Forstrechtsablöseverband „Zeit’lwaid Waldau“ feiert 200-jähriges Bestehen
Einmalig in Deutschland

Den Ehrenvorsitzenden des Forstrechtsablöseverbands, Andreas Beer aus Iltismühle (vorne, Mitte), nahm der Vorstand mit Landrat Andreas Meier (Zweiter von links), Notarin Simone Lang und Bürgermeister Andreas Wutzlhofer (rechts) in die Mitte. Bild: dob
Vermischtes
Vohenstrauß
17.10.2016
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Die "Blaskapell'n Flossenbürg" unter Leitung von Franz Völkl gestaltete die Jubelfeier in der Stadthalle mit.

Der Forstrechtsablöseverband "Zeit'lwaid Waldau" hat fünf verschiedene Regierungsarten überlebt und ist einzigartig in Deutschland. Am Wochenende feierte die Organisation 200-jähriges Bestehen.

Mit dem Einzug der "Blaskapell'n Flossenbürg" und den Ehrengästen eröffnete der Forstrechtsablöseverband in der Stadthalle die 200-Jahr-Feier. "Das mag was heißen", versicherte Vorsitzender Hubert Krapf, der die Gäste, darunter Notarin Simone Lang und Ehrenvorsitzender Andreas Beer aus Iltismühle und alle Rechtler mit Familien, bereits am Nachmittag zu Kaffee und Kirchweihkuchen willkommen hieß.

Wichtiger Tag


"200 Jahre 'Forstrechtsablöseverband Zeit'lwaid' - ein wichtiger Tag, wenn man weiß, dass auf den Tag genau vor 200 Jahren am 14., 15. und 16. Oktober 1816 die Rechtler dieses Nutzungsrecht erhalten haben", unterstrich Bürgermeister Andreas Wutzlhofer beim Ehrenabend, den neben der Blasmusik das Duo Karl Völkl und Horst Peugler begleitete.

Krapf leite den Vorstand umsichtig und gewissenhaft. "Du reibst Dich so richtig auf, wenn es um die Waldkomplexe 'Zeit'lwaid', 'Trüffelschlag' und 'Tellertspaintholz' geht", lobte der Rathauschef. Krapf sei 2012 im Rathaus aufgeschlagen und legte dem Stadtoberhaupt einen Kaufvertrag von 1976 mit dem Kauf von 625 Quadratmetern Grund wegen der Wasserversorgung Zeßmannsrieth vor. Das ursprünglich historische Flächenmaß der "Zeit'lwaid" stimmte damit nicht mehr. Von den vorher 187,5 Tagwerk fehlten plötzlich 625 Quadratmeter. "So akribisch und genau ist Hubert Krapf und er wollte seinen Rechtlern zum 200. Geburtstag die historische Fläche wieder präsentieren", verstand Wutzlhofer Krapfs Betreiben.

Krapf verhandelte mit seinen Rechtlern, Wutzlhofer mit dem Stadtrat, und letztlich kam es im Juli 2015 zu einem Vergleich. Die Rechtler könnten auf diese 187,5 Tagwerk Nutzungsrecht wieder zugreifen. Im Protokollbuch der "Zeit'lwaid", das 100 Jahre Geschichte umfasst, entdeckte Wutzlhofer sogar in einem Zeitungsbericht ein Dankeswort seines Vaters, der Leiter des Forstamts Vohenstrauß war. Nach 37 Jahren könne er die Worte seines Vaters nur wiederholen und für die umsichtige, verantwortungsbewusste Arbeitsweise danken.

"Greifbare Geschichte"


"Es gibt Veranstaltungen, zu denen wird man eingeladen, aber man weiß nicht so recht, was eigentlich der Hintergrund ist", gestand Landrat Andreas Meier. Eins sei ihm aber gleich aufgefallen: mit welchem Herzblut und welcher Akribie sich der Vorstand einbringe. "Es ist gewissermaßen greifbare Geschichte", hob Meier hervor, der zuvor die Chronik durchblätterte. Heute werde für die nächsten 100 Jahre ein neues Kapitel aufgeschlagen, denn mit diesem Tag beginne die Vereinigung ein neues Protokollbuch, wusste der Landrat.

Martin Stauber, Geschäftsführer vom KS-Landservice, dankte als Dienstleister für alle Tätigkeiten, die seine Organisation für die "Zeit'lwaid" und für die Rechtler ausführe. Am Sonntag stand in der Waldauer Benefiziumskirche St. Johannes Nepomuk ein Gottesdienst an und anschließend war Frühschoppen mit Weißwurstessen im Gasthof Zilbauer angesagt.
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