Krieger- und Soldatenkameradschaft Böhmischbruck weiht Festplatz ein
Platz der Ruhe und des Friedens

Kaplan Sebastian Scherr erteilte den von der KSK-Gemeinschaft gestalteten Emmeramsplatz bei einem Feldgottesdienst den kirchlichen Segen. Bild: dob
Vermischtes
Vohenstrauß
19.07.2016
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Dieser Wegweiser dürfte in Böhmischbruck Seltenheitswert haben.

Die Krieger- und Soldatenkameradschaft (KSK) Böhmischbruck ist sehr aktiv. Die Mitglieder haben ein städtisches Grundstück an der Pfreimd zu einem Festplatz für das ganze Dorf umgebaut und mit der Inbetriebnahme das 110-jährige Bestehen gefeiert. Der Name für den Platz steht auch schon fest.

Böhmischbruck. Nicht zuletzt als Erinnerung an einen ehemaligen Grundstücksvorbesitzer soll die Fläche Emmeramsplatz heißen. Kaplan Sebastian Scherr erteilte dem Platz bei einem Feldgottesdienst den kirchlichen Segen. Nebenbei erhielten die Besucher ein wenig geografischen Unterricht. Denn von diesem Platz aus ist Paris in 856 Kilometern, Rom in 1205 Kilometern, Moskau in gar 2205 Kilometern und die Bundeshauptstadt Berlin in 480 Kilometern Entfernung zu erreichen. Ob der unterhalb der Wegweiser angebrachte Briefkasten auch für die Post in diese Städte benutzt werden kann, blieb allerdings offen.

Vorangegangen war am Samstag das Lampionfest, das Gäste aus der gesamten Region anlockte. Der KSK-Gemeinschaft war es vergönnt, einen lauschigen und wunderschönen Festabend auszurichten. Belohnt wurde das Fest mit einem Ansturm, den Vorsitzender Michael Reil nicht erwartet hätte. "Es war kein Platz mehr frei", strahlte er am Sonntagmorgen. Bis auf die letzten Portionen hatten die Gäste die Versorgungsstände leer gefegt.

Kleine Holzschiffchen


Das Essen aus der Gulaschkanone weckte Erinnerungen an eine Feldküche. Für die Kinder hatten sich die KSK-Mitglieder heftig ins Zeug gelegt und kleine Holzschiffchen geschnitzt. Zu einem Wettbewerb durften die Teilnehmer die mit Fähnchen gestalteten Schwimmbrettchen zu einer Regatta auf die Pfreimd setzen und sich über die Fließgeschwindigkeit ihrer kleinen Objekte freuen. Am schnellsten fuhr das Schiffchen von Hanna Lehner über die Ziellinie. Zweiter wurde Simon Lehner.

Fast der ganze Ort erzitterte, als die Böllerschützen des Schützenvereins Kemnath am Buchberg mit Unterstützung von Heinrich Porschke mit seinem Standböller feierlich eine Salve zum Lampionfest abschossen. Nick Tschoritsch unterhielt die Gäste musikalisch. In Sichtweite hatte das vereinseigene U-Boot angelegt.

Unter dem großen Kastanienbaum entstand eine wunderbare Idylle, als sich die Gottesdienstbesucher versammelten. Gerne wolle er den Festplatz dem heiligen Emmeram weihen, der als Fürsprecher der Diözese und als einer der Nebenpatrone gilt und so die Verbindung zur alten Pfarrei Böhmischbruck herstellt, hob Kaplan Scherr hervor: "Es ist ein gelungenes Werk, das zum Innehalten und Ruhen einlädt." Lisa Vater übernahm die Lektorendienste beim Gottesdienst und Hans-Josef Völkl sorgte für die musikalische Gestaltung.

Nach dem Gottesdienst bedankte sich der Vorsitzende bei Bürgermeister Andreas Wutzlhofer für die Bereitstellung des Grundstücks und für die Unterstützung. Vor allem seinen tatkräftigen Mithelfern beim Bau des "Emmeramsplatzes" galten seine Lobesworte. Das Vereinsbild sollte sich den heutigen Bedürfnissen anpassen, aber trotzdem den Ursprung nicht vergessen lassen. Bei der Pflege des Kriegerdenkmals oder der Feier des Volkstrauertags und vielen anderen Terminen beweise das die KSK-Böhmischbruck immer wieder neu.

Ausklang mit Frühschoppen


Es sei aber auch ein großes Anliegen, die drei Ortsgemeinschaften Böhmischbruck, Altentreswitz und Kößing in die Gemeinschaft mit einzubinden als Baustein zum Erhalt der dorfeigenen Vereine. Michael Reil lud unter dem Beifall der Gottesdienstbesucher alle zum Weißwurstfrühschoppen ein, mit dem man die zweitägige Feier ausklingen ließ.

Es ist ein gelungenes Werk, das zum Innehalten und Ruhen einlädt.Kaplan Sebastian Scherr
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