalls ihren Teil beitragen. Bild: tss
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Vohenstrauß
18.05.2016
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Das Angebot für Kinder und Jugendliche in der evangelischen Kirchengemeinde befindet sich "etwas im Umbruch", sagt Pfarrer Peter Peischl. Sternsinger und Kinderbibeltage machen Pause, neue Aufbauarbeit ist angesagt. Aber den Verantwortlichen ist nicht bang.

Vor allem in der Jugendarbeit gab es in den vergangenen zwei Jahren große Veränderungen. Nach dem Abitur haben einige Leiter von Jugendgruppen Vohenstrauß für ein Studium verlassen, erklärt Jugendausschuss-Vorsitzender Timmy Schlesinger. Feste wöchentliche Termine funktionieren daher nicht mehr, dafür gibt es künftig einzelne Projekttage. "Wir hoffen aber, dass durch die Konfirmanden wieder etwas Neues entsteht."

Mit Fragen nicht allein


Wichtig beim Engagement mit dem und für den Nachwuchs ist, die Verbindung zur Kirchengemeinde herauszuheben, findet Peischl. "Es wachsen immer wieder Kinder in den Glauben hinein. Das hängt auch viel vom Engagement der Eltern ab", ergänzt Sonja Grosser, Leiterin des Kindergartens und der Krippe im Evangelischen Haus für Kinder Gottfried Sperl. Die Einrichtung legt Wert auf Gottesdienste am Anfang und Ende des Jahres. Feste Bestandteile sind auch gemeinsame Lieder und Gebete am Morgen. "Die Kinder mögen das, auch das Philosophieren. Es gibt ihnen Halt, sie sind nicht allein mit ihren Fragen."

Peischl freut sich, dass Kindergarten und Gemeinde langsam zusammenwachsen. Allerdings gibt es nach wie vor viele Eltern, denen das Zugehörigkeitsgefühl fehlt. Das wirkt sich wiederum auf das Engagement aus. Abhilfe soll hier das Gemeindefest schaffen, das abwechselnd in der Vorschuleinrichtung und im evangelischen Gemeindehaus stattfindet.

Zugpferd ist jedoch eindeutig der Kindergottesdienst jeden zweiten Sonntag. Gabriele Senger-Peischl und Barbara Hofmann sowie weitere Helferinnen betreuen eine Gruppe von 8 bis 15 Buben und Mädchen, vom Kleinkind bis zum Konfirmanden. "Es ist eine schöne Gruppe, ein Stamm, der immer kommt", sagt Senger-Peischl. Die Kleinen sind im Ablauf vom Begrüßungslied bis hin zum biblischen Rollenspiel immer eingebunden. Auch Basteln oder Spiele stehen auf dem Programm, Eltern dürfen auch mitmachen. "Im Kindergottesdienst erleben die Kinder etwas, was sie sonst nie erleben", weiß Grosser. "Leider erweitert sich der Stamm nicht", bedauert Senger-Peischl. "Sonntag ist oft der einzige Tag, an dem Familien Zeit füreinander haben", fügt ihr Ehemann hinzu.

Senger-Peischl hat aber die Tendenz beobachtet, dass viele sich bei immer mehr Interessen und Verpflichtungen "nicht mehr so langfristig binden, sondern sich einzelne Termine oder Aktionen heraussuchen". Rollenbilder ändern sich, es gibt immer mehr berufstätige Frauen oder auch Patchwork-Familien - "das alles wirkt sich auf das Engagement der Eltern aus", ergänzt Grosser.

Neue Akzente setzen


Aber: "Diese Atemlosigkeit macht uns kaputt", warnt Peischl. Die Gemeinde muss ein "Gegenpol, ein Rastplatz für die Seele sein", und neue Akzente setzen. Es gilt, den Mehrwert von Kirche und Religion zu vermitteln. "Es geht primär um die Beziehung zu Gott." Hier sind aber auch die Erwachsenen gefragt: "Eltern müssen Vorbilder sein, auch in der Vermittlung von Glauben und Werten. Sie müssen die Kinder fit fürs Leben machen und sie zum Nachdenken anregen."

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Im Vorfeld der evangelischen Landestagung "Kirche mit Kindern" vom 10. bis 12. Juni in Weiden beleuchtet "Der neue Tag" die Vielfalt der Angebote für den Nachwuchs im Dekanat. Weitere Informationen im Internet unter www.weit-weiter-weite.de.
Eltern müssen Vorbilder sein, auch in der Vermittlung von Glauben und Werten. Sie müssen die Kinder fit fürs Leben machen und sie zum Nachdenken anregen.Pfarrer Peter Peischl
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