Goldenes Buch der Stadt Vohenstrauß feiert Jubiläum
Vom Bischof bis zu Boateng

Die ersten Personen, die sich im Goldenen Buch der Stadt Vohenstrauß am 4. Mai 1966 eintrugen, waren die Stadtratsmitglieder (von rechts): Hans Fuchs, Josef Hölzl, (versteckt daneben Georg Brusch), Max Bibel, Karl Ferazin und Franz Pausch. Nicht auf dem Bild: Hans Rosner, Johannes Bittig, Alois Hoch, Karl Pschibl, Hans Mittelmeier, Hans Hoch, Kurt Schuster, Alfred Sommer, Hans Höllerer und Georg Reisberger. Repro: ck
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Vohenstrauß
03.05.2016
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Nicht nur die Bayernfans können stolz darauf sein: Einer der besten Abwehrspieler der Welt, Nationalspieler Jerome Boateng, trug sich am 9. Dezember 2012 in das Goldene Buch der Stadt Vohenstrauß ein.

Ottmar Hitzfeld, Jérôme Boateng, Edmund Stoiber und der Tischtennisspieler Timo Boll gehören zu den Persönlichkeiten, die sich bislang im Goldenen Buch der Stadt Vohenstrauß verewigt haben. Der erste Eintrag liegt genau 50 Jahre zurück. Die Signaturen vom 4. Mai 1966 stammen von 17 Männern.

Wie jede Gemeinde, die etwas auf sich hält, wollte die Stadt Vohenstrauß in den 1960er Jahren ebenfalls ein Goldenes Buch führen, in dem sich wie in einer Art historischem Poesie-Album herausragende Ereignisse und Persönlichkeiten aus Politik, Sport, Kultur oder Religion chronologisch wiederfinden. Und so schafften die Stadtväter im Mai 1966 ein solches Buch an, um sich dann gleich selbst darin zu verewigen. Anlass war die Amtsperiode 1966/1972 des neugewählten Stadtrats unter Bürgermeister Otto Ries. Seitdem gehört zu jeder großen Veranstaltung mit Würdenträgern, Prominenten oder regionalen Größen der Eintrag in das Ehrenbuch zum festen Programmpunkt.

Gestaltung der Einträge


Der im vergangenen Herbst verstorbene, ehemalige Verwaltungsleiter Rudi Gottwald übernahm als Erster die Gestaltung der Einträge. Nach ihm erledigte das der Verwaltungsbeamte Alfred Kummer, der als gelernter Porzellanmaler die künstlerische Begabung und Ausbildung hierfür mitbrachte. Nach Kummers Tod gestaltete mit Josef Kurzka wieder ein Porzellanmaler die Seiten im Goldschnitt. Fritz Schönberger setzte diese Reihe bis zu seinem Tod erfolgreich fort.

Seit 2006 ist der ehemalige Mittelschullehrer Werner Weingandt für die wunderschönen Einträge mit teils aufwendigen Illustrationen zuständig. Geschäftsleiter Alfons Sier gibt dem Künstler einige Wochen vor dem Unterzeichnungs-Termin die Textvorlage, die Weingandt dann nach seinen Vorstellungen mit viel Liebe zum Detail zu Papier bringt. Ob Täubchen, Pokal oder Kirchlein - die Darstellungen passen bei jedem Eintrag hervorragend zur betreffenden Person oder Verein.

Der nächste Kandidat


Zuletzt war es Bundesumweltministerin Dr. Barbara Hendricks, die im März beim Neujahrsempfang der SPD ihren "Servus" auf den edlen Seiten hinterließ. Der nächste Auftrag dürfte schon in der Schublade liegen, wenn Bischof Dr. Rudolf Voderholzer am 26. Juni zur Pfarrheimsegnung nach Vohenstrauß erwartet wird. Jeder Eintrag will jedoch gut vorbereitet sein, schließlich müssen sämtliche Titel und Ämter der Unterzeichnenden korrekt wiedergegeben werden. Die Vorbereitungen dazu können sich laut Geschäftsleiter über einige Wochen hinziehen. Fehler sollten tunlichst vermieden werden: "Nicht jeder Staatssekretär ist ja automatisch MdL. Da kann schnell mal was schiefgehen."

Blättert man in dem Buch mit weinrotem Ledereinband, so erkennt man nicht nur die Schriftzüge von großen Berühmtheiten. Regionale Sportler oder erfolgreiche Teams wie die Fußball-Meistermannschaft der Spielvereinigung Vohenstrauß von 1969 oder die "Rot-Weiß"-Kegler sind genauso nachzulesen wie die Ehrengäste des Oberpfälzer Fischereitags oder eine japanische Sport-Delegation. Manche Namen tauchen sogar mehrmals auf. Der Vohenstraußer Kegler Josef Karl zum Beispiel trägt sich zurecht nach seinen Meisterschaftstiteln in das Ehrenbuch ein.

Zur Hälfte voll


Die Seiten sind nicht nummeriert. Sier schätzt, dass die bisherigen Einträge etwa bis zur Hälfte des Buches reichen. Demnach könnte es gut möglich sein, dass erst in 50 Jahren der letzte Bogen erreicht ist. Wem diese Ehre dann 2066 gebühren wird, bleibt abzuwarten. Papier ist bekanntlich geduldig.
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