Feuerwehr blickt auf bewegte Historie zurück - Jubiläumsfeier von Freitag bis Sonntag
150 Jahre Dienst am Nächsten

Vermischtes
Vohenstrauß
13.05.2015
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Die Vohenstraußer Feuerwehr gibt es seit 150 Jahren. Sie ist damit eine der ältesten Wehren im Regierungsbezirk. Schon bald nach Gründung der ersten organisierten Floriansjünger in Bayern wurde 1865 die Vohenstraußer Wehr ins Leben gerufen - als erste im damaligen Bezirksamt Vohenstrauß. Der denkwürdige Tag der Gründung war der 5. November 1865.

In der Vohenstraußer Feuerwehrgeschichte ist dazu folgendes aufgezeichnet: "Eine kleine Schar an mutiger und opferwilliger Bürger unserer Stadt war durch das große Schandfeuer, dass am 5. Oktober 1865 im Markt Waldthurn wütete und diesen fast vollständig einäscherte, entschlossen, eine Freiwillige Feuerwehr zu gründen."

Doß erster Vorsitzender

Rasch wurde der gemeinnützige Gedanke weitergetragen. Schon fünf Monate nach der Gründung zählte der Feuerwehrverein 33 aktive Mitglieder. Erster Vorsitzender wurde Notar Josef Doß, Kommandant Leonhard Winkler.

Über die Anfangszeit wird berichtet, dass die Mitglieder mit großem Eifer an die Beschaffung der nötigen Ausrüstungsgegenstände herangingen. Zur Finanzierung einer Löschmaschine brachten sie beispielsweise 800 Gulden in 160 auf Namen lautende und unverzinsliche Aktien zu je fünf Gulden auf.

Als in Eslarn 1868 ein Großbrand wütete, waren die Vohenstraußer sofort zur Stelle. Ebenso ein Jahr später bei einem Großfeuer in Altenstadt.

Interessant ist die Bestimmung in einer Feuerlöschordnung von 1884. Demnach waren alle männlichen Einwohner vom 18. bis zum 50. Lebensjahr "feuerwehrpflichtig", sofern sie nicht einen "Befreiungstatbestand" vorlegen konnten. Wie aus einer marktmagistratischen Bekanntmachung von 1887 hervorgeht, gab es auch in Vohenstrauß eine Pflichtfeuerwehr.

Während des Ersten Weltkriegs wurden etwa 80 Wehrmänner eingezogen. Da das 50-jährige Gründungsjubiläum ins Kriegsjahr 1915 fiel, fand keine Feier statt. Obwohl zu Beginn des Zweiten Weltkriegs viele aktive Wehrmänner einberufen wurden, hatte die Vohenstraußer Wehr stets einen Bestand von durchschnittlich 50 einsatzbereiten Leuten, darunter viele Jugendliche.

Im Januar 1945 bezogen in Vohenstrauß Flüchtlinge aus Schlesien Quartier. Sie brachten ein Löschfahrzeug LF 15 aus ihrer Heimat mit und übergeben es an die heimische Wehr, die es bis 1977 zur Brandbekämpfung einsetzte.

1946 Wiedergründung

Nach dem Zusammenbruch 1946 war die Feuerwehr, wie fast jede Organisation, zunächst zur Untätigkeit verurteilt. Die Wiedergründung fand im Mai desselben Jahres statt, das älteste Mitglied Hans Kirner übernahm den Vorsitz. Großeinsätze hatten die Floriansjünger in dieser Zeit etwa bei Bränden in Altenstadt im Jahr 1950, in Waldau, Lohma und Braunetsrieth 1951 sowie in Vohenstrauß und Wieselrieth ein weiteres Jahr darauf. Generell arbeiteten die Wehrmänner in den Nachkriegsjahren mit großem Eifer an Wiederaufbau und Neuorganisation der Wehr.

Erstklassige Leistungen

Weitere wichtige Ereignisse waren die Feier des 90-jährigen Bestehens 1955 und der Erwerb des neuen Tanklöschfahrzeuges TLF 16 mit einem Löschwasserbehälter für 2400 Liter Inhalt im Jahr 1961. 1965 wurde die Wehr 100 Jahre alt.

Als erste Truppe im Landkreis unterzieht sich die Löschgruppe 1986 der Prüfung für das Feuerwehr-Leistungsabzeichen in Gold und liefert bei der erfolgreichen Abnahme einen überzeugenden Beweis ihres hervorragenden Ausbildungsstandes. Ein Meilenstein in der Geschichte der Rothelme ist die Einweihung des Gerätehauses 1979. 1981 nimmt erstmals in der 116-jährigen Geschichte eine Frau den Dienst auf: Brigitte Süss wird schnell zum guten Geist des Feuerwehrhauses.

Rund 150 Einsätze

1983 löst Erhard Friedrich den bisherigen Vorsitzenden Hans Wurdack ab. In diesem Jahr ist die Vohenstraußer Wehr an 123 Einsätzen beteiligt. Heutzutage fahren die Wehrleute um die 150 Einsätze und mehr im Jahr, darunter befinden sich viele technische Hilfeleistungen.

Auf Erhard Friedrich folgte Peter Grosser als Vorsitzender, der heute mit Gerhard Bayerl an der Spitzesteht. Der Aktiven-Dienst ging 2013 von Günter Sommer (zwölf Jahre Kommandant und zuvor zwölf Jahre stellvertretender Kommandant) an Mario Dobmayer über.

Neben dem verdienten ehemaligen Kommandanten Werner Hofmann (1978 bis 2001) trägt auch Sommer heute den Titel Ehrenkommandant. Die Jugendgruppe, die Hofmann 1972 ins Leben rief, führen heute Thomas Beierl, Matthias Neumann und Anton Schwägerl .
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