Hugo-Steininger-Ausstellung in der Sparkasse eröffnet
Blicke auf die unscheinbare Heimat

Zahlreiche Gäste gaben sich zur Ausstellungseröffnung in den Räumen der Sparkasse ein Stelldichein und erinnerten sich an den naturverbundenen Maler Hugo Steininger. Bild: dob
Vermischtes
Vohenstrauß
09.10.2016
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Die Steininger-Töchter Walburga Steininger-Fahn und Hildegard Kampik (von links) widmeten ihrem im März dieses Jahres verstorbenen Vater Hugo Steininger eine wunderbare Ausstellung in der Sparkasse. Besucher können sich in ein Wohnzimmer mit vielen Kunstwerken des bekannten und begnadeten Malers hineinversetzen.

Dem Kunstmaler Hugo Steininger, der am 31. März starb, ist eine Ausstellung in der Geschäftsstelle der Sparkasse gewidmet, die die Bürger die nächsten vier Wochen während der üblichen Öffnungszeiten bewundern können. Damit lösen die Töchter Hildegard Kampik aus München und Walburga Steininger-Fahn aus Ludwigshafen ein Versprechen ihres Vater zu dessen 95. Geburtstag im Oktober vergangenen Jahres ein. Unterstützung erhielten sie dabei von Bürgermeister Andreas Wutzlhofer und der Sparkasse.

Eine Vielzahl an Gästen, die Hugo Steininger sehr gut kannten, nahm an der Ausstellungseröffnung teil, zu der Direktor Thomas Müller begrüßte. In den nächsten Wochen stelle sich die Sparkasse als eine Art Wohnzimmer mit vielen Bildern des bekannten Malers vor.

Ihr Vater sei ein wunderbarer Chronist gewesen, der sehr genau und intensiv beobachtete, hob Kampik hervor. Allein bis zu 40 Skizzenblöcke mit impulsiven Zeichnungen befinden sich im Nachlass des Künstlers, die nun teilweise erstmals der Öffentlichkeit präsentiert werden.

Mit der Region verwurzelt


Vor allem der Kalte Baum war dem Vohenstraußer ans Herz gewachsen. Etliche Gemälde zeigen, wie eindrücklich er daran festhielt und diese Liebe auch dem Betrachter vermitteln wollte. Teilhaben durften die Besucher auch an "Vohenstrauß im Wandel der Zeiten". Hunderte von Aquarellen, ohne jemals gerahmt worden zu sein, zeigen, wie Steininger mit der Region verwachsen war, sagte Kampik.

Vor allem sein letztes Lebensjahr sei dem betagten Mann mit körperlichen Gebrechen sehr schwer gefallen, doch seine Bilder blieben tief in ihm verwurzelt, denn er verfügte über ein unbeschreibliches Bildgedächtnis. "Er hatte seine ganze Schaffenszeit im Kopf und konnte diese jederzeit aufrufen", bestätigte seine Tochter. Mit diesen Erinnerungen motivierte sich Steininger in einer für ihn sehr schweren Zeit.

Zweiter Bürgermeister Uli Münchmeier zitierte den ehemaligen Schweizer Bundespräsidenten Moritz Leuenberger, der einmal feststellte: "Heimat entsteht nicht durch Abgrenzung, sondern durch Verbundenheit, durch Anteilnahme und durch Mitwirkung. Und Heimat und die Natur werden nur durch Beobachtung, durch das Erleben und durch das Erfahren wirklich lebendig." Sätze, die seiner Meinung nach sehr gut zum bewegten Leben und Schaffen Steiningers passten.

Der pensionierte und langjährige Kunsterzieher an der Weidener Fachoberschule, Studienrat Hermann Wild, erinnerte auch an den großen Künstler. Steininger sei eine feste und in seiner Art bekannte Institution in der Kunstszene der östlichen Oberpfalz. Die Bilder entstanden direkt vor Ort, oft aus dem Auto heraus. Die Motive seien Impressionen, Ansichten, Prospekte und Ecken, die Steininger in seiner Heimat schätzte, besser gesagt liebte.

Ein gutes Aquarell müsse auf Anhieb sitzen, denn es verzeihe keine Fehler, unterstrich der Experte die hohe Anforderung an diese Technik. Steininger bemühte sich bei aller Erhaltung der Wesentlichkeit des Motivs um Bildausschnitt, Komposition, Bildraum, Perspektive und Farbklang. Was seine Bilder übertrugen, sei aber viel wertvoller: "Uns wird Heimat vermittelt. Nicht nur solche auf die wir sowieso stolz sind wie Burgen und Kirchen, sondern auch stille, unscheinbare Orten, Flecken, an denen wir achtlos vorbeigingen oder vorbeifuhren. Wenn Sie jetzt die Bilder mit Augen, Herz und Erinnerung betrachten, ist ihr Schöpfer Hugo Steiniger immer dabei", eröffnete Wild schließlich die Ausstellung.

Wenn sie jetzt die Bilder mit Augen, Herz und Erinnerung betrachten, ist ihr Schöpfer Hugo Steininger immer dabei.Studienrat a. D. Hermann Wild
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