„Ist das noch unser Land?“
CSU-Frauen-Union diskutiert mit Bundestagsabgeordnetem Albert Rupprecht

In welche Richtung geht es mit Deutschland? Diese Frage beschäftigt die Frauen-Union. Bild: dob
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Vohenstrauß
24.04.2016
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Pläne, nach denen es künftig kein Bargeld mehr geben könnte, treiben der Frauen-Union die Zornesröte ins Gesicht. Ihre Verärgerung darüber bekam der Bundestagsabgeordnete Albert Rupprecht zu spüren. Aber auch zu vielen anderen aktuellen Themen übten die Mitglieder Kritik.

"Richten Sie bitte der Frau Bundeskanzlerin aus, dass wir unser Bargeld behalten wollen und uns das nicht gefallen lassen", gaben die Frauen dem MdB als Auftrag mit nach Berlin. Wenn nötig wollen die Frauen nach Berlin vor das Bundeskanzleramt fahren, betonte Hildegard Helgert aus Schwanhof. Würde das Bargeld abgeschafft, wäre der Mensch der totalen Überwachung ausgeliefert, befürchtet Andrea Gollwitzer aus Floß. Diesen tiefen Einschnitt in ihre Freiheit wollen die Mitglieder nicht hinnehmen.

Unter dem Motto "Auf ein Wort, Herr Rupprecht" hatte die Kreisvorsitzende und Parksteiner Bürgermeisterin Tanja Schiffmann den Bundestagsabgeordneten in den Gasthof "Zur Post"nach Vohenstrauß eingeladen. Die wichtigsten Themen, die den Frauen auf den Nägeln brennen, waren Rente, Pflege, medizinische Versorgung auf dem Land und Ausbildung. Am besten dürfte Rupprecht aber die volle Rückendeckung seines Direktmandats gefallen haben.

Eines der vielen Themen: "In welchem Deutschland leben wir in Zukunft?". Viele fragten sich: "Ist das noch unser Land?" Rupprecht räumte ein, dass er aus vielen Gesprächen spüre: "Die Leute sind ausgelutscht, kommen nicht mehr klar im Arbeitsleben und packen es einfach nicht mehr." Junge Mütter seien erschöpft, weil sie Beruf, Kindererziehung und Familie unter einen Hut bringen wollten.

450-Euro-Jobs müssen weg


Michaela Wolfinger ärgerte sich über die Äußerungen der Jungen Union, die eine Erhöhung der Lebensarbeitszeit bis 70 Jahre fordere. Dagegen nötigten die großen Firmen die älteren Mitarbeiter regelrecht in die Altersteilzeit. Dadurch entstünden den Arbeitnehmern erhebliche finanzielle Nachteile. Von der Altersarmut seien meist Frauen betroffen, warf stellvertretende Kreisvorsitzende Annett Kamm ein. Roswitha Sier würde die 450-Euro-Jobs komplett abschaffen, da sie keine Alterssicherheit brächten. Das System der Riester-Rente erschließt sich Anneliese Wenzl nicht, denn davon profitierten hauptsächlich die Versicherungen. Das deutsche Rentensystem komplett auf den Kopf zu stellen oder gravierend zu verändern, erteilte der Bundespolitiker jedoch eine Absage. Andrea Gollwitzer hielt es für schwierig, das Vertrauen der Bevölkerung angesichts der galoppierenden Veränderungen zu behalten. Sie plädierte für mehr Kontinuität.

Höherer Freibetrag


Mit der Aussage "Wer was leistet, soll auch was haben" war Lotte Hofmann gar nicht einverstanden. Sie pflegt seit längerem ihren schwerstkranken Ehemann zu Hause, denn ein Pflegeheim würde das ganze Ersparte verschlingen und selbst vor dem Eigentum nicht haltmachen. Dagegen bekomme jemand, der es sein Leben lang zu nichts brachte, alles vom Staat bezahlt - auch die Pflegeheimkosten. "So ist das wirkliche Leben", erregte sie sich. Dafür erhielt sie zustimmenden Applaus. "Es müsste der Vermögensfreibetrag angehoben werden", erkannte Rupprecht an.

Eine Besucherin, deren Tochter in Lüdenscheid als Erzieherin arbeitet, beklagte, dass dort bereits viele kirchliche Feste wie Nikolaus oder St. Martin in "Sonne-, Mond- und Sternefest" umbenannt würden, damit man Migranten nicht diskriminiere. "Wir geben unsere ganze Kultur auf", ärgerte sie sich.
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