Kreisfischereiverein Vohenstrauß 1881 zieht bei Jahreshauptversammlung Bilanz
Angler sorgen sich um Pfreimd

Unter den Geehrten des Kreisfischereivereins war diesmal auch Vorsitzender Johann Dittmann (rechts) selbst. Es gehöre zu den schönsten Aufgaben eines Vorsitzenden treue Mitglieder zu ehren. Bild: dob
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Vohenstrauß
15.02.2016
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Der Kreisfischereiverein Vohenstrauß 1881 ist sehr erfolgreich in der Region unterwegs. Sei es durch die Neuausrichtung des Fischerfestes, das mittlerweile am Sperlweiher in Gröbenstädt abgehalten wird, oder bei den verschiedenen vereinseigenen Wettbewerben mit etlichen Nachwuchshobbyanglern.

Altenstadt. Außerdem kümmern sich die Fischer vorbildlich um den Artenerhalt und die Vielfalt in den regionalen Gewässern. In der Jahreshauptversammlung im Gasthof "Grüner Baum" wurde auch der Fischverkauf des Vereins am Karfreitag in der alten Turnhalle angesprochen. Zwar laufe der Verkauf fast reibungslos, jedoch wünsche sich Vorsitzender Johann Dittmann beim Filetieren und Halbieren mehr Unterstützung.

Das Anangeln, Königsfischen, Abfischen, sowie offenes Hegefischen bei denen die Fänge verantwortungsvoll verwertet werden, sind auch ein Indikator über den Zustand der Angelgewässer. Ein nicht zu unterschätzender Punkt seien die Einnahmen aus diesen Veranstaltungen. Viel Lob brachte der Vorsitzende über die Fischpaten aus. Bereits zum zweiten Mal wurden Werner und Elisabeth Lukas aus Albersrieth aktiv, weiter Günther Schönberger und Tobias Randhartinger. Alle hätten den Besatz besonders gefährdeter Fischarten unterstützt.

Große Probleme haben die Fischer mit ihrem Hauptgewässer, der Pfreimd - beginnend am Naturschutzgebiet Pfrentsch bis Grünhammer. Das Sandfangbecken am Staatsgut sei nach fünf Jahren wieder komplett verlandet. Als Folge wandere das Geschiebe immer weiter flussabwärts. Eigentlich sei deshalb bis zur Straßenbrücke in Pfrentsch das Angeln nur sehr eingeschränkt möglich. Es seien auch die Laichplätze für Bachforelle, Äsche und Barbe zunichte gemacht.

Artenhilfsprogramme


Komplett verlandet sei weiter der Alt-Arm in Burkhardsrieth, der ehemals als Geheimtipp galt. Das gleiche gelte für den Durchstich oberhalb der Kläranlage in Burgtreswitz oder den Deisinger Gumpen. Nachdem ab 2016 neue Richtlinien für Artenhilfsprogramme gelten, sollte mit den zuständigen Behörden wie dem Wasserwirtschaftsamt versucht werden, Abhilfe zu schaffen.

Bei einem Termin in Schwarzenfeld mit dem Wasserwirtschaftsamt sprach Dittmann diese Probleme an. Darauf erhielt er die Antwort: "Es ist schwierig, wir haben kein Geld und kein Personal." Die Pachtzahlungen des Kreisfischereivereins nähmen die staatlichen Stellen aber schon gerne an, sagte Dittmann enttäuscht. Der Vorsitzende habe mit dem Beirat auf die Lücke in den Vereinsbestimmungen reagiert und eine Art Bußgeldkatalog aufgestellt. Er hoffe aber weiter auf kameradschaftliches Verhalten an den Fischgewässern, dann müsste der Bußgeldkatalog gar nicht erst herangezogen werden.

Gewässerwart Hubert Gallitzdörfer informierte über den Besatz des vergangenen Jahres. Insgesamt wurden 42 Kilogramm Brachsen, 1472,5 Kilogramm Karpfen und 58 Kilogramm Rotaugen oder Rotfedern in die vereinseigenen Gewässer eingesetzt. Im Artenschutzhilfsprogramm wurden 600 Stück Äschen, 2700 Bachforellen, 600 Barben, 1000 Glasaale und 3760 Nasen in die heimische Gewässerwelt entlassen.

Reiner Hartmann als Kormoranbeauftragter berichtete über dieses Thema, das die Fischer seit nahezu 20 Jahren verfolgt. Der heiße Sommer spielte im vergangenen Jahr den Fischern in die Hände. Im Januar zählte Hartmann 30 und im Februar 40 Kormorane. Jedes Tier fresse pro Tag rund ein Pfund Fisch. Den Schaden für den Verein könne sich jeder Fischer selbst ausrechnen.

Jugend integriert


Bürgermeister Andreas Wutzlhofer der für seine anwesenden Bürgermeisterkollegen aus Moosbach und Pleystein das Grußwort übernahm, stellte einen gesunden Mix aus Hobby und Geselligkeit im Verein fest. Ein tolles Zeichen sei die Integrität der Jugendlichen, die kräftig mit anpackten, wie im Bericht der Jugendleiterin Rosa Hanauer zu hören war.

Vor allem das Jugendzeltlager, an dem 21 Nachwuchsfischer teilnahmen, komme sehr gut an. Jugendfischerkönig wurde Fabian Hentschel. Bürgermeister Rainer Rewitzer aus Pleystein sagte seine Hilfe in der Gewässerunterhaltung zu.

MitgliederentwicklungSchriftführer Richard Koller listete akribisch alle Veranstaltungen auf und erteilte die freudige Nachricht von der positiven Entwicklung des Vereins mit 16 Neuaufnahmen (7 Jugendliche und 9 Erwachsene). Mit Rainer Rappl aus Moosbach war ein Sterbefall zu verzeichnen, drei Personen kündigten ihre Mitgliedschaft auf. Insgesamt gehören dem Verein damit etwas über 300 Personen an. Den 69 Anwesenden ermöglichte Werner Bank einen Einblick in die Kassengeschäfte des Vereins. Joachim Gesierich bescheinigte vorbildliche Kassenführung. Martin Puff als Obmann der Fischereiaufseher führte mit seinen Kollegen 63 Kontrollen durch, stellte jedoch keine Verstöße fest. (dob)


EhrungenDer schönste Akt für Johann Dittmann sei die Ehrung langjähriger und treuer Mitglieder, denn das beweise, dass beim Kreisfischereiverein alles im Lot sei. Christof Bruno wäre für ein halbes Jahrhundert Treue geehrt worden, war aber gesundheitlich verhindert. Mit einer Glasstele und einem Weinpräsent wurden Mitglieder geehrt, die 40 Jahre zum Verein halten: Theresia Wolfinger, Georg und Edwin Kunz (Vohenstrauß); Franz Tratz, Franz Strobl und Raimund Kleber (Waidhaus); Johann Meier (Moosbach). Die goldene Vereinsnadel für 30 Jahre Mitgliedschaft ging an Johann Schön, Georg Grundler senior (Vohenstrauß); Ottmar Karl, Uwe Hera und Thomas Grötsch (Waidhaus); Wolfgang Karl (Eslarn); Georg Grundler junior (Neustadt). Seit 20 Jahren sind im Verein Gert Vritschan, Carsten Schörner, Gerhard Kreuzer und Dominik Hanauer (Vohenstrauß), Johann Ditt (Oberbernrieth) und Rudolf Balk (Waidhaus).(dob)
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