Faschingsfeier des Altenstädter Frauenbunds
Elm als Dschungelrandgebiet

Im Dschungelcamp des Altenstädter Frauenbunds tummelten sich Kreuzfahrt-Kapitäne und Pharaonen aus dem alten Ägypten gleichermaßen. Bild: dob
Vermischtes
Vohenstrauß
09.02.2016
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Dramatische Persönlichkeitsveränderungen, üble Laune, Ekel, keine Hemmungen: Der Katholische Frauenbund Altenstadt hatte sich beim Fasching im Gasthaus "Grüner Baum" Gedanken über das Dschungelcamp gemacht.

Altenstadt. Vorsitzende Martha Bauer gab deshalb preis, dass man sich sehr wohl überlegt habe, wie man Medieninteresse errege. Lange habe man spekuliert, was Deutschlands Bürger interessiert? "As Dschungelcamp wär angeblich grandios und dou is jede Menge los, weil's trendig is und aktuell - drum bring as des auf RTL", reimte sie vor einer stolzen Anzahl lustiger Faschingsnarren.

Wildnis und dunkle Wälder


"Wennst fragst sagt jeder tuat mir leid, für so an Krampf hob i koi Zeit." Komisch, denn es stellte sich alsbald heraus, ein jeder weiß Bescheid über Ekel und Graus. Deshalb habe sich die Frauenbundgemeinschaft überlegt, ob nicht ein Fernsehteam in Altenstadt drehen soll. Wildnis und dunkle Wälder seien Voraussetzung, damit die Fernsehgelder sprudelten. Bis nach Australien müssten sie fliegen, damit sie das Dschungelfeeling kriegen würden. "Unser Budget des is zu klein, dou wird's wohl eher was heimatnahes sein."

Die Idee folgte bei den Frauen rasch: "Der Elm als Dschungelrandgebiet, die passende Kulisse gibt." Als Star fand die Führungsriege auch gleich mit ihrer Antonia eine große Blonde. Sicher wär unter den sieben Vorstandsmitgliedern auch gleich eine Dschungelkönigin dabei, vermutete Bauer selbstbewusst. "Im Dschungelcamp mit derer Esserei, dou ist fei nird vül Genuss dabei. Heischrecken, Maden und anderes Getier war dann fei unser Lebenselixier", gab sie in der Runde zu bedenken. "Ja, dou derfs de vor gar nix grausen, wir müsst'n halt dann an Regenwurm ozaus'n."

An diesem Abend wollte die bunte Schar einmal so richtig Gas geben, deshalb meinte Bauer: "Ach Gott, herrje und ach o Graus. Wir sind die Stars, holt uns hier raus."

Damit landete die Gemeinschaft bei den Gästen einen absoluten Kracher. Falsche Wimpern, greller Lippenstift, Perücken, Netzstrümpfe und vieles andere mehr: Die fröhliche und ausgelassene Gästeschar scheute keine Mühen und Kosten, um sich für den Frauenbundfasching richtig aufzubrezeln und oft bis zur Unkenntlichkeit herauszuputzen.

Dekan Alexander Hösl mischte sich ebenfalls unter die Gäste und lockte die Damen aufs Tanzparkett. "D'Hogga" sorgten für beste Unterhaltung. Monika Mages und Klara Silbermann entführten das Publikum anschließend im Sketch "Der Pokal" in eine Schreinerwerkstatt für Möbel und Särge. Im Durcheinander des Büros suchte das Ehepaar nach einem Fußballpokal, der vor Jahren im Lokalderby zwischen Altenstadt und Waldau ausgespielt wurde.

Im Verlauf der Recherchen stellte sich heraus, dass ein Kunde statt eines Sargs für die Beerdigung seiner Erbtante eine Urne kaufte und die Ehefrau des Schreiners ausgerechnet den Pokal, den sie für eine Urne hielt, veräußerte.

Cheerleader und Garde


Viel zu Lachen gab es auch beim Stück "Der Mann vom Paketdienst", das Martha Bauer (Kind), Martha Kammerer (Mutter), Antonia Voit (Paketdienst) aufführten. In Zeiten des Onlinehandels sind die Paketdienste im strapaziösen Tagesgeschäft eh schon gefordert. Wenn sich dann aber noch ein kleines Mädchen an der Tür vehement ziert, von einem Fremden ein Paket anzunehmen, dann liegen die Nerven des Postdienstmannes blank.

Vom Kind als Räuber und Terrorist verdächtigt zu werden, bringt selbst den ruhigsten Zusteller schon mal aus der Fassung. Zu vorgerückter Stunde traten "Rampage", die Cheerleader-Gruppe der DJK Weiden, und die Altenstädter Prinzengarde auf.

Ach Gott, herrje und ach o Graus. Wir sind die Stars, holt uns hier raus.Vorsitzende Martha Bauer
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