Gebiet „Trüffelschlag“ bestens erschlossen
„Tür zum Wald“ weit offen

90 Prozent des erschlossenen Waldgebiets bei Zeßmannsrieth gehören Monika und Georg Völkl (Dritte und Vierter von links). Forstdirektor Gerhard Hösl (Zweiter von links) appellierte an alle Waldbesitzer, für eine ausgezeichnete Infrastruktur zu sorgen. Die Familie Völkl sei diesbezüglich vorbildlich. Bild: dob
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Vohenstrauß
10.08.2016
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Im Waldgebiet "Trüffelschlag" nahe Zeßmannsrieth haben die Waldbesitzer viel Geld in die Hand genommen und einen 1214 Meter langen Waldweg zu einer befahrbaren Trasse für Lastwagen ausgebaut. Davon profitieren auch Rettungsfahrzeuge.

Zeßmannsrieth. "Die Infrastruktur ist die 'Tür zum Wald', denn die Vermarktung des Holzes ist ein wichtiger Eckpfeiler für Waldbesitzer", betonte Forstdirektor Gerhard Hösl bei einem Ortstermin. 90 Prozent der erschlossenen Waldfläche und somit der Löwenanteil gehören dem Landwirtsehepaar Monika und Georg Völkl aus Zeßmannsrieth, die den größten Teil der rund 41 500 Euro teuren Maßnahme zu stemmen hatten. 60 Prozent der Nettokosten hatte der Freistaat übernommen.

Nutzung und Pflege


Waldwege seien eine unverzichtbare Voraussetzung für naturnahe Forstwirtschaft und vorsorgenden Waldumbau, denn sie erleichterten die standortgerechte Nutzung und Pflege der Wälder, sagte Hösl. Zudem sichere ein bedarfsgerechtes und naturverträgliches Wegenetz die Bereitstellung von Holz mit ganzjähriger Abfuhrmöglichkeit. Ein weiterer zentraler Punkt sei der Einsatz von Rettungsfahrzeugen in Notfällen, ob für Waldarbeiter oder auch für Erholungssuchende.

Forstamtmann und Revierleiter Stefan Stangl stellte heraus, dass aktuell fast ausschließlich nur mehr Waldwege gefördert würden, die für das Befahren mit großen Holzfuhrwerken geeignet sind. Mit dem Ausbau seien 40,2 Hektar Privat- und Körperschaftswald erschlossen. Zwar sind fünf Anlieger, darunter auch die Stadt Vohenstrauß mit rund einem Hektar beteiligt, aber 90 Prozent des betroffenen Waldgebiets sind im Besitz der Familie Völkl. Stangl sah den ausgebauten Waldweg als "zentralen Schlüssel" der Erschließung. Ansonsten sei eine zeitgemäße Forstwirtschaft nicht möglich.

Oft sei es ein mühsames Geschäft, alle Waldbesitzer unter einen Hut zu bekommen, wenn es um den Waldwegebau gehe. "Je mehr Köpfe umso schwieriger", meinte Stangl. Beim "Trüffelschlag" dagegen lief alles bestens. Den Zuschlag der Ausschreibungen erhielt die Firma Liegl aus Leuchtenberg. Firmenchef Karl Liegl ist auf Waldwegebau spezialisiert und führte die Arbeiten bestens aus, versicherte Stangl.

Eine gute Nachricht hatte Stangl für alle Waldbesitzer, die in nächster Zeit planen, einen Waldweg auszubauen: die Förderkonditionen hätten sich zum Positiven verschoben. Der Freistaat bezuschusse 70 Prozent der Nettokosten. Allerdings müsse eine bestimmte Fläche vorhanden sein. Weitere Informationen gibt es bei Stangl oder den zuständigen Revierleitern. Neuerdings sei auch eine Bezuschussung von Rückegassen in Hanglagen förderfähig, ergänzte Hösl. Für Andreas Eiser, Förster der Waldbesitzervereinigung Eslarn-Vohenstrauß, ist ein erschlossen Waldgebiet meistens auch bestens gepflegt.

Weiter gaben die Fachleute zu bedenken, dass mit dem Trassenaufhieb schon ein beträchtlicher Teil des auszubauenden Wegs finanziert werden könne. Außerdem sei der Ausbau eines Waldwegs eine Wertsteigerung und die beste Investition, die ein Waldbesitzer tätigen könnte.

Müllsünder am Werk


Monika Völkl sprach auch eine weniger schöne Tatsache an: Müllsünder kippen immer wieder ihren Unrat oder Schrott ohne Überlegen in den Wald und bleiben unentdeckt. Das stimme sie traurig, sagte die Landwirtin.
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