Jubiläums-Volkstanzabend in Oberlind
Röcke drehen sich schwungvoll

Beim Jubiläums-Abend des Tanzkreises Grafenreuth und der "Schnarndorfer Musikanten" im Gasthaus Anzer in Oberlind blieb kaum ein Platz auf der Tanzfläche frei. Bilder: dob (2)
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Vohenstrauß
09.05.2016
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Gisela und Helmut Bock (links) aus Grafenreuth sind das Herz des Tanzkreises Grafenreuth, der seit 15 Jahren besteht und immer mehr Anhänger traditioneller bayerischer Tanzabende findet. Alois Stadler aus Weiden (rechts) würdigte die Verdienste um das Brauchtum mit einer Urkunde.

Seit 15 Jahren besteht der Tanzkreis Grafenreuth, seit 5 Jahren gibt es die "Schnarndorfer Musikanten". Seitdem begleiten sie Volkstanzbegeisterte immer wieder durch Tanzabende. Ein Grund für beide, ein Jubiläum der ganz eigenen Art im Gasthaus Anzer in Oberlind zu feiern.

Oberlind. Auf den Tag und die Stunde genau vor 5 Jahren eröffneten die "Schnarndorfer Musikanten" zum ersten Mal einen Maitanz für den Tanzkreis Grafenreuth. Die Initiatoren Gisela und Helmut Bock hätten damals ganz begeistert gleich wieder die Musikanten für das Jubiläum verpflichtet. Seither sind Michael Köppl, Andreas Wilhelm und Alfred Kerschner immer bekannter geworden, informierte Bock.

In Lederhose oder Dirndl


Das Trachtengewand war zwar nicht Pflicht an diesem Maitanzabend, doch die wenigsten Besucher kamen ohne Lederhose und Dirndl und gaben so ein prächtiges buntes Bild ab. Dem Grafenreuther Ehepaar haben es die meist älteren Tanzpaare zu verdanken, dass sie nun regelmäßig ihrem Hobby frönen können, und sicher ist: An diesem Abend geht keiner als Fremder nach Hause. Als Mitarbeiter der Oberpfälzer Volksmusikfreunde haben die Bocks den Tanzkreis gegründet, seither kommen immer mehr Volkstanzfreunde zusammen.

Zweimal im Monat treffen sich die Paare regelmäßig zur Probe in Grafenreuth, um die Wechsel- und Gemeinschaftstänze sowie die Zwiefachen einzuüben und Gesellschaft zu pflegen. "Mindestens zwölf Paare sind es immer", erzählt Gisela Bock strahlend.

Es ist hauptsächlich ihr ganz eigener Erfolg mit ihrem Ehemann. Der Anfang war nicht leicht, denn sie fuhren in der ganzen Region zu den Volkstanzabenden, um Kontakt zu knüpfen. Doch bald hatte das Ehepaar in der Volkstanzszene einen Namen und die Tänzer kamen aus allen Gegenden zu den Tanzgelegenheiten.

Die "Schnarndorfer Musikanten" passen gut zu den Volkstänzern, denn sie erarbeiteten sich ein beispielhaftes Programm, das den Paaren gefällt. Immer wieder stöbern sie in Archiven, um Notenmaterial und Tanzbeschreibungen zu studieren, neu zu arrangieren und einzuüben. "Wir sind alle wegen des Tanzens da", sagte Bock. Deswegen wollte er auch keine große Jubiläumsrede schwingen und vielmehr mit dem Auftanz beginnen.

Zum Boarischen Landler, "Oberpfälzer Bauernmoidl", der Kreuzpolka, dem Mexikanischen Walzer oder dem "Böhmerwaldlandler" reihte sich der "Siebenschritt", die "Marschierpolka" oder die "Münchner Polka" als ein Wechseltanz aneinander. Das Tanzparkett war stets dicht belagert und die Röcke drehten sich schwungvoll. Jeder Tänzer konnte ohne Verpflichtung zur Runde dazu stoßen, ein Partner war immer gefunden.

Als Jubiläums-Tanzzeichen bereitete Gisela Bock kleine silberne Ringe, die sich die Damen an ihre Handtaschen hefteten. Diese Erkennungs- oder Eintrittszeichen gibt es bei jedem Tanz und werden zu einer richtigen Sammelleidenschaft der Frauen. Ihre Siebensachen packen die Tänzerinnen dann auch nicht in Handtaschen, sondern in kleine geflochtene Köfferchen, an denen unzählige Eintrittsbasteleien der vergangenen Jahre baumeln.

Die Ideen gehen Gisela Bock nicht aus. Von kleinen Nudelhölzern bis zu selbst gestrickten Mini-Söckchen war schon alles dabei. Gratulationen zum 15-jährigen Bestehen überbrachte Andreas Wilhelm von den "Schnarndorfer Musikanten". Sie hofften, dass das Ehepaar Bock noch lange gesund bleibt.

Die alle Menschen verbindenden Tanzformen sind es, was für viele der Volkstanz ausmacht. Mit viel Liebe und Herzblut pflegt das Ehepaar Bock seither diese Tradition. Deshalb war es Alois Stadler aus Weiden geradezu eine Verpflichtung, das Ehepaar besonders zu würdigen. "So ein Ereignis gehört sich festgehalten, dokumentarisch und urkundenmäßig."

Urkunde als Dank


Auf die Urkunde schrieb Stadler: "In Anerkennung und Würdigung ihrer Verdienste als Tanzlehrer in Grafenreuth und der Region sowie für die Organisation vieler Volkstanzabende mit großartigen Musikanten wird Gisela und Helmut Bock diese Urkunde in Oberlind verliehen." Im Namen aller Tänzer sagte Stadler dem Ehepaar ein herzliches "Vergelt's Gott".
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