Kopie des St. Ulrichbilds angefertigt
„Ulrigges“ kehrt zurück

Das Bildnis des heiligen Ulrich erhielt unmittelbar neben dem alten Standort wieder einen Platz im Simultankirchenwald. Bild: dob
Vermischtes
Vohenstrauß
19.04.2016
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An der historischen Weggabelung im Wald bei Braunetsrieth grüßt nun wieder das Ulrichbild, oder mundartlich der "Ulrigges", die Wanderer. Bis es aber so weit war, mussten die Verantwortlichen einige Hürden meistern.

Braunetsrieth. Ausgerechnet als Rudolf Großmann und Hobbyschreiner Karl Nickl mit Hilfe des Geräteträgers von Helmut Würschinger zu einem Kieferbaum, unmittelbar neben dem bisherigen Standort im Simultankirchenwald hinaufgehoben wurden, um eine Kopie des St. Ulrichbildes anzubringen, fing es zu regnen an. Doch Kreisheimatpfleger Peter Staniczek, Bürgermeister Andreas Wutzlhofer, OWV-Vorsitzender Erwin Scholz und Hobbymaler Hans Oppelt mit Ehefrau Dorothea sowie Stadtförster Jörg Fröschl ließen sich nicht beirren und verfolgten die Arbeiten ganz genau.

Stark beschädigt


Im September wurde das kostbare, aber stark beschädigte Bildnis, das der ehemalige Oberpfalzmaler Ludwig Steininger gestaltet hatte, abgenommen und ins Heimatmuseum verbracht. Zeitgleich fällte der Stadtförster den käferbefallene Fichtenbaum, an dem das Bild bisher hing. Früher war sein Platz an der sogenannten "Bildtanne".

In den Wintermonaten arbeitete Hans Oppelt konsequent an einer Kopie, und Karl Nickl entwarf originalgetreu die hölzerne Verzierung und Überdachung. Damit es nicht mehr rosten kann, entschied sich Oppelt für eine verzinkte Platte, auf die er den heiligen Ulrich anhand des Originals detailliert übertrug und mit einer Glasplatte wettergeschützt einschloss.

Geschichte des Bildes


Staniczek und Großmann beschäftigten sich eingehend mit der Geschichte des Bildnisses, die bis 1601 zurückreicht. Das Originalbild soll ebenfalls fachmännisch erneuert werden und könnte später entweder im Heimatmuseum oder im Rathaus einen würdigen Platz finden, meinte Staniczek. Immerhin handle es sich beim Original um ein Ölgemälde des Vohenstraußer Ehrenbürgers Ludwig Steininger, dem Vater des kürzlich verstorbenen Aquarellmalers Hugo Steininger.

Das Waldrevier am Pleysteiner Weg, zwischen Platte und Steinbühl, soll nach Aussagen des Austragsbauern Johann Woppmann aus Weißenstein früher zur Kirchenstiftung Burkhardsrieth gehört haben. Staniczek berichtete in diesem Zusammenhang auch von Aufzeichnungen. Diese scheinen die älteste Erwähnungen zu sein. Allerdings wird zu dieser Zeit noch von einem Bildstöckel gesprochen, wusste der Kreisheimatpfleger.

Aus dem Vohenstraußer Saalbuch im Jahr 1657 wird zum Ulrich berichtet: "St. Ulrichs Schlag am Zetterberg, kändt noch zur Huedt verbleiben." Der Kreisheimatpfleger erklärte, dass zu jener Zeit Schafe und Geißen in den Wald getrieben worden waren und dort weit mehr Schäden angerichtet hatten als heute Rehe.

1928 wird in der Festschrift des "Vohenstraußer Anzeiger" zum 50-jährigen Bestehen erneut über das Ulrichbild geschrieben. "Das Ulrichbild, das auf den Weg zur Platte angetroffen wird, soll daran erinnern, dass die Kirchenstiftung Burkhardsrieth, deren Schutzpatron St. Ulrich ist, aus Geldnot das angrenzende Waldstück an die Simultankirchenstiftung Vohenstrauß verkaufen musste, um die abgebrannte Dorfkirche erbauen zu können. Das Bild des Schutzpatrons ist ein Werk des Ehrenbürgers von Vohenstrauß, Ludwig Steininger, der es im Auftrag von Donat Ach, Voh, anno 1938 fertigstellte."

Am Waldrand im Osten des Gehölzes Dellertschlag, im Süden vom Zedernberg wird das Bildnis 1975 auch in der Kompass-Wanderkarte genannt. Das Bild wechselte vermutlich wegen Baumfällarbeiten öfter den Standort. Alle bisherigen vier Standorte sind bekannt und befinden sich alle in unmittelbarer Nähe. Als das Bild 1978 renoviert wurde, deckten Heiner Hofmann aus Vohenstrauß und Karl Woppmann aus Braunetsrieth das Bild mit einer bruchsicheren Plexiglasscheibe ab.

OWV ist großzügig


Genau dahinter bemerkte Staniczek bei einem seiner Spaziergänge durch den Wald im vergangenen Jahr eine Wasseransammlung. Daraufhin nahmen Oppelt und Großmann das Bild ab und verbrachten es ins Heimatmuseum. Wegen Meinungsverschiedenheiten der Kreisheimatpfleger Staniczek und Peter Bantelmann sowie mit dem Denkmalschutz verzögerte sich die Maßnahme. Die Kosten für die Kopie und das Aufstellen übernimmt der OWV, informierte Scholz.
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